Sommersprossen: Geliebte und gehasste Sonnenboten

Stephanie Pingel
Sommersprossen
Besonders die hellen Hauttypen I und II sind für Sommersprossen anfällig. Wir verraten, wie die kleinen Pigmentstörungen am einfachsten wieder verschwinden © istock/utkamandarinka

Kaum strahlt die Sonne wieder vom Himmel, werden bei vielen Menschen Sommersprossen sichtbar. Doch wie entstehen diese Pigmentflecken eigentlich, wer ist besonders von ihnen betroffen und wie wird man Sommersprossen wieder los? PraxisVITA hat alle Antworten.

Hautschichten
Sommersprossen sitzen in der oberen Hautschicht – der Epidermis © istock/solar22

Viele lieben sie, andere hassen sie: Alle Jahre wieder, wenn die Sonne vom Himmel strahlt, werden bei manchen Menschen Sommersprossen sichtbar. Die kleinen Pigmentflecken sitzen in der oberen Hautschicht vor allem im Gesicht, auf den Schultern sowie den Armen und werden als Reaktion auf Sonneneinstrahlung ausgelöst. Sommersprossen sind völlig harmlos – allerdings sind sie ein Zeichen für besonders lichtempfindliche Haut. Sommersprossen treten deshalb besonders bei hellhäutigen Menschen des Hauttyps I und II auf.

Welche Merkmale haben Hauttyp I und II?
  • rötliche oder blonde Haare
  • grüne, blaue oder graue Augen

Da sie so lichtempfindlich sind, sollten Betroffene unbedingt immer auf einen guten Sonnenschutz achten. Als Faustregel gilt außerdem: Menschen vom Hauttyp I sollten sich nicht länger als zehn Minuten ohne entsprechenden Schutz in der Sonne aufhalten. Beim Hauttyp II sind es maximal 20 Minuten.

Hauttypen
Menschen vom Hauttyp I (oben links im Bild) sollten sich nicht länger als zehn Minuten ohne entsprechenden Schutz in der Sonne aufhalten © istock/Sudowoodo
Wie entstehen Sommersprossen?

Die Ursache für Sommersprossen ist das sogenannte Melanin. Dabei handelt es sich um ein Pigment, das sowohl unsere Haut- als auch die Augenfarbe bestimmt. Produziert wird es von Hautzellen, den sogenannten Melanozyten. Je mehr Sonne die Haut bekommt, desto mehr Melanin wird produziert und in die Pigmentspeicher anderer Zellen abgegeben. Dort dient es dann als Schutz vor der Sonneneinstrahlung. Einige Menschen haben allerdings einen angeborenen Gen-Defekt, durch den sich das Melanin nicht gleichmäßig in der Haut verteilen kann – dadurch entstehen Sommersprossen.

Die Hautfarbe hängt übrigens nicht in erster Linie von der Anzahl der Melanozyten ab, sondern von der Menge der Pigmentspeicher: Hellhäutige Menschen besitzen etwa 50 Pigmentspeicher pro Zelle, dunkelhäutige Personen rund 500. Gleichzeitig wird bei hellhäutigen Menschen deutlich mehr Melanin produziert als bei dunkelhäutigen – das ist auch der Grund dafür, warum dunkelhäutige Personen wesentlich seltener Sommersprossen haben.

 

Sommersprossen oder Muttermal?

Manchmal ist es schwierig, Sommersprossen von einem kleinen Muttermal zu unterscheiden. Sehen Sie sich deshalb die Pigmentierung vergrößert durch eine Lupe an: Hat sie einen ausgefranzten Rand, ist sie besonders unförmig oder stellenweise sehr dunkel, handelt es sich vermutlich um ein Muttermal. Diese sollten sie regelmäßig von einem Hautarzt kontrollieren lassen, denn Muttermale können ein Hautkrebsrisiko darstellen. Auch juckende oder blutende Pigmentflecken sollten unbedingt untersucht werden.

Frau cremt sich ein
Gerade helle Hauttypen sollten auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor beim Eincremen achten. Dadurch bilden sich auch weniger Sommersprossen © Fotolia
 

Wie werde ich meine Sommersprossen los?

