So gesund ist Single sein

Verena Elson
Eine Frau Joggt
Singles sind sportlicher als Menschen in Partnerschaften, das belegen Studien © iStock/lzf

Zahlreiche Studien zeigen, wie positiv sich Partnerschaften auf die Gesundheit auswirken. Doch Alleinstehende leben deshalb nicht automatisch ungesünder - auch das Singledasein hat seine Vorteile, wie Untersuchungen belegen.

 

Singles sind schlanker

In Partnerschaften lebende Menschen wiegen im Schnitt mehr als Singles - das fanden Wissenschaftler der Universität Basel in einer 2015 veröffentlichten Studie heraus. Die Forscher werteten Daten von mehr als 10.000 Menschen in neun Ländern aus. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) der befragten Single-Männer lag bei 25,7, bei den gebundenen Männern waren es 26,3. Bei den Frauen lag der Durchschnitts-BMI der Alleinstehenden bei 25,1 und der Frauen mit Partner bei 25,6.

Eine US-Studie kam 2017 zu dem Ergebnis, dass Frauen zwischen 50 und 79 im Schnitt weniger zunehmen, einen niedrigeren Blutdruck haben und weniger Alkohol trinken, wenn sie Single sind.

 

Singles sind sportlicher

Die Autoren der Schweizer Studie identifizierten noch einen weiteren Faktor des Singledaseins, der sich positiv auf die Gesundheit auswirkt - zumindest bei Männern: Alleinstehende Männer treiben mehr Sport als Männer, die in Partnerschaften leben.

Weitere Forschungsarbeiten bestätigen das: Eine im Journal of Marriage and Family veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen in Beziehungen weniger Sport treiben als gebundene Menschen. Die Forscher werteten die Daten von mehr als 13.000 Erwachsenen aus und beobachteten: Während alleinstehende Männer in zwei Wochen im Schnitt acht Stunden und drei Minuten trainierten, konnten sich Männer mit Partnerin im selben Zeitraum nur zu vier Stunden und 47 Minuten Sport überwinden. Bei Frauen war der Unterschied nicht ganz so groß: Singles trainierten in zwei Wochen fünf Stunden und 25 Minuten, Frauen in Beziehungen vier Stunden.

 

Single-Frauen schlafen besser

Eine 2007 durchgeführte Studie Wiener Forscher zeigte, dass Frauen besser schlafen, wenn sie ihr Bett nicht teilen müssen. Das Team beobachtete zehn heterosexuelle Paare in insgesamt 249 Nächten, von denen die Probanden 123 alleine und 126 gemeinsam verbrachten.

Mit einem am Handgelenk getragenen Messgerät erhoben die Wissenschaftler Daten über den Schlaf-/Wachrhythmus der Frauen und Männer, zusätzlich befragten sie die Probanden zu ihrer subjektiv empfundenen Schlafqualität. Dabei zeigte sich, dass Frauen besser schliefen, wenn ihr Partner nicht anwesend war - Männer hatten hingegen einen erholsameren Schlaf, wenn ihre Partnerin neben ihnen lag.

Da die Studie nicht die Schlafqualität von alleinstehenden Probanden untersuchte, lässt sich daraus nicht schließen, dass Single-Frauen im Allgemeinen besser schlafen. Doch alleine Schlafen - ob als Single oder nicht - ist für Frauen demnach gesünder. Denn zahlreiche Studien belegen, dass sich ein guter Schlaf positiv auf die Gesundheit auswirkt. So stärkt er etwa das Immunsystem, beugt Herzrhythmusstörungen vor und hilft beim Abnehmen.

 

Beziehungsstress verkürzt das Leben

Für ein langes Leben ist es klüger, sich für das Singledasein zu entscheiden, als eine unglückliche Beziehung aufrechtzuerhalten, zeigt eine dänische Langzeitstudie. Demnach erhöht häufiger Streit mit dem Partner das Risiko, frühzeitig zu sterben, um das Zwei- bis Dreifache.

Die Forscher werteten Daten von rund 10.000 Probanden aus. Einen ähnlich lebensverkürzenden Effekt wie ständiger Beziehungsknatsch hat demnach Sorge um die Familie und Streit mit Freunden. Als Grund vermuten die Wissenschaftler Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch dauerhaften Stress gefördert werden.

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