So tickt unsere innere Uhr

Unser Biorhythmus richtet sich nach dem Sonnenlicht. Gerät er aus dem Takt, überfällt uns der Mini-Jetlag
Unser Biorhythmus richtet sich nach dem Sonnenlicht. Gerät er aus dem Takt, überfällt uns der Mini-Jetlag © Fotolia

Unser Organismus ist nach einem strengen Zeitplan programmiert. Jede kleine Veränderung bringt den Biorhythmus aus dem Takt – und sorgt so für einen Mini-Jetlag.

Für viele Menschen ist der Montag nach der Zeitumstellung einer der unangenehmsten Tage des Jahres. Denn sie sind ohnehin zu Wochenbeginn häufig müde und schlechter gelaunt, jetzt fehlt ihnen obendrein auch noch eine ganze Stunde Schlaf.

„Montagsblues" – so nennen Schlafexperten diesen Zustand, der durch unseren Biorhythmus ausgelöst wird. Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier, und wer am Wochenende spät ins Bett geht und lange ausschläft, bringt seine innere Uhr durcheinander. Die Folge: Montags kommt der Mini-Jetlag. Das ist nicht nur lästig, sondern auch ungesund: Laut Statistik ist der Montag Herzinfarkttag. An keinem anderen Tag der Woche ist die Zahl der Krankheitsfälle so hoch!

 

Alkohol vertragen wir abends am besten

Das Frühjahr ist eine schöne, aber auch anstrengende Zeit. Das liegt an den Hormonen: Mit dem zunehmenden Licht wird im Organismus die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin angekurbelt. Gleichzeitig sinkt der Melatonin-Spiegel, der den Schlaf-wach-Rhythmus regelt. Dieser Prozess läuft nicht ohne Schwankungen ab und kostet uns jede Menge Energie – ein wichtiger Grund für die berühmte Frühjahrsmüdigkeit. Kommt dann auch noch die verordnete Sommerzeit dazu, gerät unser Organismus nicht selten vollends aus der Spur. Denn unsere innere Uhr richtet sich nicht nach dem Wecker, sondern nach dem Stand der Sonne. Schlafforscher haben errechnet, dass es drei Wochen dauert, bis wir uns an die Umstellung gewöhnt haben.

Der Biorhythmus regelt nicht nur die Wach- und Schlafphasen, sondern auch alle anderen Vorgänge. Nachmittags ist unsere Körpertemperatur, um 22 Uhr der Kalziumgehalt im Blut am höchsten, um Mitternacht reagieren Allergiker am stärksten auf Pollen (Fenster zu!), und die meisten spontanen Geburten ereignen sich morgens um sechs Uhr. Wie groß der Einfluss des Biorhythmus ist, zeigt sich besonders schön beim Alkohol. Tagsüber reicht manchmal schon ein Piccolo, um einen für Stunden aufs Sofa zu schicken, abends dagegen vertragen wir in der Regel mehrere Gläser problemlos.

 

„Eulen" sind im Alltag permanent übermüdet

Die innere Uhr ist genetisch festgelegt, viel ändern lässt sich an ihrer Einstellung nicht. Wer als „Lerche" geboren wird, wird sicher nie ein bekennender Nachtschwärmer, und die „Eulen" haben ein Leben lang Probleme mit dem Frühaufstehen. Nur als Babys sind wir fast alle Lerchen und als junge Erwachsene Eulen, die problemlos die Nächte durchmachen können.

Mit wachsendem Alter fällt es dann vor allem den Lerchen schwer, sich am Abend wach zu halten – für Spätschichten sind sie nicht gemacht. Eulen sind dagegen im normalen Berufsalltag permanent übermüdet, weil sie häufig erst nach Mitternacht bettreif sind. Den fehlenden Schlaf holen sie dann am Wochenende nach – und am Montag kommt dann der Blues.

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