Sonnenfinsternis – So schützen Sie Ihre Augen

Rasmus Cloes
Eine Sonnenfinsternis
Die Sonnenfinsternis am 20. März wird ein Spektakel - trotzdem sollten Sie unbedingt Ihre Augen schützen © Fotolia

Am 20. März werden wir die Köpfe in Richtung der Sonne recken. Dann werden wir Teil einer partiellen Sonnenfinsternis. Ein echtes Erlebnis – bei dem Sie Ihre Augen schützen sollten.

Haben Sie am 20. März frei? Dann haben Sie Glück. Denn in den Vormittagsstunden können Sie das seltene Erlebnis einer Sonnenfinsternis genießen. Zwar verdeckt der Mond die Sonne bei uns nicht ganz, sondern nur zu einem Teil, aber das Spektakel ist doch aufregend genug. Je weiter nördlich Sie wohnen, umso besser.

 

Totale Sonnenfinsternis über dem Nordatlantik

Besonders dunkel wird es im Nordwesten Deutschlands, hier schiebt sich der Mond am weitesten über die Sonne. Das Gestirn ist dann zu 80 Prozent bedeckt. Weiter südlich in Bayern sind es immerhin noch 68 Prozent. Am eindrucksvollsten ist es allerdings weit außerhalb Deutschlands. Im Nordatlantik herrscht an diesem Tag für knapp drei Minuten eine totale Sonnenfinsternis. Das heißt, der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne. Der Himmel verfinstert sich vollkommen. Aber um dieses Naturschauspiel zu erleben, müssten Sie schon auf die unwirtlichen Färöer-Inseln reisen. Selbst in Island ist die Sonnenfinsternis nur noch abgeschwächt zu sehen. In Deutschland können wir die partielle Sonnenfinsternis je nach Standort zwischen 9.30 Uhr und 12 Uhr sehen. Am dunkelsten wird es zwischen 10.40 Uhr und 10.45 Uhr.

Es handelt sich am 20. März um eine totale Sonnenfinsternis, die allerdings außerhalb einer schmalen Kernzone nur als partielle Sonnenfinsternis wahrgenommen werden kann. An ein und demselben Ort findet eine totale Sonnenfinsternis nur etwa alle 360 Jahre statt. Selten, unerklärlich - und deshalb in früheren Zeiten oft ein Zeichen eines höheren Wesen. Entsprechend starke Emotionen löste das Phänomen auch aus.

So schrieb etwa der Dichter Adalbert Stifter über die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842: "Nie und nie in meinem Leben war ich so erschüttert." Heute, da wir viel mobiler sind, könnten wir dagegen theoretisch immer mal wieder eine totale Sonnenfinsternis erleben, wir müssten ihr nur sozusagen entgegen reisen. Im Schnitt verfinstert sich die Sonne nämlich alle 18 Monate irgendwo auf der Erde komplett.

 

Sonnenfinsternis – So schützen Sie Ihre Augen

Wissenswertes über eine Sonnenfinsternis

Die ältesten Berichte über eine Sonnenfinsternis stammen aus dem alten China aus der Zeit um 2 000 v. Chr. Mit den Worten "als Sonne und Mond nicht friedlich zusammen wohnen wollten" wird in einer Chronik das ungewöhnliche Naturphänomen umschrieben, das man damals übrigens schon vorausberechnen konnte. Als einmal ein Hofastrologe wegen Trunkenheit eine Sonnenfinsternis nicht rechtzeitig vorhergesagt hatte, wurde er zur Strafe geköpft. Allem Wissen zum trotz: Bei den Menschen auf dem Land löste das Spektakel, wenn die kraftspendende Sonne sich auf einmal am helllichten Tag verdunkelte, nichts als Entsetzen aus.

Wenn Sie die Sonnenfinsternis genießen wollen, schützen Sie unbedingt Ihre Augen. Schauen Sie nie mit bloßen Augen in die Sonne, auch eine normale Sonnenbrille reicht hier nicht aus. Vielmehr sollten Sie eine sogenannte "Finsternisbrille" benutzen, eine einfache Pappbrille, die mit einer speziellen Folie mit sehr hohem Filterfaktor überzogen ist (im Handel, ab 1,90 Euro, fragen Sie Ihren Optiker). Wer ein Fernglas oder Teleskop benutzt, sollte es ebenfalls mit einem Sonnenfilter ausrüsten, denn durch die Vergrößerung wird die Intensität der Strahlen sogar noch verstärkt. Den besten Blick haben Sie von einer Sternwarte aus. Und ein wenig Aufwand sollte Ihnen das Erlebnis schon wert sein: Die nächste Sonnenfinsternis dieser Art erleben wir erst wieder im Jahr 2026. Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland sogar erst wieder 2081.

Die letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland ist noch gar nicht so lange her und sicherlich vielen noch in Erinnerung. Am 11. August 1999 verdunkelte sich Mitteleuropa für wenige Minuten. Der Kernschatten des Mondes bewegte sich an diesem Tag um die Mittagszeit auf einer Linie Saarbrücken-Karlsruhe-Stuttgart-Augsburg-München. Hier sollte das Schauspiel damals besonders eindrucksvoll sein. Doch das groß angekündigte Spektakel, für das sich viele extra frei genommen und spezielle Sonnenbrillen gekauft hatten, floppte vielerorts, weil zur Unzeit Wolken und Regen aufzogen. So wurde etwa Stuttgart zum "Mekka der totalen Regenfinsternis", wie eine Zeitung damals schrieb. Der "Erfolg" einer Sonnenfinsternis hängt eben nicht zuletzt auch vom richtigen Wetter ab.

Hamburg, 18. März 2015

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