So gesund ist Kefir

Verena Elson Medizinredakteurin

Der Begriff Kefir wird von dem türkischen Wort „Keyif“ abgeleitet, das bedeutet so viel wie „Wohlbefinden“ oder „gute Laune“. Tatsächlich ist Kefir gesund – aus verschiedenen Gründen.

Kefir und Kefirknollen
Zur Herstellung von Kefir wird Milch mit sogenannten Kefirknollen versetzt Foto:  iStock/ozgurkeser
Inhalt
  1. Was ist Kefir?
  2. So wird Milchkefir hergestellt
  3. Warum ist Kefir gesund?
  4. Was ist Wasserkefir?
 

Was ist Kefir?

Kefir nennt man mithilfe der Kefirknolle (Kefirpilz) vergorene Milch. Er enthält Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen. Das Getränk stammt ursprünglich aus der Kaukasusregion.

 

So wird Milchkefir hergestellt

Unter dem Begriff Kefir versteht man im Allgemeinen Milchkefir. Um diesen herzustellen, wird Kuh-, Ziegen- oder Schafmilch für ein bis zwei Tage mit dem sogenannten Kefirpilz (auch Kefirknolle oder Tibetanischer Pilz) versetzt. Im Zuge des Fermentierungsprozesses vergärt der Milchzucker und es entstehen Kohlensäure und ein Alkoholgehalt von bis zu zwei Prozent. Schließlich werden die Kefirpilze wieder entfernt.

 

Warum ist Kefir gesund?

  1. Kefir ist probiotisch – vor allem darum gilt er als gesund. Wie andere probiotische Lebensmittel enthält er vorrangig sogenannte Milchsäurebakterien, die bei der Fermentierung entstehen. Diese unterstützen den Darm bei der Verwertung der Nahrung und stärken das Immunsystem.
  2. Kefir ist reich an Nährstoffen: Neben den Vitaminen B2, B12 und D steckt in Kefir reichlich Magnesium, Calcium und Phosphor.
  3. Kefir kann dabei helfen, den Blutdruck zu senken – das ergab eine 2018 mit Ratten durchgeführte Kefirstudie. Brasilianische und US-amerikanische Forscher stellten zwei Gruppen an Bluthochdruck leidender Ratten einander gegenüber: Eine wurde neun Wochen lang mit Kefir gefüttert, die andere bekam keinen Kefir. Es zeigte sich: In der Kefirgruppe gingen die Blutdruckwerte deutlich zurück; bei Ratten, die keinen Kefir bekamen, nicht. Auch die Darmflora der mit Kefir gefütterten Tiere zeigte eine bessere Zusammensetzung. Zudem hatte sich bei ihnen ein Enzym im Gehirn verändert, das an der Regulation des Nervensystems beteiligt ist. Aus Sicht der Forscher deutet dies darauf hin, dass eine „Kooperation“ von Gehirn und Darm die verbesserten Blutdruckwerte bewirkte. Ob diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, kann die Studie allerdings nicht beantworten.

Ein weiterer Vorteil des Milchgetränks: Kefir wird auch von den meisten lactoseintoleranten Menschen vertragen. Denn im Zuge der Fermentierung wird die Lactose (Milchzucker) zu Milchsäure abgebaut.

Giulia Enders
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Was ist Wasserkefir?

Bei Wasserkefir handelt es sich um ein Getränk, das mithilfe einer Kultur hergestellt wird, die den Kefirknollen ähnelt. Im Gegensatz zu Milchkefir wird es auf Basis von Wasser zubereitet. Wasserkefir kann man nicht kaufen, er lässt sich aber leicht zu Hause herstellen. Das sogenannte Wasserkefirferment ist ein weißes Pulver, das im Reformhaus erhältlich ist.

Rezept Wasserkefir

Zutaten

  • 1 l Quellwasser oder stilles Mineralwasser
  • 40 g Zucker
  • eine Trockenfrucht (unkonserviert)
  • Wasserkefirferment

Zubereitung

  1. Die Zutaten in ein Gefäß geben. Gut umrühren und abgedeckt 48 Stunden bei Zimmertemperatur reifen lassen.
  2. Die Frucht herausnehmen und drei Viertel der Flüssigkeit vorsichtig in eine Saftflasche umgießen. Dabei darauf achten, dass der weißliche Bodensatz mit ca. 200 ml Flüssigkeit im Ansatzgefäß zurückbleibt.
  3. Die Flasche luftdicht verschließen, den Inhalt 12 Stunden nachreifen lassen (hält sich ca. 4 Tage im Kühlschrank).
  4. Das Ausgangsgefäß mit 750 ml Wasser auffüllen, 15 g Zucker sowie eine neue Trockenfrucht zugeben und abgedeckt 24 Stunden stehen lassen. Diesen Vorgang können Sie beliebig oft wiederholen.

Quelle:
Brasil, Girlandia Alexandre, et al. (2018): The benefits of soluble non-bacterial fraction of kefir on blood pressure and cardiac hypertrophy in hypertensive rats are mediated by an increase in baroreflex sensitivity and decrease in angiotensin-converting enzyme activity, in: Nutrition.

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