Sommerzeit, Feuerzeit

Spiritus als Grillanzünder
Vermeintliche Grillbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin können zu schlimmen Verbrennungen führen © Fotolia

Ob beim Ausflug oder Grillfest: Im Sommer kommt es oft zu brenzligen Situationen. Lesen Sie hier, wie Sie richtig vorbeugen und was im Notfall zu tun ist.

Passieren kann es gerade in den heißen, trockenen Sommermonaten blitzschnell. Plötzlich bricht ein Feuer aus. Im Wald, im Auto, beim Grillen oder in der Wohnung. Mehrere hundert Menschen pro Jahr fallen solchen Bränden zum Opfer. In brenzligen Situationen gilt deshalb: Einen kühlen Kopf bewahren! Praxisvita erklärt, was in solchen Notfällen Leben retten kann – und wie es gar nicht erst so weit kommt.

 

Beim Grillen: Nie ohne einen Eimer Wasser

Wenn Holzkohle unterm Grill nicht zünden will, greifen viele zu den falschen Mitteln wie beispielsweise Spiritus, Benzin oder andere vermeintliche Grillbeschleuniger. Die Folge sind Unfälle mit schlimmen Verbrennungen. Wichtig ist, dass man die Verbrennung sofort mit Wasser herunterkühlt. Das lindert den Schmerz und stoppt das Nachbrennen – den Schaden am tieferen Gewebe. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser für das Opfer. Ein Eimer Wasser sollte beim Grillen deshalb immer griffbereit stehen. Die Wasserbehandlung sollte aber maximal fünf bis zehn Minuten dauern. Danach kühlt das Opfer aus. Bis zum Eintreffen der Retter sollte man es mit Decken und Tüchern warm halten.

 

Im Wald: Das Handy sollte immer dabei sein

Wer von einem Feuer im Wald überrascht wird, sollte sofort den Notruf 112 (Feuerwehr) oder 110 (Polizei) wählen. Gerade an trockenen Sommertagen sollte man deshalb das Handy immer dabei haben. Hilfreich für die Retter ist, wenn man möglichst genaue Ortsangaben machen kann, wie groß der Brand in etwa ist und ob es nur am Boden oder auch in den Baumkronen brennt. Betroffene sollten sich gegen die Windrichtung vom Brandherd weg bewegen. Sichere Fluchtwege sind (wenn vorhanden) Straßen oder Bachläufe.

Ist man vom Feuer bereits eingeschlossen, sollte man sich auf den Boden legen. Möglichst dort, wo sich keine brennbare Vegetation befindet. Da Rauch in der Regel nach oben steigt, wird so verhindert, dass man giftige Dämpfe einatmet. Rauchvergiftungen führen schon nach kurzer Zeit zu Bewusstlosigkeit und bedeuten meist den Tod. Menschen, die sich in Sicherheit bringen konnten, sollten nicht auf angrenzenden Straßen verweilen. Sie behindern so nur die Lösch- und Rettungsarbeiten.

Richtig vorbeugen: So lassen sich Brände vermeiden

Im Wald: Nicht rauchen, kein offenes Feuer. Kein Glas wegwerfen, das kann Sonnenstrahlen bündeln und so wie ein Brennglas wirken.

Beim Grillen: Nur zugelassene Grillanzünder (mit DIN-Zeichen) verwenden. Windverhältnisse (wegen Funkenflug) beachten.

Im Auto: Nicht auf trockenen Waldböden abstellen. Heiße Katalysatoren könnten Feuer entfachen.

Im Haus: Überspannungs-Schutz einbauen, vermeidet ,,Blitz-Schäden" durch Sommergewitter.

 

Im Auto: Kein Grund, blindlings wegzulaufen

Ein Auto brennt, wenige Sekunden später explodiert es: So gaukeln es uns Action-Filme vor. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Ein Feuer, das im Motorraum ausbricht, braucht Studien zufolge fünf bis zehn Minuten, ehe es den Innenraum des Autos erreicht. Genug Zeit, um alle Insassen ins Freie zu bringen.

Deshalb sollte man in dieser Reihenfolge vorgehen: Zündung aus, Warnblinker an, Insassen bergen, Unfallstelle absichern, Feuerlöscher (wenn vorhanden) einsetzen. Von der Brandstelle entfernen und das Eintreffen der Retter (die sofort alarmiert werden sollten) abwarten.

 

Im Haus: Treppen, bei Brand nie den Fahrstuhl, benutzen

Meist brechen Brände nur in einem Zimmer aus. Als erstes Türen und Fenster schließen, um ein Überspringen der Flammen zu verhindern. Bei der Flucht nie Aufzüge benutzen – sie wirken auf den Rauch wie ein Kamin. Es droht Erstickungsgefahr! Immer auf die Treppen ausweichen. Ist eine Flucht bereits unmöglich, am Fenster um Hilfe rufen.

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