So senken Sie Ihr Darmkrebs-Risiko in 20 Minuten um 80 Prozent

Darmspiegelung zur Darmkrebs-Vorsorge
Bleibt die Darmspiegelung ohne Befund, kann man beruhigt nach Hause gehen – und muss erst in zehn Jahren wiederkommen © Fotolia

Vor der Darmspiegelung drücken sich viele – dabei kann sie Leben retten. Prof. Dr. Marcus Seemann, ärztlicher Direktor der Diagnoseklinik München, erklärt, wie die Untersuchung abläuft.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen in Deutschland. Das müsste nicht sein: Im Frühstadium erkannt, ist er fast zu 100 Prozent heilbar. Die Früherkennung ist daher der wichtigste Schutz.

 

Darmspiegelung: Heute halb so schlimm

Doch nur sehr wenige gehen zur Darmspiegelung (Koloskopie). „Aufklärung nimmt die Scheu“, sagt der ärztliche Direktor der Diagnoseklinik München, Prof. Dr. Marcus Seemann. Denn: Heute ist das Ganze nur noch halb so schlimm.

Wann ist eine Darmspiegelung fällig?

Gesetzlich Versicherten ab 55 stehen zwei Koloskopien im Abstand von zehn Jahren zu. Kam in der Familie Darmkrebs vor, kann eine frühere Untersuchung wichtig sein. Auch bei anhaltenden Bauchschmerzen, Stuhlproblemen oder dem Nachweis von Blut im Stuhl ist sie sinnvoll.

Was ist in der Vorbereitung wichtig?

„Am Tag zuvor muss der Darm durch abführende Maßnahmen gründlich entleert werden“, sagt Prof. Dr. Seemann. Gut zu wissen: Moderne 2-Liter-PEG-Lösungen sparen die Hälfte an Trinkmenge und schmecken sogar nach Zitrone oder Orange (z. B. „Moviprep“, verschreibt der Arzt).

Wie läuft die Spiegelung ab?

„Auf Wunsch gibt es ein Beruhigungsmittel, das in leichten Schlaf versetzt“, so der Experte. Dann wird der Darm durch etwas Luft entfaltet. „Während der Darmspiegelung führt der Arzt einen flexiblen Schlauch mit Lichtquelle und Lupe langsam durch den Enddarm in den Dickdarm bis zum Dünndarm. Durch den beweglichen Kopf des Endoskops lässt sich die komplette Darmschleimhaut auf dem Bildschirm betrachten.“ Die – in der Regel schmerzfreie – Untersuchung dauert etwa 20 Minuten.

Bekommt man das Ergebnis gleich?

Wird nichts gefunden, kann man beruhigt nach Hause und hat zehn Jahre Ruhe. „Findet der Arzt Polypen, trägt er sie gleich ab“, sagt der Experte. Die Auswertung dauert dann ein paar Tage.

Gibt es eine sanftere Alternative?

„Die virtuelle Koloskopie wird meist als angenehmer empfunden, da kein Instrument eingeführt wird“, so Prof. Dr. Seemann. Die CT-Untersuchung dauert nur etwa 60 Sekunden. Aber: Auch hier wird der Darm entleert und aufgebläht. Werden Polypen entdeckt, wird doch eine herkömmliche Spiegelung nötig. Die virtuelle Koloskopie ist selbst zu zahlen (ca. 1000 Euro).

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