Sport in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt, was ist tabu?

Ist Sport in der Schwangerschaft gesund? Welcher Sport ist besonders hilfreich? Und gibt es eigentlich Sportarten, die werdende Mütter lieber von ihrem Sportprogramm streichen sollten? Praxisvita klärt auf.

Besonders aktive Frauen stellen sich während ihrer Schwangerschaft die Frage, welche Sportarten in der Schwangerschaft erlaubt oder verboten sind. Laut eines aktuellen Expertenreports gibt es im Allgemeinen weniger Risiken als bisher angenommen. Zusammengestellt wurde der Bericht im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Experten in fünf Teilen im British Journal of Sports Medicine.

 

Ist Sport in der Schwangerschaft gefährlich?

„Es gibt nur wenige hochwertige Studien mit schwangeren Athletinnen oder Frauen, die sehr viel trainieren. Aber es scheint so zu sein, dass viele dieser Frauen auch in der Schwangerschaft weiter Sport treiben und dies keine Nachteile für sie hat. Es scheint weder dem Fötus noch der Mutter zu schaden“, erklärt Professor Kari Bo von der Norwegischen Sporthochschule, Teilnehmerin der Expertenrunde.

Einige Forscher schlussfolgerten in den 1980er Jahren, dass Sport in der Schwangerschaft gefährlich sein könnte, da der Fötus zum Beispiel im Hinblick auf die Durchblutung, die Sauerstoff- oder Nährstoffversorgung ähnliche Ansprüche an den Körper stellt wie ein Workout.  

Dies ist zwar in gewisser Weise zutreffend, bedeutet jedoch nicht, dass Sport für schwangere Frauen verboten sein sollte, insbesondere nicht für aktive Sportlerinnen. „Frauen, die athletisch sind, verfügen über eine gute Blutverteilung, dem Fötus scheint also kein Schaden zugefügt zu werden. Gleichzeitig ist es offensichtlich, dass die Plazenta während des Trainierens besser versorgt wird – hier findet also eine Art Ausgleich statt“, sagt Professor Bo.

Die amerikanische Hochschule für Geburtshelfer und Gynäkologen empfiehlt schwangeren Frauen sogar Aerobic und Kraftübungen zu machen. So kann das Diabetesrisiko gesenkt und die geistige Gesundheit gefördert werden. Bevor Schwangere allerdings mit dem Training beginnen, sollten sie den Rat eines Arztes einholen. Auch der Nationale Gesundheitsdienst in Großbritannien rät Frauen dazu, in der Schwangerschaft weiterhin Sport zu treiben. Aber nur in einem solchen Maße, dass man sich während es Trainings noch unterhalten kann.

 

Sport in der Schwangerschaft: 4 hilfreiche Tipps

1. Tipp: Generell gilt bei Sport in der Schwangerschaft: Schwangere sollten sich nicht überfordern und eine Herzfrequenz von 130 Schlägen pro Minute nicht überschreiten. Was anstrengend ist und was nicht, hängt natürlich von der jeweiligen persönlichen Fitness ab. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören und sich nicht weiter anzustrengen, sobald sich ein Unwohlsein einstellt.

2. Tipp: Achten Sie im ersten Schwangerschaftsdrittel (bis einschließlich der 12. Woche) darauf, dass Ihnen beim Workout nicht zu heiß wird. Tragen Sie leichte Kleidung, trainieren Sie in Räumen mit Klimaanlage und verzichten Sie an heißen Tagen auf ein zu anstrengendes Training.

3. Tipp: Frauen, die Krafttraining machen, sollten das Gewicht reduzieren. Ansonsten könnte der Blutdruck steigen, der Blutzufluss zum Fötus gestört werden und der Beckenboden belastet werden.

4. Tipp: Tauchen ist kein guter Sport in der Schwangerschaft. Außerdem sollten Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel am beste auf Sportarten wie Fußball und Hockey verzichten, weil sie beim Training stürzen könnten.

In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen, welcher Sport sich besonders für werdende Mütter empfiehlt und für welche Disziplinen Frauen während der Schwangerschaft eine Pause einlegen sollten.

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