Sonnenbrand auf den Augen: Ist das überhaupt möglich?

Redaktion PraxisVITA
Sonnenbrand auf den Augen? Ja, das gibt es. Scheint die Sonne, sollten Sie Ihre Augen also unbedingt vor den intensiven Strahlen schützen
Sonnenbrand auf den Augen? Ja, das gibt es. Scheint die Sonne, sollten Sie Ihre Augen also unbedingt vor den intensiven Strahlen schützen © iStock/DawnPoland
Inhalt
  1. Sonnenbrand auf den Augen – so entsteht er
  2. Falsche Sonnenbrille schadet den Augen
  3. Sonnenbrand auf den Augen: Symptome & Behandlung
  4. Vorbeugen: die richtige Sonnenbrille
  5. Wie sollte die Sonnenbrille sitzen?

Endlich sind sie da: sonnige Tage mit blauem Himmel, an denen sich das Leben ganz leicht anfühlt. Doch die sommerliche Helligkeit kann - wenn man nicht aufpasst - ganz schön ins Auge gehen. Buchstäblich...

Im Sommer wird es voll in den Wartezimmern der Arztpraxen – der Grund ist, dass die meisten Sonnenanbeter zwar ihren Kopf und ihre Haut vor UV-Licht schützen, aber nicht ihre Augen. Wie sich Sonnenbrand auf den Augen äußert, wie Sie ihn behandeln und welche Möglichkeiten zur Vorsorge es gibt, weiß PraxisVITA.

 

Sonnenbrand auf den Augen – so entsteht er

Frau blickt in die Sonne
Die Augen sollten genauso gut vor Sonne geschützt werden wie die Haut © iStock/mediaphotos

In Gegenden mit hoher UV-Strahlung jedoch sollte für Sonnenanbeter ein guter Augenschutz ebenso selbstverständlich sein wie die entsprechende Creme: Unsere Augen können nämlich durch hohe Lichtintensität genauso Schaden nehmen wie die Haut. Nur dass es hier die Horn- und die Bindehaut – sozusagen die Windschutzscheibe des Auges – sind, die ,,verbrannt" werden. Ärzte sprechen dann von einer Photo-Keratitis, auch Verblitzung oder Sonnenbrand an den Augen genannt. Zuziehen kann sich diese, wer bei starker UV-Strahlung entweder gar keinen oder den falschen Blendschutz hat – wobei Letzteres sogar die gefährlichere Variante ist.

 

Falsche Sonnenbrille schadet den Augen

Sonnenbrillen im Regal
Die falsche Sonnenbrille kann den Augen mehr schaden als nützen © iStock/michellegibson

Schließlich reagieren wir ohne Sonnenbrille instinktiv richtig: Wir kneifen die Augen zusammen oder blinzeln, wenn es zu hell wird. Zusätzlich fungiert die Pupille als Sicherheitswächter. Bei starkem Lichteinfall verengt sie sich, um weniger Strahlung ins Augeninnere zu lassen.

Hat man nun aber eine Sonnenbrille mit mangelndem oder gar ohne UV-Filter erwischt, wird dieser Schutzmechanismus quasi ausgetrickst: Da wir hinter den dunklen Gläsern nicht geblendet werden, bleiben Lider und Pupille geöffnet. Die Folge: Dem unsichtbaren, gefährlichen Teil des Lichts – Strahlen, deren Wellenlänge unter 380 Nanometern (= UV-Licht) oder über 750 Nanometern (=Infrarotlicht) liegt – sind Tür und Tor geöffnet. So kann dieses Licht dann nicht nur der Horn- und Bindehaut im Augenvordergrund schaden, sondern auch die empfindlichen Sehzellen auf der Netzhaut im Augenhintergrund treffen – mit schwerwiegenden Folgen wie der heute immer weiter verbreiteten Makuladegeneration.

Aus diesem Grund ist es übrigens auch keine gute Idee, eine Sonnenfinsternis durch ein rußgeschwärztes Glas zu betrachten – wie es immer mal wieder als Tipp durch Internetforen geistert. Blendschutz und UV-Schutz sind einfach zwei verschiedene Dinge. Wer das nicht weiß, riskiert einen Sonnenbrand auf den Augen.

