Sportverletzung: Beim Handballspielen Schulter ausgekugelt

Handball spielen nach verheilter Schulterluxation
Endlich wieder Handball spielen und zwar schmerzfrei! Dank einer schonenden OP ist das auch nach einer Schulterluxation wieder möglich © Shutterstock

Eine falsche Bewegung beim Sport – plötzlich hat Sandra schlimme Schmerzen im Arm. Der Grund: Ihre Schulter ist ausgekugelt. Monatelang quält sie sich damit herum, dann entschließt sie sich zur Operation.

Seit zehn Jahren ist Sandra begeisterte Handballspielerin im Verein. Nie ist etwas passiert. Doch dann hat sie Pech: „Als ich den Ball mit der linken Hand abwehren wollte, taten mir plötzlich Schulter und Arm schrecklich weh”, erzählt die junge Polizistin. „Das dauerte endlos lange Minuten.”

 

Unerträgliche Schulterschmerzen

Nach einigen Wochen kommen die Beschwerden wieder – zuerst nur beim Sport, später auch im Alltag. Der Schmerz hält bis zu einer halben Stunde an, zieht von der Schulter bis in den Ellenbogen. Die 31-Jährige: „Wenn ich den linken Arm bewegte, hatte ich das Gefühl, als ob das Schultergelenk herausspringt und wieder zurückschnellt.” Einfache Dinge werden immer mehr zur Qual: Geschirr aus dem Schrank holen oder nur den Wecker ausstellen. Ein Orthopäde vermutet Überanstrengung. Deshalb schont sich Sandra, geht nicht mehr zum Sport. Trotzdem werden die Beschwerden schlimmer: „Wenn ich eine unbedachte Armbewegung machte, schossen mir vor Schmerz die Tränen in die Augen.”

 

Diagnose ausgekugelte Schulter

Auch der Polizeidienst fällt ihr immer schwerer. Ein Kollege empfiehlt ihr den Kölner Orthopäden und Sportmediziner Dr. Rudolf Ziolko. Die Diagnose nach Röntgen und Kernspin-Tomographie: Der Arm ist ausgekugelt. Der Arzt schlägt ihr eine Operation vor, aber Sandra hat Angst. Da erzählt er ihr von einer schonenden, neuen Methode. Der Vorteil: Sandra kann schon einen Tag nach dem Eingriff nach Hause. Nun stimmt sie zu.

 

Schonende Operation

„Bei Ihnen ist eine Manschette aus festem Bindegewebe abgerissen, die das Schultergelenk zusammenhält. Dieses so genannte Labrum muss wieder an die Gelenkpfanne angenäht werden”, erklärt Dr. Ziolko. „Inzwischen kann man die Operation arthroskopisch machen. Dazu sind nur zwei winzige Schnitte nötig, durch die wir das dünne Rohr (Arthroskop) mit Mini-Kamera und Lichtquelle sowie die feinen Instrumente einführen.” Diese Methode hat große Vorteile: Die Gefahr von Nerven- und Gefäßverletzungen ist geringer, die Wunden heilen schneller, es entstehen so gut wie keine Narben und folglich keine Narbenschmerzen. Die Patienten sind schneller wieder fit.

 

Kein Metall im Körper

Und noch etwas wurde verbessert: Es gibt jetzt neue Materialien, um das Labrum wieder zu befestigen. Der Orthopäde: „Kleine Stifte, so genannte Anker, werden in die Gelenkpfanne versenkt. Sie sind etwa fünf Millimeter lang und einen Millimeter dick. An ihnen sind zwei Fäden aus Kunststoff, mit denen das Labrum fest am Knochen fixiert wird.” Die Anker bestehen aus Polylactolose (eine Art Milchsäure), die sich nach etwa einem Jahr auflöst. Bis dahin sind die Gelenkpfanne und das Labrum wieder fest verwachsen. Der Vorteil gegenüber den früher verwendeten Ankern aus Chirurgenstahl: Die Patienten haben kein Fremdmaterial im Körper, das zum Beispiel auch bei einer späteren Operation stören würde. Und beim Röntgen behindert nichts die Sicht.

 

Nach Schulterluxation wieder Sport machen

Die Operation in Vollnarkose dauert nur rund 45 Minuten. Sandra ist glücklich, dass sie sich für das neue Verfahren entschieden hat: „Jetzt habe ich keine Schmerzen mehr – und auch keine Angst, dass sich meine Schulter auskugelt. Sogar beim Handballspielen bin ich wieder voll im Einsatz!”

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.