Es gibt bis heute keine Methode, mit der sich Sommersprossen vollständig und dauerhaft entfernen lassen. Die einfachste Variante zur Vorbeugung und Behandlung ist es, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden: Halten Sie sich, so oft es geht, im Schatten auf und schützen sie die typischerweise betroffenen Körperstellen wie Schultern und Arme durch luftige, weit geschnittene Kleidung.

Dazu eignen sich leichte Stoffe wie Leinen am besten. Ihr Gesicht bleibt durch einen Hut oder eine Mütze im Schatten. Wenn Sie länger in die Sonne müssen, benötigt Ihre Haut einen hohen Lichtschutzfaktor von 30 oder 50.

Sommersprossen Behandlung

Durch eine Laserbehandlung können Sommersprossen verschwinden – allerdings nicht auf Dauer © istock/Paladjai

Kurzfristig lässt sich die Färbung von Sommersprossen durch spezielle Bleichcremes oder Peelings aufhellen. Es gibt sogar eine Laserbehandlung gegen Sommersprossen: Dabei werden die Pigmentzellen der oberen Hautschicht in mehreren Therapiesitzungen nach und nach zerstört. Kostenpunkt: Pro Sitzung zwischen 100 und 300 Euro. Diese werden von der Krankenkasse nicht übernommen, da es sich um einen rein ästhetischen Eingriff handelt.

Ist eine Laserbehandlung das ganze Jahr über möglich?

Pigmentflecken sollten nur im Herbst oder Winter gelasert werden, da nach der Therapie eine sechs- bis achtwöchige Sonnenabstinenz eingehalten werden muss. Ansonsten kann es zu sehr unschönen Pigmentverschiebungen kommen.

Außerdem bilden sich die zerstörten Zellen nach einer Weile neu, weshalb auch die Laserbehandlung maximal eine mittelfristige Lösung gegen Sommersprossen ist. Es gibt zudem bisher keine Studien zu möglichen Langzeitnebenwirkungen einer Laserbehandlung. Bekannt ist aber, dass es bei den Sitzungen zu Verbrennungen kommen kann.

 

Perfekt abgedeckt dank Make Up

Auch wenn sie sich nicht entfernen lassen, können Sommersprossen mit dem richtigen Make Up gut überdeckt werden. Dazu verwenden Sie am besten eine Foundation, die eine halbe Nuance dunkler als Ihr eigener Hautton ist. So sieht der Teint am Ende gesund und frisch aus. Produkte mit hoher Deckkraft machen dabei auch dunkle Sommersprossen so gut wie unsichtbar. Damit die Haut nicht glänzt, sollte sie nach Auftragen der Foundation etwas abgepudert werden.

Extra-Tipp: Vor dem Auftragen des Make Ups sollte das Gesicht gründlich gereinigt werden, um spätere Hautunreinheiten zu vermeiden. Gönnen Sie Ihrem Gesicht außerdem je morgens und abends eine dem Hauttyp entsprechende Feuchtigkeitscreme.

Frau schminkt sich
Mit dem richtigen Make Up lassen sich Sommersprossen gut überdecken © istock/PeopleImages
Wo bleiben Sommersprossen im Winter?

Die kleinen Farbtupfer entstehen durch das Pigment Melanin. Im Winter, wenn die Sonne kaum scheint, zieht sich das Melanin zurück.

Auch wenn Sommersprossen in der kalten Jahreszeit häufig mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sind, bedeutet das nicht, dass sie verschwunden sind. Wie deutlich man Sommersprossen sehen kann, hängt von der Intensität des Lichtes ab: Im Winter bekommen wir in der Regel weniger Sonne ab – dadurch bleiben auch die Sommersprossen blass.

Wer allerdings bei gutem Wetter viel draußen im Schnee unterwegs ist, entdeckt sie vielleicht doch wieder in seinem Gesicht. Denn das Sonnenlicht wird vom Schnee reflektiert und erreicht dadurch eine ähnliche Intensität wie an einem Sommertag.

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