So will ein Google-Manager unsterblich werden

Rasmus Cloes Medizinredakteur
Ray Kurzweil hofft auf ein ewiges Leben
Der Erfinder Ray Kurzweil hofft auf ein ewiges Leben © Corbis

Der Leiter der technischen Entwicklung bei Google, Raymond Kurzweil, hofft auf das ewige Leben. Durch einen gesunden Lebensstil will er seinen Tod so lange herauszögern, bis die Wissenschaft so weit ist.

Raymond Kurzweil ist Leiter der technischen Entwicklung bei Google. Aber wie es sich für eine solche Stellung gehört, ist er nebenbei auch noch Autor, Erfinder und Vordenker, was die Entwicklung der Menschheit angeht.

Seine neueste Vision, von der er in einem Interview mit der Financial Times berichtet, ist nichts weniger als die Unsterblichkeit. „Vor tausend Jahren lag die Lebenserwartung bei 19. Im 19. Jahrhundert waren es 37 Jahre. Heute kann jeder mit einem weit längeren Leben rechnen“, so Kurzweil. Es sei ein Fehler vieler Menschen zu denken, Fortschritt würde linear verlaufen. Kurzweil glaubt, dass dieser in Schüben kommt. Er ist zuversichtlich, dass in den nächsten 20 bis 25 Jahren fast alle Krankheiten und vielleicht sogar der Tod selbst besiegt würden.

Er hofft nur, dass er diese Entwicklung noch erlebt. Kurzweil ist immerhin 67 Jahre alt. Um seine Lebenserwartung zu verlängern, hält er sich an einen genauen Ernährungsplan: Er frühstückt Beeren, geräucherten Lachs und Makrele, dunkle Schokolade mit Espresso, Sojamilch sowie Porridge. Dazu kommen noch 30 Pillen, die unter anderem Q10, Lutein und Glutathion enthalten. Im Laufe des Tages folgen noch 70 weitere Pillen.

 

100 Pillen gegen den Tod

Wer das für viel hält: Bis vor Kurzem nahm Kurzweil täglich noch 250 Pillen zu sich, doch Dank verbesserter Präparate konnte er seine tägliche Ration auf 100 kürzen. Täglich zahlt er dafür mehr als 1000 Dollar.

Ein weiterer Grund für seinen Eifer: Kurzweils Vater starb bereits mit 58 Jahren an einem Herzinfarkt. „Viele glauben, dass du deiner genetischen Bestimmung nicht entkommen kannst und sich die Lebenserwartung zu 80 Prozent aus den Genen und zu 20 Prozent aus dem Lebensstil zusammensetzt“, so der Google-Entwickler. „Ich denke aber, dass es, wenn du fleißig bist, 90 Prozent Lebensstil und nur 10 Prozent Gene sind.“

Hamburg, 20. April 2015

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