Sport nach Impfen erlaubt? Was ist zu beachten?

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Morgens zur Corona-Impfung und danach direkt joggen gehen? Viele Sportler und Fitnessbegeisterte stellen sich gerade jetzt die Frage, ob sie Sport nach dem Impfen machen dürfen. Wie lange sollte man nach dem Impfen auf Sport verzichten, um dem Körper nicht zu schaden? 

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Inhalt
  1. Ist Sport nach Impfen erlaubt?
  2. Warum direkt nach einer Impfung Sport keine gute Idee ist
  3. Welche Sportarten nach der Impfung vermeiden?
  4. Wie lange mit dem Sport warten nach welcher Sportart?
  5. Grippeimpfung und Sport
  6. Beschwerden nach der Impfung: Wann zum Arzt?
 

Ist Sport nach Impfen erlaubt?

Nach der Impfung wollen viele nicht auf ihre gewohnte Bewegung verzichten und fragen sich daher, ob Sport nach dem Impfen erlaubt ist. Normalerweise spricht meistens nichts gegen leichten Sport. Fährt man sowieso jeden Tag mit dem Fahrrad, fordert das den Körper nicht besonders heraus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, spricht sich dafür aus, extreme Ausdauersportarten oder Krafttrainingseinheiten nach einer Impfung zu vermeiden. Bei starker körperlicher Belastung könne es vorkommen, dass eine Impfreaktion verstärkt werde. So könnten zum Beispiel stärkere Schmerzen an der Einstichstelle auftreten.

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Warum direkt nach einer Impfung Sport keine gute Idee ist

Was spricht eigentlich gegen fordernde Sporteinheiten nach einer Impfung? Das ist einfach erklärt: Um gegen einen Krankheitserreger wie COVID-19 anzukämpfen, erhält die zu impfende Person eine Spritze mit Antigenen dieser Krankheit. Diese Antigene sind entweder aus aktiven Teilen des Krankheitserreges gewonnen, dann handelt es sich um einen sogenannten Lebendimpfstoff. Oder sie bestehen aus abgetöteten Erregern, wie es etwa beim RNA-Impfstoff des BioNtech-Impfstoffes gegen das Corona-Virus der Fall ist. Dabei soll die geimpfte Person Antikörper gegen diese Antigene entwickeln. Diese Antikörper erkennen bei einem nächsten Kontakt den Erreger und bekämpfen ihn – man wird immun gegen diese Krankheit. 

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Der Organismus hat nach einer Impfung also eine Menge zu tun. Das Immunsystem muss sich gegen die geimpften Bestandteile zur Wehr setzen und seine Abwehrzellen, die Lymphozyten, mobilisieren. Das ist Schwerstarbeit, auf die sich der Organismus konzentrieren muss. Manchmal entstehen dabei Reaktionen wie Mattigkeit oder auch Fieber – alles Zeichen, dass das Immunsystem den Erreger bekämpft.

In einer solchen Phase den Körper durch anstrengende Trainingseinheiten zusätzlich zu belasten, ist nicht besonders empfehlenswert. Wenn das Immunsystem in Ruhe seine Arbeit leistet, erfolgt eine Reaktion störungsfrei, Antikörper werden gebildet und der Körper kann sich anschließend wieder vermehrt anderen Aufgaben widmen. Quälen wir uns in einer solchen Phase mit anstrengendem Training, dann dauert der Prozess der Antikörperbildung länger, der Körper wird zusätzlich geschwächt und man entwickelt leichter Impfreaktionen oder in schlimmeren Fällen sogar schwerere Symptome.

Wenn es nach einer Impfung keine Zeichen einer Reaktion gibt und Sie sich fit fühlen, spricht aber nichts gegen leichte Anstrengung. 

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Welche Sportarten nach der Impfung vermeiden?

Sportlich Aktive, die auf Krafttraining setzen, sollten nach einer Impfung Trainingseinheiten mit hoher Gewichtsbelastung vermeiden. Solche starken körperlichen Belastungen können Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen hervorrufen.

Auch lange und extreme Ausdauersportarten sollten während der ersten Tage nach der Impfung nicht auf dem Programm stehen. Der Halbmarathon oder die 100km-Radtour sollten auf jeden Fall verschoben werden.

Tipps für Sport nach dem Impfen:

  • Mindestens einen Tag abwarten: wenn nach der Impfung keine Schwäche und keine Reaktionen auftreten, ist Sport in geringer Intensität erlaubt.
  • Sportliche Höchstleistungen verschieben: ungefähr eine Woche nach der Impfung kann der Körper wieder auf Hochtouren laufen.
  • Starkes Krafttraining unterlassen: der „Impfarm“ benötigt etwas Ruhe, deswegen sollten in den ersten Tagen nach der Impfung keine schweren Gewichte gestemmt werden.
  • Auf den Körper hören: läuft irgendetwas nicht „rund“, fühlen Sie sich anders als vor der Impfung, dann spricht das für eine Sportpause.
  • Experten befragen: Schon bei der Impfung den Arzt befragen, ab wann Sport wieder sinnvoll ist.

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Wie lange mit dem Sport warten nach welcher Sportart?

Nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff (wie bei Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken) sollte ungefähr eine Woche abgewartet werden, bis die sportliche Routine wieder aufgenommen wird. Bei der Impfung mit einem Totimpfstoff (Keuchhusten, Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung) reicht eine Sportpause von ein paar Tagen. Nach einer Impfung mit dem neuen Corona-Impfstoff sollte ebenfalls eine Woche abgewartet werden, da dieser häufiger zu normalen Impfreaktionen wie Kopfschmerzen führen soll.

Dauern Impfreaktionen an, sollte der Sport erst dann wieder aufgenommen werden, wenn diese verklungen sind. Dies gilt auch für den Konsum von Alkohol. Dieser belastet den Organismus ebenfalls und trägt nicht zur Schonung bei.

 

Grippeimpfung und Sport

Bei der Grippeimpfung werden inaktivierte Impfstoffe (Totimpfstoffe) injiziert. Deswegen sollte anstrengender Sport in den ersten drei Tagen nach der Impfung vermieden werden. Treten Nebenwirkungen der Impfung auf wie Gliederschmerzen, leichtes Fieber und Müdigkeit, sollte abgewartet werden, bis diese verklungen sind. Danach kann das Trainingsprogramm wieder sanft aufgenommen werden. 

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Beschwerden nach der Impfung: Wann zum Arzt?

In der Regel führen Impfungen nicht zu Komplikationen. Vereinzelt treten Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle auf. Manche Menschen reagieren etwas empfindlicher auf Impfungen und entwickeln leichte Krankheitssymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit und leichtes Fieber. Diese sollten nach ein paar Tagen von allein abklingen.

Gehen die Impfreaktionen nicht von allein zurück, sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden. Bei sehr selten auftretenden, stärkeren allergischen Reaktionen sollte sofort der (Not-)arzt verständigt werden, um einen allergischen Schock zu vermeiden. In den meisten Fällen erfolgt eine Impfung ohne nennenswerte Beschwerden. Dann ist Sport nach der Impfung schnell wieder möglich.

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Quellen:

Sport treiben nach einer Impfung, in: generali.de

Ist Sport nach dem Impfen erlaubt?, in: wirfuersimpfen.de

FAQs zum Impfen, in: impfen-info.de

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