So stellt der Arzt bei einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) die Diagnose

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die meisten Menschen suchen nach einer Infektion mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zur Diagnose einen Arzt auf, sobald die ersten neurologischen Symptome auftreten. In der ersten Krankheitsphase mit Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen gleicht die FSME vielen anderen Virusinfekten.

Eine genaue Diagnose ist zu diesem Zeitpunkt schwer zu treffen, denn auch Untersuchungen von Blut und Nervenwasser liefern meist noch kein eindeutiges Ergebnis.

Kommt ein Betroffener mit neurologischen Symptomen wie starken Kopfschmerzen, Schwindel und Lichtempfindlichkeit in die Praxis, ist eine mögliche Diagnose FSME. In einem Gespräch erfragt der Arzt die genauen Beschwerden und erkundigt sich auch nach dem vorausgegangenen Krankheitsverlauf, also einer möglichen ersten Fieberphase. Ein entscheidender Hinweis für den Arzt ist dabei, ob es einen Zeckenbiss gegeben hat. Es kommt jedoch auch vor, dass eine Zecke unbemerkt bleibt – denken Sie also auch zum Beispiel an Wanderungen oder Ausflüge in die Natur, bei denen Sie möglicherweise eine Zecke übersehen haben.

 

Bei vielen FSME-Betroffenen fehlen die typischen Anzeichen

Bei Hinweisen auf eine Hirnhautentzündung (Meningitis) führt der Arzt gegebenenfalls eine Reihe spezieller körperlicher Untersuchungen durch. Zum Beispiel muss der Betroffene sich flach auf den Rücken legen und der Arzt beugt dabei den Kopf des Patienten nach oben. So überprüft er ihn auf die für Meningitis typische Nackensteifigkeit (Meningismus). Bei vielen Betroffenen fehlen diese Anzeichen allerdings auch, weshalb bei der FSME für die richtige Diagnose auch immer folgende Untersuchungen wichtig sind:

  • Blutuntersuchung: Im Blut sind bei der FSME die Entzündungswerte (zum Beispiel Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutsenkungsgeschwindigkeit) erhöht. Außerdem lassen sich meist erfolgreich spezielle Abwehrstoffe (IgM- und IgG-Antikörper) gegen das FSME-Virus nachweisen.
  • Liquoruntersuchung: Mit einer Hohlnadel entnimmt der Arzt eine Probe des Nervenwassers aus dem unteren Bereich des Rückenmarks (Liquorpunktion). Bei einer FSME finden sich im Nervenwasser viel mehr Zellen als normal, vor allem spezielle weiße Blutkörperchen (Granulozyten). Wichtig für die FSME-Diagnose ist auch, ob und welche Antikörper im Liquor vorhanden sind.

In bestimmten Fällen sind weitere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich, um eine FSME von anderen Diagnosen abzugrenzen.

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