So haben Nierensteine keine Chance

Melone beugt Nierensteinen vor
Keine Lust, „steinreich“ zu sein? Wässriges Obst wie Melone oder Gurke beugt Nierensteinen vor © Imago

Etwa vier Millionen Erwachsene in Deutschland leiden unter Nierensteinen. Schuld ist meist unsere Lebensweise. Und die können Sie selbst ändern!

Die Schmerzen kamen ganz plötzlich. Die Krämpfe im Bauch waren wellenartig wie Wehen und strahlten in den Rücken und die Beine aus. Beim Arzt bekam Monika F. dann die Diagnose: Harnsteine, auch Nierensteine genannt. Und die Steine hatten bei ihr eine Kolik ausgelöst.

 

Nierensteine wachsen im Harn

Die Steine hatten sich in einem Harnleiter verklemmt. Dadurch staute sich der Urin und der Harnleiter wurde schmerzhaft überdehnt. „Doch wie kommen überhaupt Steine in den Harntrakt?", fragte sich Monika F. Die Antwort ist einfach: Sie wachsen dort, wenn der Urin nicht dünn genug, also übersättigt ist. Dabei können sich Steine aus unterschiedlichen Stoffen bilden. Acht von zehn bestehen aus einem Kalziumsalz, dem sogenannten Kalziumoxalat. Andere Steine bilden sich wie bei Monika F. aus Harnsäure oder aus Kalziumphosphat – je nach Zusammensetzung des Urins.

 

Risiko: falsche Ernährung

Professor Dr. Albrecht Hesse kennt die Risikofaktoren für das Entstehen von Nierensteinen: „Bewegungsmangel, ungenügende Flüssigkeitsaufnahme, Stress, unregelmäßiges Essen sowie Überernährung mit viel Eiweiß und Alkohol", zählt er auf. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, verändert sich unser Stoffwechsel so, dass sich Kristalle im Urin bilden. Daraus werden dann die Steine. Die Bildung von Steinen hängt also maßgeblich mit der Ernährung zusammen. „So sind die meisten Patienten mit Harnsäure-Steinen übergewichtig", sagt Professor Hesse.

 

Viel Wasser trinken

Die steinbildenden Stoffe kommen also über unsere (falsche) Ernährung in den Körper. Das ist meist kein Problem, so lange wir genug trinken. Wer pro Tag so viel Wasser oder Tee zu sich nimmt, dass er etwa zwei Liter Urin ausscheidet, bei dem können sich Nierensteine viel schwerer bilden. Der Urin ist dann dünn genug. Die meisten Steine bleiben ohnehin so klein, dass sie als sogenannter Grieß problemlos ausgeschieden werden.

 

Bei Beschwerden zum Arzt

Sollten die Nierensteine doch einmal Beschwerden verursachen, reichen die von Schmerzen beim Wasserlassen bis hin zu Nierenkoliken. Dann führt kein Weg am Arzt vorbei. Denn im schlimmsten Fall droht Nierenversagen.

 

Nierensteine einfach auflösen

Per Ultraschall untersucht der Arzt, wo genau der Stein sitzt. Ein Urin- und Bluttest zeigt ihm, wie der Stein zusammengesetzt ist. Der Störenfried kann dann mit Ultraschall zertrümmert oder mit Medikamenten aufgelöst werden. Operationen sind heute die absolute Ausnahme.

 

Nierensteine kommen wieder

Das Problem: Die meisten Nierensteine sind rezidivierend, sie bilden sich wieder neu. Deshalb ist für Betroffene vorbeugen so wichtig. Das geht etwa bei Harnsäuresteinen, indem man den pH-Wert des Urins mit sogenannten Alkalizitraten kontrolliert. Auf Nummer sicher will auch Monika F. gehen, nachdem sich ihre Steine wieder aufgelöst haben. Deshalb hat sie abgenommen und ernährt sich bewusster. Außerdem achtet sie darauf, ausreichend zu trinken. Zudem kontrolliert sie mit einem Teststreifen regelmäßig den pH-Wert ihres Urins – und mit der Einnahme der Alkalizitrate hält sie diesen Wert im optimalen Bereich.

 

Kontakt und Hilfe bei Nierensteinen

  • Aktuelle Forschungsthemen und Infos, aufbereitet für Patienten: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie. Telefon: 0 30/52 13 72 69. Internetauftritt: www.dgfn.eu.
  • Informationen zu Steinen und anderen Nierenerkrankungen: Deutsche Nierenstiftung. Telefon: 0 61 51/78 07 40. Internetauftritt: www.nierenstiftung.de.
  • Hier können Sie Ihre Harnsteine untersuchen lassen: Harnsteinanalysezentrum. Telefon: 02 28/9 57 37 16. Internetauftritt: www.harnsteinanalysezentrum-bonn.de
 

Nierensteinen vorbeugen: Das ist gut

Harntreibende Tees: Der Urin darf nicht zu stark konzentriert sein, sonst bilden sich Nierensteine. Sie müssen also nicht nur viel trinken, sondern auch viel ausscheiden. Dabei helfen ihnen harntreibende Tees, zum Beispiel mit Birkenblättern (Apotheke, Drogerie).

Wässriges Obst und Gemüse: Ungefähr 2,5 Liter Flüssigkeit sollte man pro Tag trinken, um Nierensteine zu vermeiden. Für manche ist das zu viel. Doch viel wertvolles Wasser steckt zum Beispiel auch in Melonen und Gurken. Essen Sie also reichlich davon!

 

Nierensteinen vorbeugen: Das ist schlecht

Zu viel tierisches Eiweiß: 150 Gramm tierisches Eiweiß pro Tag – mehr sollten Sie auf keinen Fall zu sich nehmen. Sonst steigt das Nierenstein-Risiko. Auch Fisch oder Käse können schädlich sein. Fragen Sie Ihren Arzt!

Kaffee und Bier: Koffein und Alkohol verursachen starken Harndrang. Das schützt aber nicht vor der Steinbildung. Denn die Substanzen sind entwässernd – der Harn ist in der Zeit nach dem Genuss umso konzentrierter.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.