So verändert das Smartphone unsere Hände

Handynutzerin in der Bahn
Der ständige Gebrauch von Smartphones kann unserem Körper mehr schaden, als uns lieb ist. © Alamy

Viele Menschen fühlen sich ohne ihr Smartphone verloren. Das Handy scheint zu einer Mischung aus bestem Freund und zusätzlichem Körperteil mutiert zu sein. Wie sehr verändert uns der ständige elektronische Begleiter?

Die kürzlich veröffentlichte Studie „O2 Mobile Life Report“ hat gezeigt, dass viele Smartphone-Nutzer ihr Gerät als unverzichtbar im Alltag einschätzen. So gaben fast 20 Prozent der Befragten an, dass sie es nicht einen Tag ohne das Smartphone aushalten würden. Jeder zehnte bezeichnete das Gerät als „besten Freund“ und über ein Viertel der Befragten definierte das eigene Smartphone als Extra-Körperteil. Etwa fünf Prozent der Teilnehmer gaben zudem an, hin und wieder Phantom-Vibrationen in der Hosentasche zu verspüren.

 

Das machen Smartphones mit unserem Körper

Die mentale Verbindung zum Handy ist stark und weckt offenbar vielfältige Emotionen bei seinen Nutzern. Doch können Smartphones auch unseren Körper verändern? Fest steht, dass die Geräte Bewegungsabläufe erfordern, die vor der Erfindung der Smartphones noch ungewöhnlich waren. Vor allem die erhöhte Aktivität des Daumens ist ein Hauptcharakteristikum der Smartphone-Nutzung. Dies führt auch zu völlig neuen Krankheitsbildern. Im Fachmagazin „The Lancet“ wurde vor zwei Jahren erstmals vor der sogenannten „WhatsAppitis“ gewarnt. Eine spanische Patientin hatte nach stundenlanger Nutzung des Nachrichtendiensts WhatsApp Sehnenentzündungen in beiden Daumen erlitten.Ebenfalls neue Krankheiten sind der Handy-Nacken und die I-Phone-Schulter. Ärzte warnen, dass es durch stundenlanges Nutzen der Smartphones zu chronischen Muskelverhärtungen und Gelenkbeschwerden kommen kann, im Falle des Handy-Nackens sogar zu einem Verschleiß der Halswirbelsäule.

 

Riesen-Daumen und verformte Finger durch Handys?

Auch die Hände können durch die ständige Handynutzung chronisch verändert werden. So berichten Handynutzer bereits von vergrößerten, muskulöseren Daumen und eingedellten kleinen Fingern, da die Kante des Smartphones auf Dauer den Knochen verforme. Auf Twitter haben unter dem Hashtag #smartphonepinky bereits tausende Nutzer Bilder ihres verformten kleinen Fingers geteilt. Auch wenn solche langfristigen Veränderungen eher selten sind und nur bei äußerst exzessiver Nutzung der Smartphones auftreten, sollte sich jeder Handy-Besitzer fragen, ob seine Beziehung zum liebsten aller Geräte noch gesund ist.

Einige Anbieter haben jetzt Hilfsmittel entwickelt, die den typischen Handykrankheiten vorbeugen sollen. So verkauft die japanische Firma Thanko Inc  den sogenannten „Thumb Extender", einen Silikon-Aufsatz für den Daumen, der die Bedienung großer  Touchscreens vereinfachen soll und tauben Daumen entgegenwirkt.

 

Test verrät, ob Ihre Hände schon geschädigt sind

Ärzte empfehlen, das Handy mit beiden Händen zu nutzen und beim Lesen und Tippen möglichst oft die Körperhaltung zu verändern. Lockerungsübungen beugen Sehnenentzündungen in den Fingern vor. Ob Sie schon an der „WhatAppitis“ leiden, können Sie übrigens durch den sogenannten Finkelstein-Test herausfinden. Umschließen Sie dafür den Daumen mit Ihren Fingern und winkeln Sie das Handgelenk langsam in Richtung des kleinen Fingers. Spüren Sie dabei ein Knirschen im Handgelenk, sollten Sie Ihre Hand von einem Arzt untersuchen lassen. 

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 09. Juni 2016

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