Soja neutralisiert Kunststoffgift

Verena Elson
Tofu
Soja neutralisiert die schädliche Wirkung von Bisphenol A (BPA) auf die weibliche Fruchtbarkeit – das zeigt eine aktuelle US-Studie © Fotolia

Die Chemikalie Bisphenol A kann die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen – darauf weisen zahlreiche Untersuchungen hin. Doch laut einer aktuellen Harvard-Studie gibt es einen Weg, dem vorzubeugen – regelmäßig Soja essen.

Bisphenol A (BPA) wird zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat verwendet. Es ist in Alltagsgegenständen wie Lebensmittelbehältern, Plastikgeschirr und Babyschnullern enthalten. Der Stoff steht in dem Verdacht, Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen zu fördern.

 

Soja schwächt schädliche Wirkung von BPA ab

Experimente mit Mäusen wiesen darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an Soja ist, vor den negativen Auswirkungen von BPA auf die Fruchtbarkeit schützen kann. Verantwortlich für diese Schutzwirkung ist der hohe Gehalt sogenannter Isoflavone. Diese Pflanzenstoffe wirken in starken Dosen ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, allerdings in abgeschwächter Wirkung.

In einer aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler der Harvard T.H. Chan School of Public Health, des Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Boston, ob regelmäßiger Sojakonsum Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch helfen kann, schwanger zu werden.

An der Studie nahmen 239 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren teil. Alle Probandinnen ließen zwischen 2007 und 2012 eine oder mehrere künstliche Befruchtungen (In-vitro-Fertilisation) durchführen.

 

Mehr Schwangerschaften in der Gruppe der Soja-Konsumierer

Per Urintest überprüften die Forscher, wie viel BPA die Frauen im Körper hatten. Zusätzlich füllten die Frauen Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus. 176 von ihnen verzehrten regelmäßig Sojaprodukte.

Als die Wissenschaftler auswerteten, bei welchen der Frauen die IVF-Behandlung erfolgreich verlief, zeigte sich folgendes Bild: Frauen, die einen hohen BPA-Spiegel im Urin hatten und die kein Soja aßen, hatten weniger Erfolg als Frauen mit einem niedrigen BPA-Spiegel. Verzehrten Frauen mit einem hohen BPA-Spiegel aber regelmäßig Sojaprodukte, hatte die Chemikalie keinen Einfluss auf ihre Fruchtbarkeit.

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