 

Sonnenbrand auf den Augen: Symptome & Behandlung

Frau Dr. Susanne Schumacher-Roestel ist Augenärztin und betreibt ihre eigene Praxis in Plön. Sie weiß, was bei Sonnenbrand auf den Augen zu tun ist: Gereizte Augen äußern sich u. a. durch: 

  • Juckreiz,
  • Brennen,
  • Rötung,
  • Tränen,
  • Fremdkörpergefühl und sollten in der Selbstmedikation nur kurzfristig und mit Vorsicht behandelt werden. Suchen Sie sicherheitshalber einen Arzt auf, um die Beschwerden abklären und behandeln zu lassen. Bei einem ,,Sonnenbrand" auf der Augenvorderfläche (Hornhaut) kann mit Vitamin A und pflegenden Salben, speziellen Verbandkontaktlinsen und/oder mit ein paar Stunden ,,Ruhe" in einem abgedunkelten Raum behandelt werden – zum Glück heilt die Hornhaut so meist schnell wieder ab.

Hilfreich bei gereizten Augen ist die Befeuchtung mit künstlichen Tränen (Apotheke/Augenarzt Präparate ohne Konservierungsmittel). Gut tun auch Kompressen mit warmem, klarem Wasser oder ein Augenbad mit Augentrost (Vorsicht: keinen Kamillentee einsetzen, da die enthaltenen Gerbstoffe reizend wirken). Spezielle ,,Augenwannen" hierfür bekommen Sie in der Apotheke. Wichtig: Die Augen nicht reiben, da die Rötung dann stärker werden kann.

 

Vorbeugen: die richtige Sonnenbrille

Beim Kauf einer Sonnenbrille sollten Sie daher unbedingt auf gute Qualität achten: Denn im Handel sind auch Brillen mit einem ,,100-%-UV-Schutz"-Kennzeichen erhältlich. Dieser reicht aber nach EU-Norm nur bis 380 Nm Wellenlänge. Viele Experten kritisieren das und raten nachdrücklich zu Gläsern, die auch den UV-Grenzbereich bis 400 Nm abdecken. Denn dies betrifft die langwelligen UVA-Strahlen, die besonders leicht ins Augeninnere vordringen können. Entsprechenden Schutz erkennen Sie am ,,UV-400"-Zeichen im Innenbügel, oder Sie können Ihre Brille beim Optiker daraufhin überprüfen lassen.

 

Wie sollte die Sonnenbrille sitzen?

Frau mit Hut liest ein Buch am Strand
Bei hoher Lichtintensität – wie beim Lesen am Strand – sollten Sie sich mit einer Sonnenbrille vor Sonnenbrand auf den Augen schützen © iStock/jakkapan21

Auch bei der Größe der Brille darf es ruhig etwas mehr sein – seitlich über den Gesichtsrand hinaus und bis zu den Augenbrauen gilt als ideal. Außerdem sollte die Brille nah am Gesicht sitzen, um das sogenannte Streulicht von oben oder von den Seiten abzufangen.

Tragen sollten man die Brille dann vor allem bei hoher Lichtintensität – wobei auch die Gefahr durch Reflektion nicht zu unterschätzen ist: Diese erhöht am Meer und im Schnee, aber auch beim Lesen die Strahlung. Denn die hellen Buchseiten reflektieren das UV-Licht, das dann gebündelt auf unsere Netzhaut trifft. Wer Glück hat, kommt hier mit einem ,,roten Auge" davon. Doch bei einem echten Sonnenbrand auf den Augen drohen neben Narben auf der Hornhaut auch starke Schmerzen. Denn diese ist einer der am stärksten mit Nerven durchzogenen Teile des Körpers und reagiert daher äußerst ungehalten auf Verletzungen.

Für Menschen, die an der warmen Jahreszeit vor allem eines lieben – sich lauen Fahrtwind um die Ohren wehen zu lassen – könnte sich die Anschaffung einer speziellen Schutzbrille lohnen. Denn auch ausgedehnte Streifzüge im Cabrio sind nichts, was Augen wirklich mögen: Der Mix aus Zugluft und Autoabgasen kann entzündete Lider und gerötete Bindehaut nach sich ziehen.

 
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