Soforthilfe bei Reflux

Beinahe jeder muss manchmal sauer aufstoßen. Aber einige leiden dauernd darunter. Das Gute: Allen kann geholfen werden.

Das unangenehme Brennen in der Speiseröhre zählt zu den häufigsten Beschwerden des Verdauungstrakts. Es entsteht, wenn der Muskel, der als Pförtner zwischen Magen und Speiseröhre funktioniert, nicht mehr richtig schließt.

Der Mageninhalt kann dann den umgekehrten Weg einschlagen und sich zurück in die Speiseröhre begeben. Ärzte sprechen deshalb auch von der Refluxkrankheit (Reflux = Rückfluss). Praxisvita verrät, was Sie dagegen tun können.

 

Wichtig: Die Ursache klären

Wenn Sie nur ab und zu Sodbrennen haben, können Sie es mit Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten gut in den Griff bekommen. Wenn die Beschwerden jedoch länger als zwei bis drei Wochen anhalten oder ständig wiederkehren, sollten Sie zum Arzt gehen und nach der Ursache suchen. Er testet dann, ob dahinter eine Speiseröhrenentzündung oder eine andere Krankheit steckt. Und er kann Ihnen stärkere Medikamente verschreiben.

 

Sanfte Hilfe aus der Natur

Kräutertee (Kamille, Malve oder Eibisch, aus der Apotheke) beruhigt die Schleimhaut. Auch ein Glas Wasser (ohne Kohlensäure) kann das Brennen lindern.

Ein gutes Hausmittel sind außerdem Grieß-, Haferflocken- und Reisspeisen oder Saft aus rohen Kartoffeln. Sie können ihn fertig kaufen (Reformhaus) oder selbst zubereiten. Dazu eine rohe Kartoffel schälen, raspeln und durch ein Sieb pressen. Bei akuten Beschwerden ein paar Esslöffel des Safts einnehmen.

Vielen Betroffenen hilft auch Natriumhydrogenkarbonat oder Heilerde (beides Drogerie).

Haferflocken helfen gegen Reflux
Grieß- und Haferflocken helfen sanft bei akuten Refluxbeschwerden© Fotolia
 

Mittel, die die Säure binden

In der Apotheke gibt es zahlreiche Mittel gegen Sodbrennen, die Sie ohne Rezept kaufen können. Das sind so genannte Antazida, die den säurehaltigen Magensaft binden. Sie wirken kurzfristig, sind aber laut Stiftung Warentest nicht für den Dauergebrauch geeignet (maximal zwei Wochen).

 

Medikamente, die die Säureproduktion hemmen

Neben den rezeptfreien Mitteln gibt es eine Reihe verschreibungspflichtiger Medikamente, die dafür sorgen, dass der Magen nicht zu viel Säure produziert. Sie tragen die etwas umständlichen Namen H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer. Letztere wirken stärker und werden oft zur Langzeitbehandlung eingesetzt.

 

Tipps zum Vorbeugen

Nehmen Sie lieber fünf kleine als drei große Mahlzeiten zu sich. Vermeiden Sie Sodbrennen-Verstärker wie kohlensäurehaltige Getränke oder Alkohol. Wer Kaffee mag, sollte zu säurearmen Sorten greifen. Außerdem wichtig: Achten Sie darauf, dass der Magen genügend Zeit zum Verdauen hat (ideal: drei Stunden), bevor Sie schlafen gehen. Der Kopf sollte beim Schlafen erhöht sein. Und für „Seitenschläfer" gilt: lieber auf der linken Seite liegen.

Malve hilft bei Reflux
Malve beruhigt die Schleimhaut und kann das Brennen der Refluxkrankheit lindern© Fotolia
 

Sodbrennen und seine Ursachen

Typische Beschwerden

Wenn das ätzende Gemisch aus Nahrungsbrei und Magensäure in die Speiseröhre gelangt, kommt es zu dem schmerzhaften Brennen in der Speiseröhre. Auch Heiserkeit und Husten sind mögliche Folgen von Sodbrennen. Bei etwa jedem Zehnten entsteht im Laufe der Zeit eine Speiseröhrenentzündung.

 

Mögliche Ursachen

1. Der Druck in der Speiseröhre lässt nach (zum Beispiel durch fettes Essen, Alkohol, Rauchen).

2. Der Druck im Magen nimmt zu (zum Beispiel durch Übergewicht, einen Zwerchfellbruch oder am Ende der Schwangerschaft).

3. Der Magen produziert übermäßig viel Säure (zum Beispiel durch Stress, Kaffee, Alkohol).

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.