Spezial-Laser heilt Trigeminus-Neuralgie

Strahlentherapie gegen Trigeminus-Neuralgie
Neuartige Behandlungsmethode bei Trigeminus-Neuralgie: Mit dem sogenannten „Gamma Knife“ werden hunderte Einzellaser von verschiedenen Punkten rund um den Kopf millimetergenau auf den Punkt im Schädel gerichtet, von dem die Schmerzen ausgehen © Corbis

Die Schmerz-Attacken im Gesicht kommen plötzlich und sind kaum zu ertragen: Bei Trigeminus-Neuralgie wirken die Medikamente oft nicht. Eine Strahlentherapie kann die Qualen stoppen.

Schon der kleinste Anlass kann die schlimmsten Schmerzen auslösen: Ein Kältereiz, Sprechen oder bestimmte Gesichtsbewegungen, Kauen, Niesen, Berühren bestimmter Hautstellen, Kontakt mit Wasser. Ärzte nennen die Krankheit „Trigeminus-Neuralgie". Der Trigeminus-Nerv (vorderer Hirnnerv) verzweigt sich in drei Hauptäste an: 1. Stirn und Auge, 2. Oberkiefer und Wange, 3. Unterkiefer. Zwei- bis dreihunderttausend Menschen in Deutschland – darunter mehr Frauen als Männer – leiden unter den schweren Schmerzattacken der Trigeminus-Neuralgie.

 

Ursachen der Trigeminus-Neuralgie

Die Schmerzen (Neuralgie) können unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel eine Schädigung des Trigeminus-Nervs, oder Folge beziehungsweise Symptom einer Erkrankung sein, etwa der Augen (z. B. grüner Star), der Zähne, bei Infektionen (u. a. in den Nasennebenhöhlen), Multiple Sklerose, Hirntumor.

Die Therapie ist schwierig. Meist werden zuerst Medikamente gegen Epilepsie, Depressionen oder Schmerzen verordnet. Bewährt hat sich auch die therapeutische Lokalanästhesie (Injektionen mit einem örtlichen Betäubungsmittel). Letzter Ausweg: Eine neurochirurgische Operation der Nervenknoten.

 

Laserstrahlen heilen

Bei einer radiochirurgischen Methode werden die Gesichtsschmerzen mit dem „Gamma-Knife" (Strahlen-Messer) bekämpft. Dabei werden hunderte schwacher Gamma-Strahlen (eine spezielle Röntgen-Strahlung) von verschiedenen Punkten rund um den Kopf millimetergenau auf ein festgelegtes Zielgebiet im Schädel gerichtet, also zum Beispiel auf den Nervenknoten unterhalb des Gehirns, von dem die entsetzlichen Schmerzen meist ausgehen. Er liegt im Bereich des Felsenbeins, wo auch das Innenohr ist.

 

Bestrahlung mit Computer-Berechnung

Bei der Therapie hat jeder einzelne, computergenau berechnete Gamma-Strahl kaum Auswirkungen auf das Körpergewebe. Dort jedoch, wo alle Strahlen zusammentreffen, kann sehr viel Energie frei werden, zum Beispiel Krebsgewebe zerstören und geringe Gewebe-Veränderungen bewirken. Zum Beispiel in genau jenem Nervenknoten, von dem die Trigeminus-Schmerzen ausgehen.

Nach Untersuchungen von Dr. Albertus van Eck, Neurochirurg am „Gamma Knife Zentrum" in Krefeld, ist bei der Trigeminus-Neuralgie die einmalige Behandlung mit dem Strahlen-Messer (Dauer: 45 Minuten) eine wichtige Ergänzung der gängigen Therapieverfahren. Vor allem bei jenen 30 Prozent der Betroffenen, denen sonst kaum geholfen werden kann.

 

Gute Therapieerfolge bei Trigeminus-Neuralgie

Dr. van Ecks Analyse von 35 in Krefeld behandelten Patienten, deren Schmerzen mit Medikamenten nicht mehr zu lindern waren: Mehr als die Hälfte war auch noch 13 Monate nach der Therapie mit dem Strahlen-Messer völlig schmerzfrei. Und knapp ein Drittel berichtete von einer deutlichen Besserung.

 

Eine Behandlung mit Gammastrahlen genügt

„Auch andere Neurochirurgen weltweit", so Dr. van Eck, „berichten über ähnlich ermutigende Behandlungsergebnisse: Der Anteil schmerzfreier Patienten liegt zwischen 50 und 80 Prozent. Aber es kann manchmal Monate dauern, bis die Schmerzen verschwinden." Häufigste Nebenwirkung der Strahlentherapie: Im Gesicht ist die Berührungsempfindlichkeit der Haut bei etwa jedem zehnten Patienten verringert. Die Behandlung mit dem Strahlen-Messer ist nur einmal nötig und kann ambulant, also ohne Krankenhaus-Aufenthalt, gemacht werden.

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