Spargelsaison 2017: Alles, was Sie über das Gemüse wissen müssen

Carolin Banser
Spargel
Traditionell beginnt die Spargelsaison etwa Ende April und endet am Johannistag, dem 24. Juni © Fotolia

Es ist wieder Spargelzeit! Wegen des warmen Februars schmeckt er dieses Jahr besonders gut. Doch Spargel ist mindestens genauso gesund, wie er lecker ist. Zeit, das Freilandgemüse vor dem Kauf einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Spargel-Saison ist eröffnet. Spargel ist im Frühjahr das liebste Freilandgemüse der Deutschen. Jeder Deutsche verzehrt im Durchschnitt 1,5 Kilogramm im Jahr.

 

Was macht den Spargel so gesund?

Spargel enthält wertvolle Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Vitamin A (0,03 mg/100 g) zur Stärkung der Sehkraft, Vitamin E (2,1 mg/ 100 g) für den Zellschutz und die für das Nervensystem unerlässlichen B-Vitamine. Außerdem punktet er mit Kalium (280 mg/100g). Der Mineralstoff reguliert den Herzrhythmus, senkt den Blutdruck und stärkt das Herz. Das Gemüse ist ein wichtiger Kalziumlieferant (22 mg/ 100 g) und fördert damit die Gesundheit von Knochen und Zähnen. Der im Spargel enthaltene Stickstoff (350 mg/ 100 g) regt die Nierentätigkeit an und unterstützt den Körper somit beim Entgiften. Ein weiterer Bonus: Der hohe Wasseranteil sättigt und polstert die Haut auf, lässt sie jung und glatt aussehen.

 

Welche Sorte ist gesünder: weißer oder grüner Spargel?

Grüner Spargel enthält mehr Vitamine, Chlorophyll, Mineralstoffe und Eiweiße als weißer Spargel und ist damit noch gesünder.

Grüner Spargel
Grüner Spargel schmeckt nicht nur aromatischer, er ist auch gesünder als weißer Spargel© Fotolia
 

Die Spargel-Diät

Spargel hat zudem nur 150 Kalorien pro Kilogramm. Das Königsgemüse ist damit einer der besten Schlankmacher unter allen Gemüsesorten, denn Fruchtsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aktivieren den Stoffwechsel. Das Gemüse entgiftet den Körper, unterstützt eine geregelte Verdauung und kurbelt zugleich die Fettverbrennung an.

 

 Woran erkennt man frischen Spargel?

„Er sollte leicht glänzen, die Köpfchen sollten geschlossen sein. Außerdem sollte er quietschen, wenn man ihn aneinanderreibt“, erklärt Simon Schumacher (37), Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. Zudem sollte die Schnittfläche beim Zusammendrücken leicht feucht sein. Lassen Sie besser die Finger vom Spargel, wenn sich die Stangen biegen lassen oder andere Zeichen von Austrocknung zu erkennen sind.

Frischer Spargel
Frischen Spargel erkennen Sie daran, dass er quietscht, sobald Sie zwei Stangen aneinanderreiben© Fotolia
 

Wie bleibt Spargel frisch?

Stellen Sie die Spargelstangen wie einen Blumenstrauß aufrecht in eine Vase. So bleibt der Spargel prall und saftig, ohne zu verholzen. Alternativ wickeln Sie die frischen Stangen in ein feuchtes Tuch und lagern sie im Kühlschrank.

 

Wie lässt sich Spargel am besten schälen?

Dieser Trick hilft: Legen Sie die Stangen für zehn Minuten in kaltes Wasser. So saugt sich die Schale voll Wasser, wird wieder härter und lässt sich deutlich leichter abziehen.

 

Wie lange sollte Spargel kochen?

Faustregel: Je nach Dicke kocht weißer Spargel in zehn bis 15 Minuten bissfest. Grüner Spargel braucht rund zwölf Minuten. Gedämpft oder gebraten geht es schneller: Zwölf Minuten bei weißem, acht Minuten bei grünem Spargel. Frisch gekochter Spargel sollte abdampfen, sonst verbindet sich das Gemüse schlecht mit der Soße und verwässert sie. Stellen Sie den Topf mit dem Spargel nach dem Abgießen am besten ohne Deckel auf die heiße Herdplatte. Tipp: Die Stangen in Alufolie einpacken, in den Ofen geben und bei 80 Grad 90 Minuten lang garen – so bleibt er knackig und vitaminfrisch und wird zu einer echten Delikatesse.

 

Wie teuer ist er dieses Jahr?

