Sonnenblumenöl fördert Asthma bei Kindern

Verena Elson

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter – in Deutschland leiden etwa zehn Prozent der Kinder unter 15 Jahren daran. Eine aktuelle Studie zeigt: Mit der richtigen Ernährung lassen sich die Symptome abmildern.

ein kleines Kind kocht mit seinem Vater
Sonnenblumenöl kann Asthmasymptome bei Kindern verschlimmern – Leinöl ist die bessere Alternative Foto:  Halfpoint/iStock

„Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass die Ernährung, insbesondere der Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, für die Lungengesundheit eine Rolle spielt“, erklärt Dr. Emily P. Brigham, Assistenzprofessorin für Medizin an der Johns Hopkins University in Baltimore. Gemeinsam mit ihrem Team begleitete sie 135 Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren, die an verschiedenen Ausprägungen von Asthma litten.

Zu Beginn der Studie erfassten die Forscher die Ernährung, tägliche Asthma-Symptome und Medikation der Kinder eine Woche lang – diese Befragungen wiederholten sie nach drei und sechs Monaten, ebenfalls für je eine Woche. Zusätzlich ermittelten sie die Feinstaubbelastung in den Wohnungen der Kinder.

 

Omega-6-Fettsäuren verschlimmern Asthmasymptome

Die Auswertung ergab: Je höher der Anteil an Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung der Kinder, desto schwerer waren die beobachteten Asthmasymptome und desto empfindlicher reagierten die Kinder auf eine erhöhte Feinstaubbelastung in ihrer Umgebung. Je höher dagegen der Anteil an Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung, desto schwächer fielen die Asthmasymptome der Kinder aus und desto resistenter waren sie gegen erhöhte Feinstaubbelastung.

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Warum wirken die Fettsäuren so unterschiedlich bei Asthma?

Brigham und ihr Team analysierten außerdem Blutproben der Kinder und registrierten bei Kindern mit einem hohen Omega-6-Anteil in der Ernährung erhöhte Werte spezieller Entzündungsmarker, sogenannter Neutrophilen. Hier setzt auch die Erklärung der Forscher für die unterschiedliche Wirkung der Fettsäuren an: Omega-6-Fettsäuren fördern (besonders bei hoher Dosierung) die Entstehung von Entzündungen, während Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken.

 

Leinöl gesünder als Sonnenblumenöl

Eltern asthmatischer Kinder können die Erkenntnisse gut für sich nutzen, indem sie den Anteil der Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung ihres Kindes erhöhen und den Omega-6-Anteil senken. Das lässt sich recht einfach etwa über einen Wechsel von Sonnenblumen- oder Rapsöl auf Leinöl bewerkstelligen. Erstere enthalten viele Omega-6-Fettsäuren, letzteres steckt voller wertvoller Omega-3-Fettsäuren. Schon ein Esslöffel Leinöl pro Tag, zum Beispiel im Müsli oder Salatdressing, deckt den Tagesbedarf. Ein solcher Wechsel kommt nicht nur Kindern mit Asthma zugute – Wissenschaftler der University of Massachusetts Lowell fanden 2018 heraus, dass Omega-3-Fettsäuren aggressive Kinder friedlicher macht und das soziale Klima in der ganzen Familie verbessert.

Quelle:
Prigham, E.P. et al. (2019): Omega-3 and Omega-6 Intake Modifies Asthma Severity and Response to Indoor Air Pollution in Children, in: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine.
DOI: 10.1164/rccm.201808-1474OC

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