Spargel-Urin: Woher kommt der komische Geruch?

Rasmus Cloes
Inhalt
  1. Eine Säure ist schuld am Spargel-Urin
  2. Die Deutschen lieben Spargel
  3. Unterschiede zwischen grünem, weißem und violetten Spargel
  4. 3 Tipps für Spargelköche

Warum riecht nach dem Spargelgenuss der Urin so komisch? Ist das sogar gefährlich oder eher ein gutes Zeichen? Lesen Sie hier die Antwort!

Ist der strenge Geruch des Urins Beweis für die entgiftende Wirkung des Spargels? Alles Quatsch! Das edle Gemüse entschlackt zwar, mit dem Geruch hat das aber nichts zu tun.

 

Eine Säure ist schuld am Spargel-Urin

Schuld an dem Geruch ist die Spargelsäure Asparagin, die durch ein Enzym in stark riechende Schwefel-Verbindungen gespalten und mit dem Urin ausgeschieden wird. Das passiert übrigens nicht bei jedem Menschen: Etwa 40 Prozent fehlt das Enzym. Gesund ist Spargel aber auch für diese.

Er enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und hat zudem nur 150 Kalorien pro Kilogramm. Asparaginsäure und Kalium regen die Nierenfunktion an und sind harntreibend. Daher eignet sich Spargel zum Ausschwemmen von Schadstoffen – bei einigen jedoch mit der üblen Nebenwirkung des stinkenden Spargel-Urins. In der Volksmedizin wurde er wegen dieser Wirkung zum Beispiel bei Blasenentzündungen eingesetzt.

 

Die Deutschen lieben Spargel

Alle Spargelsorten sind sehr nährstoffreich und Kalorienarm, da sie zu 95 Prozent aus Wasser bestehen.
Alle Spargelsorten sind sehr nährstoffreich und Kalorienarm, da sie zu 95 Prozent aus Wasser bestehen. © iStock/ti-ja

In den vergangenen fünf Jahren verzehrte jeder Deutsche im Durchschnitt 1,5 Kilogramm Spargel im Jahr. „Das macht Deutschland zum Weltmeister im Spargelessen“, sagt Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. Jährlich werden 100.000 Tonnen deutscher Spargel geerntet. Etwa 92 Prozent davon sind weißer Spargel, der auch Bleichspargel genannt wird. Vor 200 Jahren aßen die Deutschen übrigens in erster Linie grünen Spargel. Auch heute wird in den meisten Ländern, beispielweise in den USA oder England, grüner Spargel verzehrt. Der weiße Spargel ist vielen Menschen gar kein Begriff. Noch unbekannter als der weiße ist dagegen der violette Spargel. In Frankreich ist er allerdings besonders beliebt und gilt als Delikatesse. 

 

Unterschiede zwischen grünem, weißem und violetten Spargel


Erntezeit für alle Spargelsorten ist Ende April bis Juni. Weißer Spargel wächst unter der Erde und wird gestochen, wenn sein Köpfchen aus der Erde herausragt. Grüner Spargel wächst dagegen bereits in der Sonne und bildet dadurch die Photosynthese, was seine Farbe (grün) erklärt. Weißer Spargel, der für kurze Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, färbt seine Spitzen violett. Je nach Wetterlage kann das einige Tage oder auch nur ein paar Stunden dauern. Der violette Spargel galt lange als minderwertig und überreif. Mittlerweile weiß man aber: Der violette Spargel ist besonders gesund, denn mit der Färbung schützt sich der Spargel vor dem Sonnenlicht bzw. der schädlichen UV-Strahlung. Die ausgeschüttete Substanz schützt aber nicht nur den Spargel, sondern ist auch gut für den Menschen. Der für den Sonnenschutz ausgeschüttete Stoff namens Anthozyan verhindert die Entwicklung von Krebszellen. Der Geschmack ist nussiger und würziger als der des weißen Spargels. Obwohl er beim Schälen wieder weiß wird, bleiben die gesunden Stoffe weiterhin enthalten. 

 

Die gesunden Bestandteile sind vor allem in den Spargelspitzen, deswegen sollten sie immer aus dem Wasser schauen.
Die gesunden Bestandteile sind vor allem in den Spargelspitzen, deswegen sollten sie immer aus dem Wasser schauen.  © iStock/MmeEmil
 

3 Tipps für Spargelköche

Frisch halten

Stellen Sie die Spargelstangen wie einen Blumenstrauß aufrecht in eine Vase. So bleibt der Spargel prall und saftig, ohne zu verholzen. Alternativ wickeln Sie die frischen Stangen in ein feuchtes Tuch und lagern sie im Kühlschrank.

Schlau schälen

Etwas älterer Spargel lässt sich oft nur schwer schälen. Dieser Trick hilft: Legen Sie die Stangen für zehn Minuten in kaltes Wasser. So saugt sich die Schale voll Wasser, wird wieder härter und lässt sich deutlich leichter abziehen.

Auf den Punkt garen

Faustregel: Je nach Dicke kocht weißer Spargel in 10–15 Minuten al dente, also bissfest. Grüner Spargel braucht rund 12 Minuten. Gedämpft oder gebraten geht’s schneller: 12 Minuten bei weißem, 8 Minuten bei grünem Spargel.

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