Sport bei Erkältung - darauf müssen Sie achten!

Kein Sport bei Erkältung
Wer mit Erkältung Sport treibt, riskiert ernsthafte gesundheitliche Folgen. In den ersten neun Tagen nach Auftreten der Symptome sollten Sie sich schonen © Fotolia

Wer trotz Erkältung Sport treibt, riskiert schwere Folgeschäden. Warum Sie während eines grippalen Infekts eine Sportpause einlegen sollten und was andernfalls passieren kann, erfahren Sie hier.

Bleibender Herzschaden, weil der Patient erkältet joggen ging? Oft müssen Ärzte solche Diagnosen stellen, denn Erkältungen werden häufig verharmlost.

 

Sport treiben mit Erkältung – ist das gesund?

Mit Erkältung Sport treiben unterstützt die Genesung – diese Legende liegt seit Jahren auf Platz eins der gefährlichsten Gesundheitsirrtümer. Dabei gilt: „Wer sich keine Zeit nimmt, eine Erkältung auszukurieren, behindert die Arbeit der Abwehrtruppen des Körpers“, sagt Herzspezialist Norbert Smetak.

Die Folge: Die Erreger, meistens sind es sogenannte Coxsackie-Viren, können sich ungehindert im Organismus ausbreiten und andere Organe befallen. Hierfür ist besonders der empfindliche Herzmuskel anfällig. Entzündet er sich, schwebt der Patient in Lebensgefahr: „Durch den Einmarsch der Viren in das Herz kann der Muskel sich nicht mehr richtig zusammenziehen, sein Rhythmus gerät aus dem Takt.“ Das große Problem: Herzmuskelzellen regenerieren sich nur sehr langsam. Nach einer schweren Entzündung werden die geschädigten Bereiche durch Narbengewebe ersetzt. Dieses arbeitet aber mit nicht einmal der halben Kraft des gesunden Gewebes. Folge: Die Leistungsfähigkeit des Herzens bleibt lebenslang eingeschränkt.
Sind die Symptome durch Medikamente gelindert, sollte ebenfalls auf Sport verzichtet werden, da dieser unter anderem einen Einfluss auf die Verstoffwechselung der Wirkstoffe haben kann.

 



Warnsignale einer Herzmuskelentzündung: Erschöpfung – bei der kleinsten Anstrengung beginnt das Herz zu rasen. Auch starke Gliederschmerzen und unerklärlicher Gewichtsverlust kommen vor.

Lungenentzündung
Wenn man trotz Erkältung Sport treibt, kann die Folge eine Lungenentzündung sein© Fotolia
 

Mit Erkältung Sport treiben: Lungenentzündung als Folge

Sport bei kaltem Wetter

„Bei körperlicher Anstrengung werden Leukozyten freigesetzt, die weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind“, sagt Daniel Lay, Sportmediziner an der Sporthochschule Köln. Und eine starke Körperabwehr ist jetzt im Winter besonders wichtig. Doch ab minus 10° Celsius sollten wir auf intensiven Sport im Freien verzichten. Der Grund: Wir müssen ständig husten, da die kalte Luft die Lungenbläschen reizt. Alternativ können wir ein Tuch vor Mund und Nase binden, das die Luft vor dem Einatmen erwärmt.

75 % der Asthmatiker erleiden besonders bei Kälte eine Atemnot

Der Grund: Beim Einatmen kalter Luft überreagiert das Bronchialsystem und verengt. Asthmatiker sollten deshalb im Winter jedes Mal das Notfallspray mitnehmen, sobald sie vor die Tür treten.

Wer bei einer Erkältung Sport treibt, riskiert eine Lungenentzündung, warnen Experten. „Bei einer Erkältung werden die feinen Abwehr-Verästelungen der Lunge lahmgelegt. Sie können neue Keime dann kaum noch wegfiltern.“ Das heißt: „Wer sich nicht ausruht, erschwert die Arbeit der Lungenästchen und fördert die Ausbreitung von Bakterien.“ Diese setzen sich auf der Schleimhaut des Lungengewebes fest, führen zu Entzündungen der Lungenbläschen und der dünnen Äste der Bronchien.

Besonders tückisch sind die sogenannten stillen Lungenentzündungen. Die kann ein Arzt weder am Atemgeräusch noch beim Abhorchen mit dem Stethoskop erkennen. Nur mithilfe einer Röntgenaufnahme diagnostiziert man die Krankheit zweifelsfrei. Warnsignale sind unter anderem plötzlich auftretende, amnesieartige Verwirrungszustände, zu häufiges Einatmen (mehr als 30-mal pro Minute) und ein trockener, schmerzender Husten.

 

Sport treiben bei Erkältung

Hier erklärt die Kinderärztin Nadine Hess, warum es gefährlich werden kann, mit Erkältung Sport zu treiben.

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