Sonnenhut in der Schwangerschaft – unbedenklich oder gefährlich?

Carolin Banser Medizinredakteurin
Echinacea
Leidet eine Schwangere an Erkältungssymptomen, darf sie zu Echinacea greifen. Aber: Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft immer mit dem Arzt abzusprechen © Fotolia

Der Purpur-Sonnenhut, besser bekannt als Echinacea, gilt als eine der besten Pflanzen zur Immunstärkung. Während der Schwangerschaft ist die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Echinacea allerdings umstritten. Eine neue Studie bringt Klarheit.

Auch pflanzliche Medikamente können Nebenwirkungen haben. Deshalb müssen vor allem Schwangere besonders gut aufpassen, damit scheinbar harmlose Pflanzen-Arzneien ihnen und ihrem Kind nicht schaden. Als gefährlich gelten Petersilie, Frauenminze und Wacholder, da sie Fehlgeburten begünstigen können. Traubensilberkerze (zur Wehenförderung) kann die Herzfunktion stören und einen Sauerstoffmangel beim Kind verursachen. Auch die Einnahme von Echinacea galt bislang als bedenklich: Kanadische Forscher hatten beobachtet, dass es bei der Einnahme von Echinacea-Extrakten während der Schwangerschaft vermehrt zu Spontanabgängen kam. Eine aktuelle Studie schwächt diese These jedoch ab.

 

Echinacea in der Schwangerschaft

Demnach geht die Einnahme von Echinacea in der Schwangerschaft nicht mit einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen oder anderen negativen Auswirkungen für den Schwangerschaftsverlauf einher. Das ergab die aktuell veröffentlichte norwegische Mutter-und-Kind-Beobachtungsstudie (Mother and Child Cohort Study, MoBa).

In der Studie wurden Daten von 68.522 Frauen (Entbindungen vor 2002) sowie die Daten ihrer Kinder ausgewertet. Alle Angaben wurden mit drei Fragebögen erfasst, die von den Frauen jeweils in den Schwangerschaftswochen 17 und 30 sowie sechs Monate nach der Entbindung ausgefüllt wurden. Der jeweilige Schwangerschaftsausgang wurde über das Medizinische  Geburtenregister erfasst. 
363 (0,5 Prozent) der Frauen hatten in der Schwangerschaft ein Echinacea-Präparat verwendet. Auffällig war, dass die Echinacea-Verwenderinnen ein höheres Alter und einen höheren Anteil an Nichtraucherinnen im Vergleich zur Gesamtheit der Jahrgänge aufwiesen. 
In Deutschland ist eine Vielzahl pflanzlicher, homöopathischer oder sogenannter anthroposophischer Präparate (regen die Selbstheilung an) mit unterschiedlichsten Zubereitungen aus Echinacea purpurea, Echinacea pallida oder Echinacea angustifolia im Handel, deren Anwendung laut aktueller Zulassung in der Schwangerschaft nicht anwendbar oder in unterschiedlichem Umfang eingeschränkt ist.

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