Spirale zur Verhütung – welche ist die Richtige?

Mona Trautmann
Pärchen im Bett
Die Spirale wirkt sofort nach dem Einsetzen und schützt bis zu fünf Jahre vor einer ungewollten Schwangerschaft © iStock/People Images

Welche Spirale ist die Richtige für welche Frau? Kupferspirale, Hormonspirale oder Minispirale? PraxisVITA erklärt, wie die unterschiedlichen Spiralen wirken, welche Vor- und Nachteile sie haben und für wen sie geeignet sind.

Die Spirale, auch Intrauterinpessar genannt, gehört neben Kondom und Pille zu den in Deutschland am häufigsten genutzten Verhütungsmitteln. Ungefähr zehn Prozent aller sexuell aktiven Frauen im Alter von 18 bis 49 nutzen sie. Das kleine Kunststoffteil wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt.

Welche Arten von Spiralen gibt es?

Wie wird die Spirale eingesetzt?

Wie viel kostet die Spirale?

Wie sicher ist die Verhütung mit der Spirale?

Für wen ist die Verhütung mit der Spirale nicht geeignet?

Was sind die Vorteile der Verhütung mit Spirale?

Nachteile der Verhütungsmethode

Schwanger trotz Spirale?

 

Welche Arten von Spiralen gibt es?

Es gibt drei Arten von Spiralen, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden: Die Kupferspirale, die Minispirale und die Hormonspirale.

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein hormonfreies Verhütungsmittel. Sie besteht aus einem T-förmigen Kunststoffstäbchen, um das ein Kupferdraht gewickelt ist. Das Kupfer verkürzt die Lebensdauer der Spermien und hemmt ihre Beweglichkeit – das erschwert ihnen den Weg zur Eizelle.

Kommt es trotzdem zu einer Befruchtung, verhindert die Spirale die Einnistung der befruchteten Eizelle. Bis zu fünf Jahre kann die Spirale in der Gebärmutter verbleiben. Es gibt außerdem Spiralen-Modelle, die Gold oder Silber enthalten, um die Haltbarkeit der Spirale zu verbessern und gegen Krankheitserreger zu schützen.

Minispirale

Die Besonderheit der Minispirale ist, dass sie kleiner ist als herkömmliche Modelle. Sie ist nicht T-förmig, sondern besteht aus einem dünnen chirurgischen Faden, auf den Perlen aus Kupfer aufgereiht sind. Die auch als Gynefix oder Kupferkette bekannte Minispirale muss nach fünf Jahren gewechselt werden. Sie wirkt genauso wie die Kupferspirale, passt sich aber wegen ihrer kleinen Größe und der flexiblen Form besser an die Gebärmutter an. Deshalb eignet sie sich auch für Frauen, die wegen einer verformten oder sehr kleinen Gebärmutter nicht mit der Kupferspirale verhüten können.

Hormonspirale

Die Hormonspirale gibt aus einem Depot kontinuierlich Gelbkörperhormone (Gestagene) an die Gebärmutterschleimhaut ab. Diese künstlichen Hormone machen den Schleim am Gebärmutterhals dicker und dadurch für Spermien undurchlässig.

Zudem vermindern die Hormone den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich die Eizelle im Falle einer Befruchtung nicht einnisten kann. Die Hormonspirale schützt bis zu fünf Jahre vor einer Schwangerschaft.

Bei vielen Anwenderinnen wird als Nebenwirkung die Regelblutung schwächer. Deshalb eignet sich diese Verhütungsmethode gut für Frauen, die unter starken Menstruationsbeschwerden leiden.

Notfallverhütung 

Bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr kann die Kupferspirale als notfallmäßige Verhütung verwendet werden. Sinnvoll ist diese Art der Notfallverhütung dann, wenn die Frau weiterhin mit der Kupferspirale verhüten möchte.

Hormonspirale und Kupferspirale
Hormon- und Kupferspirale haben unterschiedliche Wirkungsweisen© iStock/Lalocracio
 

Wie wird die Spirale eingesetzt?

Die Spirale wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt eingesetzt. Vor dem Eingriff untersucht der Arzt Lage, Größe und Form der Gebärmutter und nimmt Schleimhautabstriche, um eine Gebärmutterinfektion auszuschließen. Mithilfe einer dünnen Plastikhülse platziert der Frauenarzt die Spirale durch den Muttermund in der Gebärmutter. Anschließend kürzt er die Rückholfäden der Spirale.

Das Einsetzen dauert meist nur wenige Minuten. Die Kupferkette wird ebenfalls mit einer Einführhilfe in die Gebärmutter gesetzt und muss in der Gebärmutterwand verankert werden, damit sie nicht herausrutscht.

