So halten Bäume das Gehirn gesund

Waldweg
Ein Spaziergang in der Natur ist ein gutes Anti-Grübel-Rezept und schützt so vor Depressionen, zeigt eine US-Studie © Fotolia

Raus aus der Stadt und ab in den Wald! Ein Spaziergang im Grünen schützt vor Depressionen, zeigt eine aktuelle US-Studie – Praxisvita hat die Fakten.

Stadtleben mit wenig Kontakt zur Natur erhöht das Risiko für Depressionen – darauf wiesen in der Vergangenheit zahlreiche Studien hin. Die Ursache für diesen Zusammenhang war jedoch bisher nicht geklärt.

 

Grübeln begünstigt Depressionen

Darum untersuchte ein Forscherteam der Stanford University in Kalifornien in einer aktuellen Studie, wie sich der Aufenthalt in Stadt und Natur auf das Gehirn auswirkt. Dazu befragten die Wissenschaftler 38 Männer und Frauen zu ihrer Neigung zu grübeln. Der Hintergrund: Wer viel grübelt, macht sich überwiegend negative Gedanken  – und diese Angewohnheit erhöht das Risiko für Depressionen oder andere psychische Erkrankungen.

Zusätzlich analysierten die Forscher die Gehirnaktivitäten der Studienteilnehmer um herauszufinden, wie aktiv eine spezielle Region ihres Gehirns im sogenannten präfrontalen Cortex ist – dieses Gehirnareal ist bei depressiven Menschen besonders aktiv.

Im Anschluss machten alle Probanden einen 90-minütigen Spaziergang. Während eine Gruppe durch die Natur laufen durfte, machte die andere einen Stadtspaziergang. Danach wurden Befragungen und Hirnscan wiederholt.

 

Naturspaziergang stoppt Grübeleien

Das Ergebnis: Probanden, die durch die Natur spaziert waren, berichteten von weniger Grübeleien während des Spaziergangs als die Stadt-Spazierer. Analysen des Gehirns ergaben, dass auch die entsprechende Gehirnregion im präfrontalen Cortex nach dem Gang durch die Natur weniger aktiv war.

Das Fazit der Wissenschaftler: Bewegung in der Natur hemmt die Neigung, zu grübeln – darum sollten Städter sich regelmäßige Auszeiten im Grünen gönnen.

 

Weitere Gesundvorteile des Waldspaziergangs

Über einen Spaziergang durch den Wald freut sich der gesamte Körper: In Waldluft schwebt bis zu 100-mal weniger Staub als an Straßen. Die Bäume bilden zudem bestimmte Pflanzenstoffe gegen Erreger und Schädlinge. Wenn wir diese Waldluft einatmen, stärkt das unsere Abwehrkräfte, aktiviert Krebs-Killerzellen und kann sogar vor Lungentumoren schützen. Schon ein einstündiger Waldspaziergang reicht, damit der Effekt eine Woche anhält.

Doch auch unsere Augen profitieren vom Ausflug ins Grüne. Denn im Alltag ist der Blick oft starr auf ein Objekt gerichtet (z. B. PC, Fernseher). Im Wald dagegen können die Augen wieder frei umherschweifen. Dabei entspannen sie sich – das beugt Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen vor.

Auch den Gelenken tut der Waldspaziergang gut. Denn die weiche federnde Unterlage aus Nadeln, Moos und Blättern dämpft die Stoßbelastung. Außerdem regt der leicht unebene Waldboden die Durchblutung der Beinmuskulatur an – ideal für Menschen mit Rücken- und Gelenkschmerzen. Darum eignet sich der Wald besonders gut für eine leichte Joggingrunde.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.