Spazieren gehen: 5 gute Gründe es häufiger zu tun

Die Sonne kitzelt unsere Haut, der Blick versinkt im tiefen Blau eines Sees und zur Rast lehnen wir uns an einen Baum im Wald... Spazieren gehen an der frischen Luft entstresst, senkt den Blutdruck, stärkt Abwehrkäfte und verbindet uns auf wundersame, ganz neue Weise mit unserem Körper.

 

Das Gesundwunder Natur

Kann ein Wald, eine Landschaft, ein Baum oder eine Blume wirklich heilen? Ja – sagen Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen. Landschafts- und Umweltmediziner, Ökopsychosomatiker und Wildnispädagogen – sie alle erforschen den sogenannten Biophilia-Effekt, die wohltuende Interaktion zwischen Mensch und Natur. Unser Gehirn reagiert auf Vogelgesang und Bachgeplätscher, unsere Haut auf Licht und Sonne und unser Immunsystem auf die Duftstoffe der Pflanzen.

 

Licht und Sonne: Vom Glück, das uns der Himmel schenkt

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, erfüllt uns mit Glück. Endlich kein Frösteln mehr – wir fühlen uns stark und beschützt und vielleicht sogar so euphorisch, dass tief aus unserem Inneren ein Juchzen emporsteigt. Kein Wunder – wirken doch Sonne und Licht wie ein natürliches Dopingmittel. Die Lichtstrahlen treffen auf spezielle Rezeptoren auf der Netzhaut der Augen und werden über die Sehnerven zur Zirbeldrüse im Gehirn weitergeleitet. Dort lösen die Lichtreize eine verstärkte Produktion der Glückshormone Serotonin und Dopamin aus. Zugleich wird die Bildung des müde machenden Hormons Melatonin eingestellt. Sofort fühlen wir uns wie verwandelt, voll Energie und Tatendrang – voll Glück bis obenhin.

 

Spazieren gehen im Wald senkt Stresshormone

Ein Waldspaziergang auf Rezept? Kein Scherz – das könnte es bald geben. Eine Studie zeigt: Eine Stunde Spazieren gehen im Wald senkt signifikant den Blutdruck, erhöht die Lungenkapazität, verbessert die Elastizität der Arterien und vermindert die Ausschüttung von Stresshormonen. Ein Stadtspaziergang hingegen hat keinen dieser Effekte. Was macht den Waldspaziergang so gesund? Klar ist, dass Sauerstoff, Ruhe und ätherische Duftstoffe Körper und Geist guttun. Außerdem ist die Luft im Wald fast frei von Staub – erreicht nur ein bis zehn Prozent der Staubkonzentration in Städten. Ein Traumwert (nicht nur für Asthmatiker), an den sonst nur Gebirgs- oder Seeluft herankommt.

 

Blumendüfte stärken unser Immunsystem

Zart recken sie ihre Köpfchen ins Licht, kleine Blüten trauen sich zwischen Steinen und Moos hervor – Pflanzen sprechen nicht nur unser ästhetisches Bewusstsein an, sie kommunizieren auch mit unserem Immunsystem. Forscher haben entschlüsselt, dass sie sogenannte Terpene abgeben – (Duft-)Stoffe, die überall auf Wiesen und in Wald umherschwirren. Den Pflanzen dienen sie dazu, Insekten anzulocken, sich vor Schädlingen oder Sonneneinstrahlung zu schützen. Doch diese geheimnisvollen Stoffe spielen nicht nur in der Kommunikation zwischen Pflanzen und Tieren eine Rolle – auch unser Körper, insbesondere unser Immunsystem, reagiert auf sie. Studien zeigen, dass sie die Bildung und Aktivität natürlicher Killerzellen und bestimmter Anti-Tumor-Proteine aktivieren. Bereits ein einziger Tag im Wald steigert die Zahl der Abwehrzellen im Blut für sieben Tage um 40 Prozent. Wer zwei bis drei Tage Waldluft schnuppert, profitiert sogar 30 Tage von stärkeren Abwehrkräften.

 

Nichts entspannt mehr als ein Picknick an den Ufern eines Sees

Stille Wasser von Seen oder etwas größeren Teichen üben einen Zauber auf uns aus. Geradezu magisch ziehen sie uns beim Spazieren gehen an, verbreiten eine tiefe Ruhe um sich herum, in der wir uns nur zu gern niederlassen. Für diese Anziehungskraft gibt es auch eine wissenschaftliche Erklärung: Ruhenden Gewässern begegnet der älteste Teil unseres Gehirns, das limbische System, mit Signalen zur Entspannung.

 

Einfach mal vom Weg abweichen

Die schönsten Blumen locken immer fernab des Weges und es lohnt sich, ihnen zu folgen und einfach mal querwaldein zu laufen. Denn dadurch finden wir nicht nur kleine Blumenwunder – auch die Seele profitiert. „Being-Away-Effekt“ nennen Psychologen das, was das Abenteuer Wildnis bei uns auslöst. Denn plötzlich sind wir frei von den Ansprüchen, Forderungen und Meinungen, mit denen wir im Alltag konfrontiert sind. Wir dürfen sein, wie wir sind, fühlen uns angenommen, werden nicht kontrolliert oder beurteilt. Dieses Wegsein hat eine ausgesprochen heilsame Wirkung auf unsere Psyche: Studien zeigen, dass z. B. Körperbild- und Essstörungen dadurch therapiert werden können. Es findet eine Art Versöhnung mit dem eigenen Körper statt, Komplexe und Selbstzweifel werden gelindert, das Selbstbewusstsein steigt.

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