Sonnenbrand auf den Augen: Ist das überhaupt möglich?

Redaktion PraxisVITA

Ja, Sonnenbrand auf den Augen ist tatsächlich möglich. Der ungeschützte Blick in die Sonne kann buchstäblich ins Auge gehen. Umso wichtiger ist es, Augen vor Sonnenbrand zu schützen.

Inhalt
  1. So entsteht der Sonnenbrand auf den Augen
  2. Falsche Sonnenbrille schadet den Augen
  3. Gerötete Augen: Ein Symptom von Sonnbrand auf den Augen?
  4. Was hilft bei Sonnenbrand auf den Augen?
  5. Mit der richtigen Sonnenbrille Sonnenbrand auf Augen vorbeugen
  6. Wie sollte die Sonnenbrille sitzen?
  7. Was passiert bei Sonnenbrand auf den Augen?

Zu lange in die strahlende Sonne geschaut und schon ist es passiert: Sonnenbrand auf den Augen. Die Haut vor aggressiven UV-Strahlen zu schützen, ist für die meisten wohl selbstverständlich. Gerne vergessen werden dabei aber die Augen, denen die UV-Strahlung ebenso schadet. Dabei ist der richtige Schutz vor Sonnenbrand-Augen gar nicht so schwer. Aber auch, wenn es bereits zu spät ist, gibt es einige Möglichkeiten, um Sonnenbrand im Auge zu behandeln.

Frau von hinten, Strand, Sonnenhut
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So entsteht der Sonnenbrand auf den Augen

Rote Augen durch die Sonne, also Sonnenbrand in den Augen ist besonders in Gegenden mit hoher UV-Strahlung riskant. Für die Augen ist die hohe Lichtintensität nämlich genauso schädlich wie für die Haut. Horn- und Bindehaut werden bei übermäßiger Sonneneinstrahlung „verbrannt“. Diese Verbrennung wird auch Photo-Keratitis oder Verblitzung genannt. Geläufiger ist es, von Sonnenbrand auf den Augen zu sprechen. Der Augen-Sonnenbrand entsteht dann, wenn zu starke UV-Strahlung auf Horn- und Bindehaut der Augen trifft. Ein Blendschutz hilft dagegen. Anders als bei Sonnenschutzmitteln auf der Haut, kann der falsche Blendschutz für die Augen sogar noch schädlicher und gefährlicher sein.

Frau blickt in die Sonne
Die Augen sollten genauso gut vor Sonne geschützt werden wie die Haut © iStock/mediaphotos

 

Falsche Sonnenbrille schadet den Augen

Die Augen reagieren ohne Sonnenbrille instinktiv richtig: Augenlider kneifen sich zusammen oder blinzeln, wenn es zu hell wird. Zusätzlich fungiert die Pupille als Sicherheitswächter. Bei starkem Lichteinfall verengt sie sich, um weniger Strahlung ins Augeninnere zu lassen.

Sollte die Sonnenbrille einen mangelnden oder sogar gar keinen UV-Filter haben, wird dieser Schutzmechanismus quasi ausgetrickst: Hinter den dunklen Gläsern werden die Augen nicht geblendet. Augenlider und Pupille bleiben geöffnet. Die Folge: Gefährliche UV-Strahlen oder Infrarot-Strahlen können ungehindert in Horn- und Bindehaut dringen. Das Licht schadet nicht nur Horn- und Bindehaut im Augenvordergrund, sondern kann auch die empfindlichen Sehzellen auf der Netzhaut im Augenhintergrund treffen. Die schwerwiegende Folge ist der heute immer weiter verbreitete „Gelbe Fleck“ – auch als Makuladegeneration bekannt.

Es ist übrigens auch keine gute Idee, eine Sonnenfinsternis durch ein rußgeschwärztes Glas zu betrachten – wie es immer mal wieder als Tipp durch Internetforen geistert. Blendschutz und UV-Schutz sind zwei verschiedene Dinge.

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Gerötete Augen: Ein Symptom von Sonnbrand auf den Augen?

Über Sonnbrand auf Augen weiß Dr. Susanne Schumacher-Roestel bestens Bescheid. Sie ist Augenärztin und betreibt ihre eigene Praxis in Plön. Laut ihr äußern sich verbrannte Augen u. a. durch: 

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Rötung
  • Tränen
  • Fremdkörpergefühl
 

Was hilft bei Sonnenbrand auf den Augen?

