Sommer-Gefahr Salmonellen: So vermeiden Sie eine Infektion

Kinderärztin Dr. Nadine Hess verrät, wie Sie der Gefahr von Salmonellen bei Kindern vorbeugen
Expertin Dr. Hess zu Salmonellen: „Vorbeugen lässt sich nur, indem die Speisen für mindestens 15 Minuten auf etwa 60 Grad Celsius erhitzt werden.“ © privat

Sommer – das heißt, endlich gibt es wieder Eis, Picknick im Freien und Grillabende. Doch genau da lauert eine häufig unterschätzte Gefahr, eine Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen. Besonders heikel wird die Infektion, wenn kleine Kinder betroffen sind. Deswegen gilt: Immer vorbeugen und bei einer Infektion schnell behandeln!

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Salmonellen gehören zur Gruppe der sogenannten Enterobakterien. Sie kommen in der Natur vielfach vor, die Übertragung geschieht in der Regel durch Verzehr von infiziertem Fleisch oder anderen Tierprodukten. Am häufigsten sind Infekte durch Salmonellen-belastete Eier und Milchspeisen, die falsch gelagert wurden. Vorbeugen lässt sich nur, indem die Speisen für mindestens 15 Minuten auf etwa 60 Grad Celsius erhitzt werden.

Für eine Infektion ist – je nach Alter und möglicher Vorerkrankungen – eine unterschiedlich hohe Keimzahl notwendig. Säuglinge und Menschen über 70 Jahren, Patienten mit Immundefekten, bestimmten, schweren Anämieformen und auch Personen, die unmittelbar vor Aufnahme der Bakterien eine Antibiotikatherapie hatten, erkranken schneller und meist schwerer, teilweise sogar lebensgefährlich. Darum sind besonders Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gefürchtet, da die älteren Menschen, ebenso wie Säuglinge, rascher durch den mit der Infektion einhergehenden Flüssigkeitsverlust austrocknen können.

Geflügel beim Grillen immer ganz durchgaren, um Salmonellen-Infektion zu vermeiden
Eine Lebensmittelvergiftung mit Salmonellen kann bei kleinen Kindern gefährlich werden, da sie durch den mit der Infektion einhergehenden Flüssigkeitsverlust schneller austrocknen als Erwachsene © Fotolia

Zu ersten Symptomen kommt es nach Ansteckung relativ schnell – zwischen sechs und 72 Stunden nach dem Verzehr des kontaminierten Lebensmittels (das man übrigens in den meisten Fällen nicht ermitteln kann) kommt es zu wässrigen Durchfällen, teils von starken Unterleibskrämpfen begleitet, Erbrechen und in einigen Fällen auch Fieber. Die Diagnose wird durch eine Stuhluntersuchung im Labor gestellt. Liegen keine der genannten Risikofaktoren vor, halten die unangenehmen Beschwerden nur wenige Tage an, allerdings können die Erreger auch nach dem Abklingen der Symptome noch einige Zeit ausgeschieden werden (bis zu etwa einem Monat lang). Dadurch können andere Menschen, die die gleichen Toilette benutzen, noch angesteckt werden (wenngleich dieser Ansteckungsweg eher selten ist).

Außer rehydrierenden (=flüssigkeitsersetzenden) Maßnahmen ist in der Regel keine weitere Behandlung notwendig. In schweren Fällen, also insbesondere bei kleinen Kindern und alten Patienten, sind dazu Infusionen in der Klinik erforderlich. Eine antibiotische Behandlung ist möglich, jedoch nur in Ausnahmefällen notwendig: z. B. bei „Risikogruppen“ für schwer verlaufende Infektionen und immer bei Säuglingen unter sechs Monaten, denn hier kann eine Blutvergiftung ausgelöst werden. Grund für den Verzicht auf Antibiotika: Die Durchfalldauer und –stärke vermindert sich nicht, die Darmflora wird durch das Antibiotikum zusätzlich durcheinandergebracht und die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, dass die betroffene Person zum Dauerausscheider wird (=also die Bakterien noch länger ausscheidet, als einen Monat).

Achten Sie also in der Küche auf stets gute Hygiene – lassen Sie Fleisch nur außerhalb der Reichweite von Kinderhänden auftauen, garen Sie Fleisch und Eierspeisen gut durch, erhitzen Sie aufgewärmte Speisen mindestens 15 Minuten bei mindestens 60 Grad Celsius und stellen Sie sicher, dass alle leicht verderblichen Waren angemessen gelagert werden.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.