Manche Frauen empfinden den Eingriff als unangenehm und lassen sich deshalb örtlich betäuben oder sedieren, also in einen Kurzschlaf versetzen.

 

Wann wird der Eingriff gemacht?

Der beste Zeitpunkt zum Einsetzen der Spirale ist der letzte Tag der Periode – dann kann eine Schwangerschaft weitestgehend ausgeschlossen werden und der Muttermund ist leicht geöffnet. Nach dem Eingriff sollte sieben Tage lang nichts in die Scheide gelangen, um Infektionen zu vermeiden. Das heißt, dass in dieser Zeit auf Geschlechtsverkehr, die Verwendung von Tampons und das Abtasten der Rückholfäden verzichtet werden sollte.

Der Verhütungsschutz beginnt mit dem Einsetzen der Spirale. Wenn Sie sich eine Hormonspirale einsetzen lassen, wirkt diese sofort, wenn der Eingriff in den ersten sieben Tagen nach Beginn der Regelblutung erfolgt.

Spirale in der Hand
Die Spirale wird vom Frauenarzt eingesetzt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten © iStock/Lalocracio
 

Spirale nach der Geburt – wie lange soll ich warten?

Nach einer Geburt sollten Sie mindestens acht Wochen warten, bis Sie sich eine Spirale einsetzen lassen. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter zurück. Nach einem Kaiserschnitt sollten mindestens zwölf Wochen Zeit bis zum Eingriff vergehen. Nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt kann die Spirale sofort eingesetzt werden.

 

Wie viel kostet die Spirale?

Je nach Modell kostet eine Kupferspirale zwischen 25 und 100 Euro. Zusätzlich kostet das Einsetzen der Spirale zwischen 80 und 130 Euro. Die Hormonspirale kostet etwa 200 Euro, hinzu kommt der Betrag für den Eingriff. Bei der Kupferkette belaufen sich die Kosten auf 130 Euro für das Verhütungsmittel selbst. Hinzu kommen etwa 70-200 Euro für den Eingriff.

Anwenderinnen der Spirale müssen diese Kosten bis auf zwei Ausnahmen selbst tragen: Frauen, die das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder sozialhilfeberechtigt sind, müssen die Spirale nicht selbst zahlen.

Sechs Wochen nach Einsetzen der Spirale folgt eine Kontrolluntersuchung per Ultraschall. Die Kosten dafür werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Danach kontrolliert der Frauenarzt halbjährlich die Lage der Spirale. Diese Kosten gehen zu Lasten der Patientin.

Frauenärztin beim Ultraschall
Halbjährlich untersucht der Frauenarzt den Sitz der Spirale per Ultraschall© iStock/romankosolapov
 

Wie sicher ist die Verhütung mit Spirale?

Die Spirale als Verhütungsmethode gilt als sehr sicher ­­– die Kupferspirale hat einen Pearl-Index von 0,9 bis 3. Der Wert sagt aus, dass von 100 Frauen, die mit der Kupferspirale verhüten, zwischen einer und drei davon im Laufe eines Jahres ungewollt schwanger werden. Die Hormonspirale hat einen Pearl-Index von 0,16, bei der Kupferkette liegt der Wert zwischen 0,1 und 0,5.

Zum Vergleich: Die Pille hat einen Wert von 0,1-0,9, Kondome haben einen Pearl Index von 2-12.

 

Wie wird die Spirale entfernt?

Die Spirale kann jederzeit vom Frauenarzt entfernt werden. Dazu wird sie am Rückholfaden herausgezogen. Der Eingriff dauert wenige Minuten und kann leicht schmerzhaft sein. Wer eine völlig schmerzfreie Entfernung möchte, kann sich eine lokale Betäubung geben lassen. Eine Schwangerschaft ist direkt nach der Entfernung der Spirale möglich, wenn nicht mit anderen Methoden verhütet wird.

Sofort nach dem Entfernen der alten Spirale, kann eine neue eingesetzt werden. Sprechen Sie vor der Entfernung mit dem Arzt über Verhütungsmethoden, wenn eine Schwangerschaft nicht gewünscht ist.

 

Für wen ist die Verhütung mit der Kupferspirale nicht geeignet?