Spargelliebhaber müssen in diesem Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen. Grund ist vor allem der Mindestlohn: „Die Produktionskosten sind um 20 Prozent gestiegen, der Kilopreis wird im Schnitt zwischen sechs und sieben Euro liegen.“ Das wären 60 Cent mehr als in der Saison 2014 (6,11 Euro). Tipp: Nutzen Sie die Saison und schaffen Sie einen Vorrat: Stangen schälen, nebeneinander auf einem Tablett anfrieren. Dann portionsweise verpacken und einfrieren.

Spargelschäler
Spargel lässt sich besser schälen, wenn Sie ihn zuvor für zehn Minuten in kaltes Wasser legen© Fotolia
 

Ist übermäßiger Spargelgenuss schädlich?

Die schlanken Stangen können einen Gichtanfall auslösen. Im Spargel sind besonders viele sogenannte Purine enthalten. Diese Substanzen werden im Körper zu Harnsäure umgewandelt, die im Normalfall über die Niere mit dem Harn ausgeschieden wird. Durch den Spargel-Verzehr steigt die Menge an Harnsäure im Körper allerdings an und die Substanz wird zu Harnsäurekristallen. Diese lagern sich vor allem in Finger- und Zehengelenken ab. Ein schmerzhafter Gichtanfall kann die Folge sein. Wissenschaftler raten Gichtkranken daher, lieber ganz auf Spargel zu verzichten. Gesunde Menschen können aber bedenkenlos Spargel essen.

 

10 verblüffende Fakten über Spargel, die Sie noch nicht kennen

1 Der oder die?

Im Norden ist er männlich, in Süddeutschland weiblich. So heißt es dort „die Spargel“ (Mehrzahl: Spargeln).

2 Eigene Redewendung

„Der kann Spargel quer essen!“ Das kriegen oft Menschen zu hören, die einen sehr breiten Mund haben.

3 Saison endet am 24. Juni

Am Johannistag ist Schluss. Der Grund: Bis zum ersten Frost dauert es mindestens noch 100 Tage. Diese Zeit braucht der Spargel, um einen Busch zu bilden und Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln.

4 Schwierige Speise

Laut Knigge-Gesellschaft gilt das Gemüse als „schwierig“, was die Tischsitten angeht. Der Verzehr mit den Fingern ist zwar erlaubt (Besteck aus Silber und nicht rostfreiem Stahl läuft an), wird aber nicht empfohlen.

5 Gut für die Liebe

Spargel werden viele positive Eigenschaften nachgesagt: Er soll blutreinigend wirken, schlank machen und den Bluthochdruck senken. Bekannt wurde er im 16. Jahrhundert jedoch als Aphrodisiakum.

Spargel mit roten Beeren
Die roten Beeren des Spargellaubes sind gering giftig: Sie können Erbrechen und Bauchschmerzen hervorrufen© Fotolia

6 Manchmal macht er den Rambo

"Linda"? "Helene"? Solche Namen sind was für Weichgemüse! Spargel hört am liebsten auf kernige Bezeichnungen. Die Sorte "Rambo" etwa hat besonders dicke Stangen und ein kräftiges Aroma.

7 Er hat einen "Doktortitel"

Spargel (lat. Asparagus) hilft bei Blasen- und Harnwegsinfektionen, wird seit 5000 Jahren als Heilpflanze eingesetzt. Das verrät übrigens auch sein lateinischer Beiname "officinalis" – denn diesen dürfen nur Pflanzen tragen, die im medizinischen Bereich Verwendung finden.

8 Vorsicht, wenn er es zu bunt treibt!

Lässt man ihn, wächst der Spargel zum Strauch mit saftig roten Beeren. Doch die sind keineswegs so genießbar wie die Stange: Schon fünf bis sieben von ihnen können zu Erbrechen und Bauchschmerzen führen.

9 Auch als "Tatort" war er ein Hit

Im Oktober 2010 führte die Krimireihe ihre Ermittler Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) zu einem Mord auf einen Spargelhof. "Spargelzeit" wurde mit rund 10,5 Mio. Zuschauern die erfolgreichste "Tatort"-Folge seit 13 Jahren.

10 Bis zur Ernte ist es ein langer Weg

Gut Spargel will Weile haben: Vom Samen bis zur Stange lässt er sich bis zu drei Jahre Zeit! Deshalb werden zur Anlage von Spargelbeeten meistens bereits ein- bis zweijährige Triebe gepflanzt. Diese können dann bei optimaler Pflege bis zu zehn Jahre lang beerntet werden.

Nach dem Spargelessen scheiden sich die Menschen: in diejenigen, deren Urin ein strenges Aroma verströmt und in die anderen, bei denen er riecht wie immer. Den Grund für diesen Unterschied, verraten wir Ihnen in diesem Video:

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