So lässt sich Diabetes noch abwenden

Verena Elson Medizinredakteurin
Rucola
Rucola gehört zu den Lebensmitteln, die laut einer Studie helfen, Diabetes vorzubeugen © iStock

Wenn die Blutzuckerwerte erhöht sind, aber noch kein Diabetes vorliegt, sprechen Ärzte von Prädiabetes. Betroffene haben ein hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken – aber sie können viel tun, um die Erkrankung noch abzuwenden.

 

Was ist Prädiabetes?

Das Hormon Insulin hat die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Es bindet sich an die Oberfläche der Körperzellen und veranlasst sie, Zucker aus dem Blut herauszufiltern und als „Kraftstoff“ abzuspeichern. So verhindert es, dass der Blutzuckerspiegel zu hoch ansteigt. Für die Produktion des Insulins ist die Bauchspeicheldrüse zuständig.

Während diese Produktion bei Typ-I-Diabetikern durch eine Fehlfunktion des Immunsystems nicht mehr klappt, liegt bei Typ-II-Diabetikern das Problem bei der Verarbeitung des Insulins. Der Auslöser ist meist Übergewicht bis hin zu Fettleibigkeit: Beides kann dazu führen, dass der Körper immer weniger auf das vorhandene Insulin reagiert – das heißt, die Zellen nehmen immer weniger Zucker aus dem Blutstrom auf. Denn Fettgewebe, besonders das am Bauch, schüttet Botenstoffe aus, die so eine „Insulinresistenz“ fördern.

Der Körper bemüht sich zunächst, die Resistenz mit einer vermehrten Produktion von Insulin auszugleichen. Doch mit der Zeit ist er damit überfordert und die Insulinproduktion geht wieder zurück. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel an.

Menschen mit Prädiabetes haben bereits eine Insulinresistenz, doch ihre Blutzuckerwerte sind noch nicht so weit angestiegen, dass man von Diabetes spricht. Ihr Risiko, zu erkranken, ist jedoch zehn bis 20 mal höher als das von Menschen mit normalen Blutzuckerwerten.

 

Die Formel, die Diabetes verhindern kann

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass sich die Entstehung von Diabetes durch Änderungen im Lebensstil verzögern oder sogar aufhalten lässt. Wer seine Ernährung umstellt, fünf bis zehn Prozent seines Körpergewichts verliert und an fünf Tagen pro Woche je 30 Minuten stramm spazieren geht, hat demnach sein Risiko, Diabetes zu entwickeln, nach zwei Jahren um 58 Prozent verringert. Doch wie sollten sich Menschen mit Prädiabetes ernähren?

 

Viel Gemüse und Salat essen

Eine 2012 veröffentlichten Metaanalyse mehrerer Studien mit insgesamt knapp 180.000 Probanden ergab ein um sieben Prozent niedrigeres Diabetes-Risiko bei den Probanden, die das meiste Obst und Gemüse aßen, als bei denjenigen, die am wenigsten Obst und Gemüse aßen. Den stärksten Effekt hatten bestimmte Gemüse- und Salatsorten wie Spinat, Kohl, Brokkoli, Brunnenkresse, Rucola und Kopfsalat. Eine weitere Metastudie zeigte 2016, dass der weitgehende Verzicht auf tierische Produkte dabei hilft, das Diabetes-Risiko zu verringern.

 

Softdrinks konsequent weglassen

Eine Auswertung von 17 in den USA und England durchgeführten Studien kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass jedes gezuckerte Getränk pro Tag das Risiko, Typ-II-Diabetes zu entwickeln, um 13 Prozent erhöht.

 

Mehr Kaffee trinken

Eine Metaanalyse von 28 Studien mit mehr als einer Million Probanden ergab 2014, dass Kaffeetrinken vor Diabetes schützt. Demnach haben Menschen, die täglich drei oder mehr Tassen trinken, ein um 21 Prozent geringeres Diabetes-Risiko als solche, die kaum oder gar keinen Kaffee trinken. Der Grund dafür ist die sogenannte Chlorogensäure, ein Inhaltsstoff des Kaffees. Sie verlangsamt die Aufnahme von Zucker ins Blut und hilft so dabei, den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten.

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