Sprechen im Schlaf? Das sind die Ursachen

Redaktion PraxisVITA

Das Sprechen im Schlaf ist keine Seltenheit. Doch welche Ursachen hat es und was kann dagegen unternommen werden?

Mann hält sich Ohren zu, während die Frau schläft
Das Spechen im Schlaf kann viele Gründe und Ursachen haben Foto:  istock/ilbusca
Inhalt
  1. Welche Gründe gibt es für das Sprechen im Schlaf?
  2. In welcher Phase sprechen wir im Schlaf?
  3. Welche Ursachen hat das Sprechen im Schlaf?
  4. Was kann man dagegen tun?
 

Welche Gründe gibt es für das Sprechen im Schlaf?

Von einzelnen Lauten bis zu ganzen Sätzen kann das Sprechen im Schlaf reichen. Ärzte bezeichnen das Phänomen als Somniloquie. Es handelt sich um keine Krankheit. Unsere Psyche kann dabei aber eine Rolle spielen oder sogar die Ursache sein.

 

In welcher Phase sprechen wir im Schlaf?

Beim Schlafen gibt es mehrere Phasen mit unterschiedlicher Aktivität des Gehirns, die sich während der Nachtruhe ständig wiederholen.

Die Einschlafphase steht zu Beginn der Nachtruhe. Unser Blutdruck und unsere Atmung verlangsamen sich. Allerdings ist der Schlaf noch sehr flach. Bereits schwache Reize wecken uns wieder auf. Direkt im Anschluss folgt die Leichtschlafphase. Hier ist das Bewusstsein abgeschaltet, und die Muskeln sind entspannt.

Das Sprechen im Schlaf kommt vor allem in der REM-Phase vor. REM steht für schnelle Augenbewegungen (Englisch: rapid eye movement), die hinter den geschlossenen Lidern stattfinden. Das Gehirn ist während dieser Periode besonders aktiv, und wir träumen. Der REM-Schlaf ist für die Psyche eine Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten.

Frau am schlafen im Bett
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Welche Ursachen hat das Sprechen im Schlaf?

Sprechen im Schlaf ist eine normale Artikulation, die bei etwa 50 Prozent aller Kinder vorkommt. Sie verliert sich mit zunehmendem Lebensalter. Bei Erwachsenen sind nur noch fünf Prozent betroffen. Nur selten gibt es Ursachen im Sinne einer Krankheit.

Allerdings kann das Sprechen im Schlaf andere Krankheiten begleiten, die möglicherweise gefährlich sind: das Schlafwandeln (Somnambulismus), das Hochschrecken aus dem Schlaf (Pavor nocturnus) oder das Auftreten starker Angst nach dem Mittagsschlaf (Pavor diurnus). Pavor nocturnus und Pavor diurnus treten vor allem bei Kleinkindern auf. Hier ist eine Abklärung durch den Neurologen und eventuell ein Besuch im Schlaflabor erforderlich.

Ärzte suchen gegebenenfalls nach weiteren Ursachen für das Sprechen im Schlaf. Das können psychische Erkrankungen in Verbindung mit viel Stress sein. Aber auch nächtliches Fieber ist ein möglicher Grund. Nicht zuletzt ist hoher Alkoholkonsum als Auslöser zu nennen.

Foto: iStock
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Was kann man dagegen tun?

Beobachten Angehörige, dass Familienmitglieder im Schlaf sprechen, ist eine ärztliche Abklärung der Ursachen sinnvoll – vor allem, wenn das Phänomen neu ist. Das weitere Vorgehen orientiert sich am Befund. Bei seelischen Erkrankungen wird eine Psychotherapie empfohlen. Wer unter großem Stress leidet, kann verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ausprobieren.

Erkennen Ärzte keine Grunderkrankung, sind trotzdem Maßnahmen gefragt. Denn das Phänomen kann zu Schlafstörungen bei Angehörigen führen. Eine Möglichkeit ist es, die Schlafhygiene zu verbessern. Das heißt: Man sollte mehrere Stunden vor der Nachtruhe keine schweren Speisen und keine koffeinhaltigen Getränke konsumieren. Auch Alkohol ist tabu.

Beim Schlafzimmer selbst ist auf eine angenehme, nicht zu hohe Temperatur zu achten. Etwa 16 bis 18 Grad sind ideal, im Höchstfall 20 Grad. Licht und Lärm sollten die Nachtruhe möglichst nicht stören. Auch ein konstanter Tag-Nacht-Rhythmus wäre anzustreben.

Quellen:

  • Holzinger, B. & Klösch, G. (2018): Schlafstörungen. Psychologische Beratung und Schlafcoaching (Psychotherapie: Praxis). Springer-Verlag, Berlin
  • Myers, D. G. (2014): Psychologie. Springer-Verlag, Berlin
  • Riemann, D. (2016): Ratgeber Schlafstörungen: Informationen für Betroffene und Angehörige. Hogrefe Verlag, Götingen
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