Soziopath/Psychopath: Was ist der Unterschied?

Julia Brandt Medizinjournalistin

Unsozial, grenzenlos, ohne Reue: Sowohl Soziopathen als auch Psychopathen leiden unter einer Persönlichkeitsstörung. Sie handeln mal impulsiv, mal manipulativ – und immer mit wenig Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Doch wo liegt der Unterschied zwischen einem Soziopathen und einem Psychopathen?

Inhalt
  1. Was ist ein Soziopath?
  2. Was ist ein Psychopath?
  3. Soziopath/Psychopath: Wo liegt der Unterschied?
 

Was ist ein Soziopath?

Von null auf hundertachtzig: Soziopathen lassen sich bereits durch Kleinigkeiten aus der Fassung bringen, reagieren gereizt und aggressiv, ohne mögliche Konsequenzen einzubeziehen. Soziopathie ist eine Form der sogenannten dissozialen Persönlichkeitsstörungen. Diese Störung zeigt sich oft schon in der Kindheit oder in der frühen Jugend.

Typisch für Menschen mit Soziopathie ist es, dass sie soziale Regeln und Verpflichtungen missachten und zu Gewalt neigen. Gleichzeitig fehlt es ihnen an Einfühlungsvermögen (Empathie), was es ihnen schwer macht, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Sie sind sich keiner Schuld bewusst und lernen nicht aus Bestrafung. Daher kommen sie auch leicht mit dem Gesetz in Konflikt.

 

Was ist ein Psychopath?

Psychopathie ist eine extreme Form der dissozialen Persönlichkeitsstörungen. Psychopathen sind chronische Lügner. Sie betrügen und manipulieren ihre Mitmenschen, nutzen andere aus und handeln ohne Schuldbewusstsein und Reue. Oft zeigt sich bei ihnen zudem ein übersteigertes Selbstwertgefühl.

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Auch wenn längst nicht alle Psychopathen kriminell werden, wundert es nicht, dass sich unter Schwerstkriminellen häufig Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung finden. Denn sie verfügen über die Fähigkeit, anderen schweren Schaden zuzufügen, ohne dass sie dabei ein schlechtes Gewissen entwickeln.

 

Soziopath/Psychopath: Wo liegt der Unterschied?

Sowohl Soziopathen als auch Psychopathen haben Schwierigkeiten damit, sich an Regeln zu halten. Sie verhalten sich unsozial und häufig kriminell – das haben beide Typen gemeinsam. Ein entscheidender Unterschied zwischen einem Soziopathen und einem Psychopathen liegt darin,

dass es Psychopathen vollständig an Empathie oder Moralvorstellungen mangelt. Das macht sie oft noch gefährlicher. Soziopathen haben durchaus Gefühle, können sie jedoch nicht kontrollieren. Psychopathen hingegen sind unfähig, etwas zu empfinden.

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Unterschiede zwischen Soziopathen und Psychopathen lassen sich auch in ihrer Außenwirkung ausmachen: Während Soziopathen aufgrund ihres auffälligen und impulsiven Verhaltens unbeliebt sind und entsprechend selten in Beziehungen leben, wirken Psychopathen auf ihre Mitmenschen oft normal und häufig sogar charmant.

Psychopathen verhalten sich nicht impulsiv, sondern im hohen Maße manipulativ – das macht es schwierig, einen Psychopathen zu erkennen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass zum Beispiel psychopathische Serienmörder scheinbar gut eingegliedert in die Gesellschaft mit Partner und Kinder leben.

Quellen:

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