So schützen Sie Ihr Kind vor Neurodermitis

Süßes Baby
Eine wirkstofffreie Creme soll bei Neugeborenen den Neurodermitis-Ausbruch verhindern © Fotolia

Laut einer deutschen Studie liegt das Risiko für ein Neugeborenes, Neurodermitis zu bekommen, bei einem erkrankten Elternteil bei 40 Prozent. Wenn beide Elternteile erkrankt sind, sogar bei 67 Prozent. Ärzte haben jetzt herausgefunden, wie sich Neurodermitis bei Neugeborenen frühzeitig vermeiden lässt.

Eine Creme ohne medizinische Wirkstoffe kann das Risiko für die Entwicklung einer Neurodermitis um 50 Prozent senken. Das ist das Ergebnis zweier Studien, die kürzlich im Rahmen des deutschen Allergiekongresses in Köln von Professor Thomas Werfel von der Medizinischen Hochschule Hannover vorgestellt wurde.

Für die Untersuchung wurden 124 Neugeborene mit erblicher Vorbelastung herangezogen. Die Säuglinge aus Risikofamilien für allergische Erkrankungen wurden ab der dritten Lebenswoche bis hin zum sechsten Lebensmonat mit einer Basiscreme behandelt, die auf den gesamten Körper aufgetragen wurde. Die Kontrollgruppe blieb unbehandelt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Eincremen die natürliche Haut-Barriere des Babys stärken könnte.

 

Creme senkt Neurodermitits-Rate

Ähnliche Ergebnisse erzielten japanische Forscher. In der Studie wurden Neugeborene mit einem erhöhtem Neurodermitis-Risiko bis zur 32. Lebenswoche mit einer wirkstofffreien Creme behandelt. Im Vergleich zu unbehandelten Kindern ließ sich das Risiko für die Entwicklung der sogenannten atopischen Dermatitis um 32 Prozent senken.

Sollten sich die Daten in größeren Untersuchungen bestätigen, könnte diese Therapieform eine kostengünstige Vorsorge-Maßnahme für allergische Erkrankungen darstellen, betont Werfel.

 

Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt) gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen im Kindesalter. Besonders quälend ist der Juckreiz. Die Krankheit verläuft schubweise. Die Ursachen für Neurodermitis sind nicht eindeutig geklärt, als wesentlicher Faktor gilt jedoch eine angeborene Veranlagung. Neben den genetischen Faktoren spielen Umwelteinflüsse, aber auch körperliche Belastungen, Allergene und Infekte eine Rolle. Die atopische Dermatitis kann grundsätzlich zu jeder Zeit auftreten – häufig bildet sie sich jedoch bereits im Säuglingsalter heraus.

Ihr Kind leidet bereits an juckender Haut, schuppenden Hautstellen oder Ekzemen? Hier finden Sie nützliche Tipps, die Linderung bringen.

Hamburg, 6. Januar 2016

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