So schützen Sie sich vor einer Lebensmittelvergiftung

Frau untersucht das Haltbarkeitsdatum
Sie können sich vor einer Lebensmittelvergiftung schützen, indem Sie beim Kauf von Lebensmitteln immer auf das Verfallsdatum achten © Fotolia

Es passiert nicht nur auf Reisen oder nach einem Restaurantbesuch. Auch nach einem liebevoll gekochten Essen zu Hause kann es manchmal zu einer Lebensmittelvergiftung kommen. Schuld daran sind Bakterien, die sich in falsch gelagerten oder nicht durch-gegarten Lebensmitteln rapide ausbreiten.

 

Beachten Sie das Mindesthaltbarkeits- und das Verfallsdatum von Lebensmitteln

Lesen Sie vor dem Kauf genau das Etikett auf der Ware. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum beziehungsweise das Verfallsdatum. Dies gilt in besonderem Maße bei Lebensmitteln, die mit rohen Eiern zubereitet wurden (zum Beispiel Dressings oder Mayonnaise). Milch und Käse sollten den Vermerk "pasteurisiert” tragen (pasteurisieren = kurzfristiges Erhitzen auf Temperaturen unter 100 Grad, wodurch die meisten Bakterien abgetötet werden). Nicht immer gilt die Regel "je naturbelassener, desto vollwertiger, je roher, desto gesünder”. Gerade Lebensmittel aus ökologischem Anbau bergen bei Überschreiten des Haltbarkeitsdatums oder falscher Lagerung Gefahren, die durch bestimmte Zusatzstoffe ausgeschaltet worden wären. Rohe Milch, die direkt auf einem Bauernhof gekauft wird, sollte abgekocht werden.

 

Achten Sie auf den Zustand und die Lagerung der Lebensmittel

Begutachten Sie den Zustand der Ware und der Verpackung. Lebensmittel, die nicht frisch aussehen, kauft man besser gar nicht erst. Das gilt vor allem bei Fisch. Er sollte im Geschäft auf zerstoßenem Eis lagern. Die angebotenen Fische müssen klare, ungetrübte Augen und festes Fleisch haben. Fischfilets und Fischsteaks sollten glänzen und dürfen auf keinen Fall unangenehm riechen. Roher und vorgegarter Fisch sollte nicht nebeneinander liegen. Beim Kauf von Konserven sollten Sie darauf achten, dass die Dosen nicht aufgebläht oder undicht sind. In beschädigten Konserven bilden sich schnell Bakterien, die "Botulismus” hervorrufen können – eine seltene, aber manchmal tödlich verlaufende Vergiftung des Zentralnervensystems. Erste Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen. Später treten Lähmungserscheinungen im Augenbereich sowie Schluckbeschwerden und Sprechstörungen auf.

 

Strikte Hygiene ist bei Lebensmitteln das A und O

Auch in der Küche muss sowohl bei tierischen als auch bei pflanzlichen Produkten auf strikte Hygiene geachtet werden. Wird eine Mikrowelle benutzt, sollte die Kerntemperatur bei der Zubereitung der Speisen etwa 75 Grad betragen. Für die eigene Herstellung von Mayonnaise, Eischnee oder Süßspeisen keine rohen Eier verwenden. Ausreichendes Garen ist die wichtigste Maßnahme gegen Infektionen durch den Genuss von Lebensmittel. Lebensmittelfachleute gehen davon aus, dass fast jedes tierische Produkt mehr oder weniger verseucht ist. Bakterien vermehren sich bei Temperaturen von 4 bis 60 Grad. Fleisch deshalb so zubereiten, dass in seinem Inneren beim Garen Temperaturen über 70 Grad erreicht werden. Bei Geflügel sollten es sogar über 80 Grad sein.

 

Kontrollieren Sie die Kühlschranktemperatur, um einer Lebensmittelvergiftung vorzubeugen

Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Kühlschranktemperatur. Verwenden Sie die richtigen Gefrierbehälter. Glasschalen zerplatzen bei Tiefsttemperaturen leicht und auch manche Kunststoffe sind nicht für die Lagerung von Gefriergut geeignet! Vorgekochte warme Speisen sollten Sie in kleinere Portionen einteilen, damit sie schnell abkühlen. Kühlschrank und Tiefkühlschrank dürfen nicht zu voll gepackt werden. Zwischen den eingelagerten Lebensmitteln muss eine gute Luftzirkulation möglich sein, damit die Temperatur nicht ansteigt.

 

So lange halten sich Lebensmittel

- Im Tiefkühlschrank und 3-Sterne-Gefrierfach (-18 Grad): Fleisch acht bis zehn Monate, Gemüse ein Jahr.

- Im obersten Kühlschrankfach (1-2 Grad): Gehacktes einen Tag, Fisch zwei Tage, Fleisch drei Tage, Schinken und Wurst drei bis vier Tage.

- Im mittleren Fach (3-5 Grad): Backwaren, Pasteten maximal vier Tage.

- Im unteren Fach (6-8 Grad): Quark, Käse, offene Konserven eine Woche.

- Im Gemüsefach (8-9 Grad): Obst und Gemüse fünf bis sechs Tage.

- In der Schranktür (circa 10 Grad): hier bleibt Butter streichfähig, idealer Lagerplatz auch für Eier, Milch und Bier.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.