So klappt’s mit dem Baby garantiert – NICHT!

Rasmus Cloes Medizinredakteur

Enge Unterhosen, Laptops und Sonnencreme haben eines gemeinsam: Sie schaden den Spermien. Hier finden Sie die größten Sperma-Killer, von denen Sie bisher noch nie gehört haben.

Wissenschaftler warnen seit Jahren: Weltweit fällt bei Männern die Zahl aktiver Spermien. Warum das so ist, konnte noch kein Forscher schlüssig erklären. Individuell lassen sich aber viele Ursachen ausmachen, womit ein Mann seinen Spermien schadet – doch wissen die Betroffenen überhaupt, was sie mit einem bestimmten Verhalten anrichten?

Die britische Daily Mail wollte genau das herausfinden und fragte 1000 Männer, was diese als größte Gefahren für ihre Spermien sehen. Dazu mussten sie auf eine Skala zwischen eins (ungefährlich) und fünf (sehr gefährlich) ankreuzen, für wie schädlich sie einen Stoff halten.

 

Die größten Gefahren für die Spermien

Angeführt wurde die Liste von Strahlung, Betäubungsmitteln, Stress, Übergewicht, Zigaretten, enger Unterwäsche und Alkohol. Alle erreichten im Schnitt einen Wert von über drei – Strahlung lag sogar bei 3,7. Darauf folgten enge Hosen, Untergewicht, Marihuana, Laptops und die Softdrinks Mountain Dew und Coca-Cola, denen die Männer immerhin noch einen Wert zwischen zwei und drei zuordneten.

 

Spermien-Killer richtig eingeschätzt

Wie richtig lagen sie mit ihrer Schätzung? Generell lässt sich sagen: Recht gut! 

  • Die beiden Spitzenreiter Strahlung und Betäubungsmittelkonsum können – je nach Ausmaß – den Spermien extrem schaden. Aber schon die geringe Strahlung eines Handys reicht aus, um die männliche Fruchtbarkeit im Schnitt um 8 Prozent zu senken.
  • Über- und Untergewicht schaden der Fruchtbarkeit stark. Wobei zu viele Pfunde schädlicher sind als zu wenige. Bei Männern mit einem BMI von über 25 konnten Studien eine im Schnitt um 22 Prozent reduzierte Spermienzahl messen. Bei Männern mit Untergewicht (unter einem BMI von 18,5) liegt die Zahl noch immer um 8,5 Prozent geringer.
  • Zu enge Hosen und Unterwäsche: Wer Kinder bekommen will, sollte für eine Zeit auf weite Boxershorts und Hosen umsteigen. Eine Studie untersuchte Männer, die für 120 Tage extrem enge Unterwäsche trugen. Im Schnitt sank schon nach 20 Tagen die Zahl gesunder und aktiver Spermien, nach 34 Tagen die absolute Zahl. Im Laufe der Studie fiel bei einigen Teilnehmern die Spermienzahl sogar um 100 Prozent. Doch die Schäden lassen sich beheben: Im Schnitt brauchten die Männer aber 73 Tage, um wieder auf ihren Ausgangswert zu gelangen.
  • Alkohol, Zigaretten und Marihuana: Am schlimmsten ist die legale Droge Alkohol. Eine dänische Studie konnte zeigen: Es besteht eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Mit jedem alkoholischen Getränk, was die untersuchten Männer tranken, sank die Spermienqualität. Doch auch Marihuana schadet. Zwar nicht der absoluten Anzahl, aber der Funktion. Ähnlich ist es mit Zigaretten.
  • Auch Stress schadet den Spermien – allerdings weniger stark als die anderen bisher genannten Punkte.
  • Ebenso sieht es bei Laptops aus. Wenn Männer sie regelmäßig auf ihrem Schoß nutzen, dann verringert die Wärme die Spermienqualität. Hier gilt: Einfach eine Mappe oder ein Buch zwischenlegen.
  • Die einzigen beiden Punkte aus der oben genannten Liste, für die bisher keine schädigende Wirkung auf die Fruchtbarkeit nachgewiesen werden konnte, sind die beiden Softdrinks: Cola und Mountain Dew.

Doch es gibt auch Sperma-Killer – die fast keiner im Blick hat. Hier sind die drei wichtigsten:

  • Sport: Grundsätzlich ist ausreichend Bewegung gut für die Qualität der Spermien – doch nur in Maßen. Nicht in Massen. Studien zeigen: Besonders intensives Ausdauertraining kann die Hodenfunktion hemmen und so Fruchtbarkeit einschränken. Hochleistungssportler mit Kinderwunsch sollten ihr Training darum für einige Zeit etwas herunterfahren.
  • Sonnencreme: Darin enthaltenes Octinoxat kann, das zeigen Studien, die Hormonlevel verändern und so die Zahl der Spermien um bis zu 33 Prozent verringern. Darum gilt für Männer: Sobald man aus der Sonne heraus ist, schnell unter die Dusche stellen und die Sonnencreme abwaschen.
  • Bratpfannen: Sogenannte Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) werden in vielen Produkten eingesetzt. Zum Beispiel um Pfannen zu beschichten, damit in diesen besonders wenig anbrennt. Doch Studien konnten zeigen, dass die sich die Beschichtung mit der Zeit abnutzt und über das Essen in den Körper gelangt. Mit verheerenden Folgen – zumindest für die männliche Fruchtbarkeit – das zeigt zumindest eine brasilianische Studie. Besser: Pfannen aus Edelstahl benutzen.

Hamburg, 30. Mai 2015

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