So tödlich sind Softdrinks

Redaktion PraxisVITA
Auch wenn sie bei heißem Wetter verlockend wirken: Softdrinks sind wahres Gift für den Körper
Auch wenn sie bei heißem Wetter verlockend wirken: Softdrinks sind wahres Gift für den Körper © Fotolia

Wissenschaftler haben erstmals errechnet, wie viele Menschen jährlich durch Softdrinks wie Cola, Limo & Energydrinks sterben. Die Zahlen sind erschreckend.

Laut einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Circulation sind Softdrinks jährlich für mehr als 180 000 Todesfälle verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team der University of Boston um den Ernährungswissenschaftler Dariush Mozaffarian.

„Viele Länder auf der Welt haben eine hohe Zahl an Todesfällen, die direkt auf den Konsum gezuckerter Getränke zurückzuführen ist“, so Mozaffarian. Darauf könne es nur eine klare Antwort geben: „Sie müssen aus dem Alltag verbannt werden.“

Softdrinks
Laut einer Studie lassen sich bis zu 180.000 Todesfälle im Jahr auf Softdrinks zurückführen© iStock/StudioThreeDots
 

Wie schädlich sind Softdrinks?

Es ist der weltweit erste Bericht, der versucht, die Folgen des Softdrink-Konsums auf die globale Gesundheit zu erfassen. Die Wissenschaftler bezogen dazu Getränke wie Limonaden, gesüßte Eistees, Sport- und Energiedrinks, gesüßte Fruchtsäfte oder Sirup in die Analyse ein. Hinzu kommt die Einschränkung, dass diese mindestens 50 kcal pro 220 ml enthalten mussten. Säfte mit einem Fruchtanteil von 100 Prozent wurden hingegen ausgespart.

Anhand dieser Kriterien werteten die Wissenschaftler 62 Datensätze mit über 600 000 Teilnehmern aus. Darin wurden zwischen 1980 und 2010 Menschen aus 187 Ländern zu ihren Ernährungsgewohnheiten und ihrem Gesundheitszustand befragt. Ziel war es herauszufinden, wie der Softdrinks-Konsum den Ausbruch von Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs beeinflusst.

 

Diabetes durch Softdrinks?

Softdrinks
Softdrinks begünstigt verschiedene Krankheiten wie Diabetes© iStock/IPGGutenbergUKLtd

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 133 000 Tote durch Diabetes 45 000 durch  Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 6 450 durch Krebs sind laut den Wissenschaftlern allein im Jahr 2010 direkt auf den Konsum von Softdrinks zurückzuführen.

Generell scheinen die Getränke einen stärkeren Einfluss auf die Gesundheit junger Menschen zu haben. „Das sollte einen mit Sorge in die Zukunft blicken lassen“, sagt Mozaffarian. „Wenn die jungen Menschen weiterhin so viel konsumieren, dann wird die Zahl der Toten und Erkrankten in Zukunft noch weiter steigen.“

 

Was steckt in den Softdrinks?

In Softdrinks wird aus Kostengründen statt Zucker mit Fruktose angereicherter Maissirup eingesetzt. Ein Einfachzucker, der zu den Kohlenhydraten gehört. Er liefert gut 4 kcal pro Gramm und ist um 20 Prozent süßer als Haushaltszucker. Nach der Verdauung wird Fruchtzucker schneller als normaler Haushaltszucker direkt in die Leber geschleust, dort zu Fett umgewandelt und gespeichert. Er ist ein Hauptauslöser von Diabetes.

Phosphorsäure wird als Konservierungs- und Säuerungsmittel in Cola und anderen Getränken eingesetzt. Phosphorsäure kann bei dauerhaftem Cola-Trinken (1 Liter am Tag) die Knochensubstanz schwächen. Tests ergaben, dass regelmäßige Cola-Trinker öfter Knochenbrüche haben. Phosphor greift auch den Zahnschmelz an. So soll man sich nach dem Trinken von Cola nicht sofort die Zähne putzen, da die Bürste den beschädigten Zahnschmelz abschaben kann. In Bio-Getränken ist Phosphorsäure verboten.

 
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