Gynäkologen raten von der Verwendung der Spirale ab, wenn eine Gebärmutterentzündung festgestellt wird. Weitere Beschwerden oder Krankheiten, die gegen die Nutzung der Kupferspirale sprechen, sind:

  • Kupferallergie
  • Frühere Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft
  • Starke Regelblutung
  • Verformte Gebärmutterhöhle

Frauen, die eine kleine oder verformte Gebärmutter haben und deshalb nicht mit der Kupferspirale verhüten sollten, können ihren Arzt fragen, ob stattdessen das Einsetzen der Kupferkette möglich ist.

 

Wer sollte nicht mit der Hormonspirale verhüten?

Für Frauen, die unter diesen Krankheiten oder Beschwerden leiden, ist diese Spirale nicht geeignet:

  • Starke Migräne
  • Hormonabhängiger Brustkrebs
  • Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs
Verliebtes Paar
Die Spirale wird von vielen Frauen gerne genutzt, weil ihr Gebrauch unkompliziert und sicher zugleich ist© iStock/nd3000
 

Was sind die Vorteile der Verhütung mit der Spirale?

  • Viele Frauen empfinden es als Vorteil, dass der Zyklus erhalten bleibt (bei der Verhütung mit der Hormonspirale kann die Menstruation allerdings deutlich schwächer werden oder ausbleiben)
  • Spiralen-Nutzerinnen müssen nicht täglich an die Einnahme der Pille oder die Nutzung anderer Verhütungsmethoden denken
  • Die Spirale muss nur alle fünf Jahre gewechselt werden
  • Die Kupferspirale eignet sich für Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko
  • Bei der Kupferspirale und der Kupferkette funktioniert die Verhütung hormonfrei
 

Nachteile der Verhütungsmethode

  • Das Infektionsrisiko im Beckenbereich ist bei Frauen kurz nach dem Einsetzen der Spirale erhöht. Wechselnde Geschlechtspartner erhöhen die Gefahr zusätzlich. Grund dafür ist der Rückholfaden, der etwa zwei Zentimeter in die Scheide reicht. Ungefähr sechs von 1.000 Frauen im Jahr leiden einen Monat nach dem Eingriff an einer Unterleibsinfektion.
  • Die Spirale kann verstärkten Ausfluss oder Schmierblutungen verursachen
  • Das Risiko einer Eilleiterschwangerschaft ist bei Nutzerinnen der Spirale erhöht
  • Die Regelblutung kann bei Nutzerinnen der Kupferspirale stärker und etwas schmerzhafter ausfallen
  • Bei der Hormon-Spirale können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautunreinheiten, verminderte sexuelle Lust und depressive Verstimmungen auftreten. Allerdings sind diese Nebenwirkungen schwächer als bei der Pille
 

Spirale und Tampons?

Wenn Sie mit der Spirale verhüten, ist die Benutzung von Binden ideal, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Tampons können Sie benutzen, wenn Sie diese alle vier bis acht Stunden wechseln – dann ist das Infektionsrisiko durch aufsteigende Keime niedrig. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Spirale versehentlich mit dem Tampon hinausgezogen wird, ist gering. Sicherheitshalber sollten Sie den Sitz der Spirale aber nach jeder Menstruation überprüfen.

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Frauen, die eine Spirale nutzen, können ohne Probleme auch Tampons benutzen, wenn sie diese regelmäßig wechseln© iStock/ollinka
 

Spirale im MRT

Nach einer MRT-Untersuchung sollten Sie den Sitz Ihrer Spirale sicherheitshalber überprüfen lassen. Bis zum Kontrolltermin sollten Sie zusätzlich verhüten.

 

Spirale verrutscht? – so prüfen sie den richtigen Sitz

Ob die Spirale richtig sitzt, erkennen Sie am Kontrollfaden, den Sie am Muttermund ertasten. Wenn Sie eine Veränderung in der Position der Spirale feststellen oder der Faden nicht tastbar ist, sollten Sie umgehend Ihren Frauenarzt informieren. Im ersten Jahr nach dem Einsetzen verrutscht die Spirale bei einer bis fünf Frauen. Sitzt sie länger in der Gebärmutter, sinkt das Risiko, dass sie ihre Position ändert.

 

Schwanger trotz Spirale – diese Möglichkeiten gibt es jetzt 

Sind Sie trotz Spirale schwanger geworden und möchten die Schwangerschaft weiterführen, sollten Sie Ihre Spirale entfernen lassen. Dabei besteht zwar das Risiko einer Fehlgeburt, jedoch ist dieses geringer als wenn die Spirale in der Gebärmutter bleibt. Bei der Verhütung mit der Spirale ist das Risiko einer Eileiterschwangerschaft erhöht. Wenn dieser Fall eintritt, muss die Eileiter-Schwangerschaft operativ entfernt werden.

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