Sport aus der Flasche? – Wieso wir uns bald schlank trinken können

Sport aus der Flasche
C 13 heißt der Wirkstoff, den Nestlé entwickelt, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Ersetzen kann er Sport aber nicht © Fotolia

Wissenschaftler des größten Lebensmittelherstellers Nestlé haben einen Weg gefunden, um den gesundheitsfördernden Effekt von Sport auf unseren Körper künstlich nachzuahmen – z.B. mit einem Getränk. Was nach einem Marketinggag der Lebensmittelindustrie klingt, bietet tatsächlich einen medizinischen Mehrwert für Alte und Kranke. Praxisvita berichtet.

In der Studie des Nestlé Institute of Health Sciences in Zürich – veröffentlicht in dem Fachjournal Chemistry & Biology – wird ein neu entwickelter Wirkstoff (C13) beschrieben, der nach Aussagen der Forscher den fettverbrennenden Einfluss von Sport auf den menschlichen Stoffwechsel künstlich auslösen kann.

 

Chemisch kann man Sport imitieren

Der Fettverbrennungsmodus im Körper wird durch das sogenannte „Master-Molekül“ aktiviert – einem Enzym mit dem Namen AMPK. Dieser „Hauptschalter des Stoffwechsels“ ist Teil jeder menschlichen Zelle und wird normalerweise durch körperliche Aktivitäten ausgelöst. „Wie die Tankanzeige eines Autos, ist das Enzym dafür verantwortlich, den Energiezustand des Körpers zu überwachen“ und bei Bedarf – z.B. aufgrund von Sport – „neue Energie für die Zellen anzufordern“, erklärt Studienautor Professor Sakamoto. Im Grunde genommen wäre ohne die Regulierung des AMPK-Enzyms keine Körperfunktion möglich – egal, ob die einfache Entsendung eines Hormons oder die Bewegung eines Muskels.

Um den direkten Zusammenhang von Bewegung (dem gesteigertem Energiebedarf des Körpers) und Fettverbrennung zu entzerren, mussten die Nestlé-Forscher einen Weg finden, den AMPK-Schalter und damit den Stoffwechsel des Menschen zu aktivieren – also eine chemische Täuschung des Energiehaushalts entwickeln. Und das gelang ihnen mit dem Wirkstoff C13, der den Fettverbrennungshaushalt künstlich ankurbelt. Anders gesagt: Ob der AMPK-Schalter nun mit Sport oder durch die Einnahme des C13 Wirkstoffs in Form eines Getränks aktiviert wird, könnte dem Körper in Zukunft egal sein.

 

Keine faule Ausrede für Faule

Nestlé plant diese Entwicklung nicht, um Menschen eine Ausrede zu liefern, keinen Sport mehr zu machen. Ganz im Gegenteil: Das Unternehmen hat einen gesundheitsfördernden Aspekt im Auge. Denn mithilfe des C13 Wirkstoffs könnten in Zukunft Menschen behandelt werden, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung keinen Sport machen können. Ebenso bietet sich der Wirkstoff an, wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen abnehmen müssen. Durch die Kombination von Sport und C13 wäre das Energiemanagement des Körpers besser zu regulieren – ein Diät-Effekt könnte schneller und kontrollierter eintreten.

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