In der Selbstmedikation sollten Sonnenbrand-Augen nur kurzfristig und mit Vorsicht behandelt werden. Um die Beschwerden abzuklären und Augen behandeln zu lassen, empfiehlt sich der Gang zum Arzt. ,,Sonnenbrand" auf der Augenvorderfläche, also der Hornhaut, kann mit Vitamin A und pflegenden Salben oder speziellen Verbandkontaktlinsen behandelt werden. Auch ein paar Stunden Ruhe in einem abgedunkelten Raum können helfen. Die Hornhaut heilt bei Sonnenbrand auf Augen meist schnell wieder ab.

Frau am Strand mit Sonnenbrand auf Schulter und Arm.
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Bei gereizten Augen ist die Befeuchtung mit künstlichen Tränen hilfreich. Diese Präparate ohne Konservierungsmittel gibt es in der Apotheke oder beim Augenarzt. Gut tun auch Kompressen mit warmem, klarem Wasser oder ein Augenbad mit Augentrost (Vorsicht: keinen Kamillentee einsetzen, da die enthaltenen Gerbstoffe reizend wirken). Spezielle ,,Augenwannen" hierfür gibt es in der Apotheke. Wichtig: Das Reiben der verbrannten Augen sollte vermieden werden, da es die Rötung nur verstärkt.

 

Mit der richtigen Sonnenbrille Sonnenbrand auf Augen vorbeugen

Die Qualität sollte beim Kauf einer Sonnenbrille eine entscheidende Rolle spielen, immerhin kann sie Sonnenbrand auf den Augen vorbeugen. Im Handel ist Vorsicht geboten, denn dort sind auch Sonnbrillen mit einem ,,100-%-UV-Schutz"-Kennzeichen erhältlich. Nach geltender EU-Norm reicht dieser aber nur bis 380 Nm Wellenlänge beim Sonnenlicht. Experten kritisieren das und raten nachdrücklich zu Gläsern, die auch den UV-Grenzbereich bis 400 Nm abdecken. Der betreffe auch die langwelligen UVA-Strahlen, die besonders leicht ins Augeninnere vordringen können. Entsprechender Schutz ist im Innenbügel der Sonnbrille mit einem ,,UV-400"-Zeichen ausgezeichnet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Schutz einer Sonnenbrille beim Optiker prüfen zu lassen.

Sonnenbrillen im Regal
Die falsche Sonnenbrille kann den Augen mehr schaden als nützen Foto: iStock/michellegibson
 

Wie sollte die Sonnenbrille sitzen?

Um Sonnenbrand in Augen effektiv vorzubeugen, sollte die Sonnenbrille so groß sein, dass die Augen umfänglichen Schutz erhalten. Als ideal gilt es, wenn die Brille über den Gesichtsrand hinaus und bis zu den Augenbrauen reicht. Außerdem sollte die Brille nah am Gesicht sitzen, um das sogenannte Streulicht von oben oder von den Seiten abzufangen.

Zum Schutz vor Sonnenbrand auf Augen sollte die Sonnenbrille vor allem an Orten mit hoher Lichtintensität unverzichtbar sein. Doch auch in anderen Gegenden ist die Gefahr durch Reflektion nicht zu unterschätzen. Am Meer oder im Schnee, aber auch beim Lesen kann UV-Strahlung reflektiert werden und direkt die Augen treffen. Helle Buchseiten, glitzernde Wellen oder weißer Schnee reflektieren das UV-Licht, das dann gebündelt auf die Netzhaut trifft.

Frau mit Hut liest ein Buch am Strand
Bei hoher Lichtintensität – wie beim Lesen am Strand – sollten die Augen vor Sonnenbrand durch eine Sonnenbrille geschützt werden Foto: iStock/jakkapan21
 

Was passiert bei Sonnenbrand auf den Augen?

In harmloseren Fällen kommen Horn- und Bindehaut mit einem „roten Auge“ davon. Doch bei einem echten Sonnenbrand auf den Augen drohen neben Narben auf der Hornhaut auch starke Schmerzen. Denn die Hornhaut ist einer der am stärksten mit Nerven durchzogenen Teile des Körpers und reagiert daher äußerst ungehalten auf Verletzungen.

Mit genügend Sonnencreme, einem Sonnenhut und der richtigen Sonnenbrille kann man Sonnenbrand auf den Augen jedoch verhindern.

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