Sorbitintoleranz: Was darf ich essen?

Redaktion PraxisVITA

Wer an einer Sorbitintoleranz leidet, reagiert empfindlich auf den Zuckeralkohol Sorbit (auch Sorbitol, E 420). Er wird von der Industrie als künstlicher Zuckeraustauschstoff eingesetzt, steckt aber auch von Natur aus in einigen Lebensmitteln. Bei einer Sorbitunverträglichkeit sollte man diese Lebensmittel meiden.

Sorbitintoleranz: Junge Frau liegt mit Bauchschmerzen auf dem Sofa
Eine Sorbitintoleranz kann zu Bauchschmerzen und Blähungen führen Foto:  iStock-1150013526 Charday Penn
Inhalt
  1. Was ist Sorbit? 
  2. Süße für Diabetiker: der Zuckeraustauschstoff Sorbit
  3. Sorbitintoleranz bzw. Sorbitunverträglichkeit
  4. Was geschieht bei zu viel Sorbit?
  5. Welche Lebensmittel enthalten Sorbit?
  6. Sorbitfreie Lebensmittel
 

Was ist Sorbit? 

Sorbit ist ein Zuckeraustauschstoff. Er wird in der Industrie vor allem zum Süßen von Lebensmitteln verwendet, häufig ist er in Backwaren zu finden. Sorbit sollte aber nicht mit Süßstoff verwechselt werden: Genau wie Fruktose gehört er zu den Zuckeralkoholen, wird aus natürlichen Rohstoffen gewonnen und mithilfe von Glukose-Enzymen hergestellt. Unter „Süßungsmittel Sorbit“ oder „Süßungsmittel E 420“ muss er in der Zutatenliste gekennzeichnet sein. Daneben wird Sorbit aber auch als Feuchthaltemittel oder in Speiseeis eingesetzt. Außerdem kommt er von Natur aus in einigen Lebensmitteln vor.

 

Süße für Diabetiker: der Zuckeraustauschstoff Sorbit

Pro Gramm enthält der Zuckeralkohol rund 2,4 Kalorien und damit nur knapp halb so viel wie normaler Haushaltszucker (Saccharose) mit 4 Kalorien pro Gramm. Da für seine Verstoffwechselung im Körper kein Insulin gebraucht wird, ist Sorbit als Zuckeraustauschstoff wunderbar für Diabetiker geeignet. So müssen auch sie nicht auf die Süße in vielen Lebensmitteln verzichten.

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Sorbitintoleranz bzw. Sorbitunverträglichkeit

Eine Sorbitintoleranz (auch: Sorbitunverträglichkeit oder Sorbitmalabsorption) ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Normalerweise wird Sorbit über die Darmwand ins Blut aufgenommen und in der Leber abgebaut. Ist die Aufnahme von Sorbit im Dünndarm gestört, kann es zu Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen. Auch Völlegefühl und Müdigkeit zählen zu den Symptomen. Eine Unverträglichkeit wird mit einem H2-Atemtest diagnostiziert, bei dem der Anteil der Gase gemessen wird, die nur Dickdarmbakterien verursachen. 

Bei einer Sorbitintoleranz sollte mindestens 14 Tage lang auf Lebensmittel mit dem Zuckeralkohol verzichtet werden. Sind die Symptome abgeklungen, können Betroffene langsam wieder sorbithaltige Produkte auf den Speiseplan setzen. Ziel ist es, die eigene Toleranzgrenze herauszufinden. Anders als bei anderen Intoleranzen können im Fall von Sorbit oftmals kleine Mengen des Stoffs – zwischen 10 und 20 Gramm am Tag –  verträglich sein. 

Hinweis: Auch viele Menschen mit einer Fruktoseintoleranz reagieren auf Produkte mit Sorbit.

 

Was geschieht bei zu viel Sorbit?

Zu viel Sorbit wirkt abführend, auch wenn man nicht an einer Unverträglichkeit leidet. Eine Menge von bis zu 5 Gramm Sorbit täglich gilt laut Ernährungsexperten als unbedenklich. Wird der Zuckeralkohol hingegen in größeren Mengen aufgenommen (20 Gramm oder mehr), reagieren darauf nahezu alle Menschen mit Durchfall und Bauchkrämpfen. So viel Sorbit steckt etwa in einer Portion Diätmarmelade (30 Gramm).

Deshalb müssen Produkte mit einem Sorbit-Anteil von über 10 Prozent einen entsprechenden Hinweis auf der Verpackung kenntlich machen (z. B. „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“). 

 

Welche Lebensmittel enthalten Sorbit?

Der Zuckeralkohol findet sich natürlicherweise in verschiedenen Obstsorten wie Stein- und Kernobst, und zwar sowohl in frischen Früchten als auch in Dosen. Trockenobst enthält besonders viel Sorbit, da das Obst Wasser und Gewicht verliert, der Sorbitgehalt aber gleich bleibt. Ähnlich verhält es sich bei Marmeladen, die aus diesen Früchten hergestellt werden. 

Zu den von Natur aus sorbithaltigen Lebensmitteln zählen:
• Pflaumen
• Birnen
• Pfirsiche
• Aprikosen
• Kirschen
• Äpfel
• Weintrauben
• Marmeladen, Trockenobst und Säfte aus diesen Früchten

Zu den Lebensmitteln mit dem Zuckeraustauschstoff gehören:
• Backwaren und Fertiggerichte
• Bonbons
• Fruchtsäfte
• Eis
• Kaugummi
• Müsliriegel
• Schokolade
• zuckerfreie (Diät-)Produkte (z. B. Bonbons und Kaugummis)

Sorbit versteckt sich als Teil einer chemischen Verbindung auch hinter weiteren E-Nummern, zum Beispiel E 432, E 433, E 434, E 435 und E 436 – da lohnt es sich, die Zutatenliste genau anzuschauen. Daneben steckt Sorbit in manchen Medikamenten und in fast jeder Zahnpasta: Hier reduziert es die Säureproduktion und wirkt Karies entgegen. Weil man Zahnpasta in der Regel ja aber nicht schluckt, ist das unbedenklich. Lediglich bei Kindern ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe ratsam.

 

Sorbitfreie Lebensmittel

Wer unter einer Sorbitintoleranz leidet, sollte auf Lebensmittel ohne bzw. mit wenig Sorbit zurückgreifen. Dazu gehören unter anderem: 

• Ananas
• Bananen
• Rote und schwarze Johannisbeeren
• Stachelbeeren
• Eier
• Gemüse (z.B. Paprika, Spinat, Auberginen, Radieschen, Brokkoli, Erbsen, Fenchel, Oliven, Spargel, Zwiebel)
• Getreide
• Kartoffeln
• Kiwi
• Melonen
• Reis
• Unverarbeitetes Fleisch
• Öl und Essig

Grundsätzlich gilt: Um Sorbit zu vermeiden, sollte man auf sorbithaltige Lebensmittel weitestgehend verzichten, die Zutatenlisten genau lesen und vor allem auf seinen Bauch hören. So kann man auch mit einer Sorbitintoleranz problemlos leben.

Quellen:

In welchen Lebensmitteln steckt Sorbit? in: projekte.meine-verbraucherzentrale.de
Sorbitintoleranz in: dasgastroenterologieportal.de
Sorbitintoleranz in: nmidb.de
Sorbit in: vgms.de
Vorsicht bei zuckerreduzierten Lebensmitteln in: ndr.de

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