So schädlich können Nahrungsergänzungsmittel sein

Pillen auf einem Teller
Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt abgeklärt werden. © Alamy

Viele ältere Menschen nehmen Kalzium-Präparate ein, um sich vor Osteoporose zu schützen. Genau damit können sie aber das Risiko für eine Demenzerkrankung erhöhen.

Wissenschaftler aus Schweden haben in einer Studie die Auswirkungen von Kalziumpräparaten untersucht. In der Untersuchung mit 700 Frauen, die schon einmal einen Schlaganfall erlitten hatten, zeigte sich, dass das eingenommene Kalzium das Risiko an Demenz zu erkranken, deutlich erhöhte. Tatsächlich entwickelten die Frauen innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren siebenmal so häufig eine Demenz, verglichen mit Schlaganfall-Patientinnen, die keine Kalzium-Präparate einnehmen.

Warum Kalzium bei Frauen mit speziellen Vorerkrankungen zu einem höheren Risiko für Demenz führt, können die Forscher der Göteborg Universität allerdings nicht beantworten. Sie vermuten, dass die Medikamente die Blutgefäße und damit auch den Blutfluss beeinflussen könnten.

 

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Dr. Silke Kern, Ko-Autorin der Studie, stellt klar, dass aus den Beobachtungen ihres Teams nicht abgeleitet werden dürfe, dass Kalzium-Ergänzungsmittel allgemein zu einer Demenz führen. Um aus den Ergebnissen der Studie klare Handlungsanweisungen ableiten zu können, müssten erste weitere Untersuchungen gemacht werden.

Allgemein gilt jedoch bei Nahrungsergänzungsmitteln: Die Einnahme am besten mit dem Arzt absprechen. Denn: Wer sich jedoch gesund und ausgewogen ernährt, braucht normalerweise keine Nahrungsergänzung und sollte deshalb besser darauf verzichten. Gerade ältere Menschen nehmen allerdings oft Kalzium-Präparate zu sich, um sich vor einer möglichen Osteoporose zu schützen. Dabei kann man diese Erkrankung auch durch sanftere Maßnahmen in Schach halten.

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Das hilft wirklich gegen Osteoporose

Der schleichende Verlauf bei Osteoporose ist tückisch – denn häufig wird der Knochenschwund erst entdeckt, wenn bereits der erste poröse Knochen gebrochen ist.

Dabei kann man Osteoporose gut vorbeugen, etwa mit einem Medikamenten-Check. Denn bestimmte Arzneien schwächen die Knochenstabilität, besonders bei dauerhafter Einnahme. Zu den problematischen Mitteln zählen unter anderem Mittel gegen Sodbrennen, sogenannte Protonenpumpenhemmer, auch Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) genannt. Im Normalfall erleichtert die Magensäure die Aufnahme von Kalzium im Dünndarm. Wird nun ein PPI eingenommen, verschlechtert sich diese Aufnahme, da die Magensäureproduktion verringert wird. Bekommt der Körper zu wenig Kalzium, nimmt die Knochendichte ab. Die Folge: Die Knochen werden porös und brechen leichter. Unter einer dauerhaften Einnahme von PPI treten sogenannte Spontanbrüche gehäuft auf. Aus diesem Grund sollten zur Behandlung von Sodbrennen immer erst Hausmittel wie Milch oder ungesüßter Naturjoghurt eingenommen werden.

Auch mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich einer Osteoporose vorbeugen. Forscher entdeckten, dass Olivenöl den Prozess des Knochenschwunds stoppen kann. Schon zwei Esslöffel täglich steigern die Bildung eines körpereigenen Stoffes, der den Knochenschwund aufhält. Zusätzlich sollte man auf eine kalziumreiche Ernährung achten. Denn der Mineralstoff (Empfehlung: 1000 mg am Tag) stärkt tatsächlich die Knochen. Einen besonders hohen Anteil haben Buttermilch (540 mg in 500 ml), Grünkohl (424 mg in 200 g) und Brokkoli (170 mg in 200 g). Tipp: Vitamin D fördert die Einlagerung von Kalzium.

 

Ernährung und Bewegung gegen Osteoporose

Auch regelmäßige Bewegung trägt zum Erhalt der Knochenfestigkeit bei. Forscher der Universität Cambridge fanden heraus: Ausreichend Bewegung kann eine Osteoporose sowohl verhindern als auch abmildern. Gut geeignet sind Sportarten in aufrechter Körperhaltung. Durch die Schwerkraft wird der Körper einem mechanischen Reiz ausgesetzt, der die Knochenbildung anregt. Das ist besonders bei Nordic Walking der Fall. Aber auch leichtes Krafttraining, Gymnastik und Radfahren kommen infrage. Mediziner raten zu dreimal wöchentlich jeweils 30 Minuten. Ungeeignet sind Sportarten, bei denen wenig Kraft auf die Knochen ausgeübt wird, wie Schwimmen oder Aqua-Gymnastik.

Hamburg, 19. August 2016

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