So gesundheitsschädlich sind Gelnägel

Stephanie Pingel

Gelnägel sind für viele Frauen heute selbstverständlich. PraxisVITA erklärt, welche Gesundheitsrisiken durch künstliche Fingernägel entstehen können.

Professionelle Maniküre
© AvGusT174/iStock

Sie sind bunt, manchmal schrill und können für Frauen ein echtes Statement sein: Künstliche Fingernägel haben sich vom Trend zum Dauerrenner entwickelt. Besonders beliebt: Die sogenannten Gelnägel. Sie halten für mehrere Wochen und sehen immer top aus, und das ganz ohne lästiges Nachlackieren. Doch die schönen Nägel bergen auch Gefahren - unter dem Gel können sich Pilze und Infektionen sammeln und den Naturnagel erheblich angreifen. Sichtbar werden diese Veränderungen erst bei der nächsten Maniküre. Und dann kann es schon zu spät sein.

 

Gelnägel verdecken den Naturnagel - und damit auch Symptome von Erkrankungen

Einen besonderen Risikofaktor sehen Mediziner darin, dass Infektionen, Hautveränderungen oder auch eventuelle Tumore unter Gelnägeln leicht übersehen werden. Krankheiten können sich quasi unbeaufsichtigt entwickeln und können frühestens bei der nächsten Maniküre festgestellt werden, wenn das Acrygel entfernt wird und der Natirnagel zum Vorschein kommt. Im Jahr 2009 wurde bei zwei Frauen aus dem US-Staat Texas Stachelzellkrebs an den Händen diagnostiziert. Beide Frauen hatten sich zuvor jahrelang stets mit derselben Technik die Nägel verschönern lassen und bemerkten den Krebs erst, als dieser sich bereits auf den Handrücken und den Oberseiten der Finger ausgebreitet hatte.

UV-Strahlung kann Hautkrebs begünstigen
UV-Strahlung härtet das Acryl-Gel aus - kann aber auch Hautkrebs begünstigen. © AvGusT174/iStock
 

Schutz vor Keimen durch Gelnägel gering

Der Bereich unter den falschen Nägeln ist schwer sauber zu halten, sodass sich Bakterien, Viren und Pilze dort leichter vermehren können. Dadurch kann es zu Infektionen des Nagelbetts oder zu Nagelpilz kommen. Verstärkt wird der Effekt noch dadurch, dass der Naturnagel unter dem Lack nicht atmen kann. Ohne Sauerstoffzufuhr kann das Keratin im Nagel aber nicht mehr aushärten. Die Folge: Der Naturnagel wird immer weicher und schützt das Nagelbett nicht mehr ausreichend vor Keimen.

 

Naturnägel werden brüchig

Wenn längerfristig Gelnägel getragen wurden, kann es nach deren Abnahme bis zu fünf Monate dauern, bis der Naturnagel wieder seine alte Stabilität erlangt. Solange ist der Nagel äußerst brüchig und bietet Keimen auch weiterhin eine gute Angriffsfläche. Im schlimmsten Fall kann der Naturnagel beim Abnehmen der Gelnägel teilweise oder sogar ganz abreißen. In dem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, damit die entstandene Wunde entsprechend behandelt werden kann und sich im schlimmsten Falle nicht noch zusätzlich entzündet.

 

Professionelle Nagelpflge schützt vor Infektionen

Wer trotz der Risiken nicht auf seine Gelnägel verzichten möchte, sollte bei der Wahl des Nagelstudios besonders achtsam sein. Wird in einem Studio die Hygiene vernachlässigt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Keime bei der Modellage der Gelnägel übertragen werden und sich dann unter dem Gelnagel vermehren. In einem Nagelstudio gelten die gleichen hygienischen Vorschriften wie bei allen medizinischen Berufen. Achten Sie daher vor allem darauf, dass die Räumlichkeiten sauber sind und dass sich die Mitarbeiter vor jeder Behandlung sowohl die Hände als auch die Unterarme desinfizieren. Außerdem haben Getränke, Lebensmittel oder auch Tiere in einem Nagelstudio nichts zu suchen. Verlassen Sie sich auf Ihren ersten Eindruck: Wirken die Mitarbeiter kompetent, nehmen sie sich Zeit für Ihre Fragen und Wünsche? Ein guter Nageldesigner erkundigt sich im Vorfeld beispielsweise auch nach möglichen Allergien oder Medikamenteneinnahmen.

Doch was kann ich tun, wenn ich mir schon Nagelpilz eingefangen habe? Das erfahren Sie in unserem Video!

 

 

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