So gesund ist Aushalten

Redaktion PraxisVITA

Erstmal eine Tablette gegen die Kopfschmerzen nehmen, dann ein warmes Bad und rein in die bequeme Jogginghose – keine Frage, das ist ein angenehmer Ausklang für den Tag. Doch ein gesunder Feierabend sieht anders aus: Unbequeme Kleidung, die Zimmertemperatur bleibt niedrig und gegen die Kopfschmerzen werden die Zähne zusammengebissen. Warum das gesund sein soll? Wir verraten es.

Ein bisschen Unbequemlichkeit hält uns fit, sagen Experten. Und das gilt nicht nur für Sport bei Regenwetter. Folgende Tipps machen Ihren Alltag ein wenig ungemütlicher – aber dafür auch ein ganzes Stück gesünder.

 

Die Kopfschmerztablette verkneifen

Die regelmäßige Einnahme der Schmerzsenker kann das Gehirn empfindlicher für Schmerzsignale machen und zu häufigeren Attacken führen. Dieser Effekt setzt ein, wenn man an mindestens 15 Tagen im Monat leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen nimmt. Als Alternative raten Experten, die Schläfen mit Tigerbalsam oder Pfefferminzöl einzureiben – das so ausgelöste Hitzegefühl stoppt die Schmerzsignale im Gehirn.

 

Nicht zu oft die Blase leeren

Wer auf Toilette geht, sobald er den geringsten Drang verspürt, macht seine Blase immer empfindlicher. Der Grund: Wenn die Blase sich mit Flüssigkeit füllt, sendet sie Nervensignale zum Gehirn. Je voller sie ist, desto häufiger kommen die Signale. Wenn man die Blase aber häufig leert, bevor sie ganz voll ist, beginnt sie immer früher Signale zu senden und fühlt sich schließlich auch dann voll an, wenn sie es noch gar nicht ist.

Eine Frau putzt sich die Nase
Bei einer Erkältung lieber keine Schmerzmittel nehmen – dann geht sie schneller vorbei, zeigt eine Studie© Fotolia
 

Erkältungen aussitzen

Kanadische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass uns eine Erkältung länger zu schaffen macht, wenn wir die Symptome mit Schmerzmitteln bekämpfen. Eine mögliche Erklärung: Schmerzmittel senken Fieber – doch die erhöhte Temperatur tut uns gut, wenn wir krank sind. Denn Viren können sich bei Temperaturen von über 37 Grad schlechter im Körper verbreiten. Außerdem bekämpfen einige dieser Medikamente Entzündungen und unterdrücken dabei gleichzeitig wichtige Prozesse im Körper zur Bekämpfung der Infektion.

 

Die Heizung runterdrehen

Eine britische Studie zeigt: Die Häufigkeit von Übergewicht ist parallel zur Heiztemperatur in unseren Wohnungen gestiegen. Als Erklärung vermuten die Wissenschaftler, dass einige gesundheitliche Vorteile der Kälte wegfallen, wenn wir uns in mollig warmen Räumen aufhalten: Die Kälte setzt Prozesse im Körper in Gang, um die Körpertemperatur stabil zu halten – dabei kommt unser Kreislauf in Schwung und Kalorien werden verbrannt. Doch dafür müssen Sie nicht zitternd vor dem Fernseher sitzen, zeigten japanische Forscher: Laut ihrer Studie reichen täglich zwei Stunden bei 17 Grad Raumtemperatur aus, um Gewicht abzubauen.

 

Raus aus Jogginghose und Leggings

Wer Schlabberkleidung trägt, verfällt schneller in eine nachlässige Körperhaltung, warnen Physiotherapeuten. Leggings können zudem die Muskeln schwächen: Sie stützen Oberschenkel und Po und übernehmen damit einen Teil der Aufgabe, die die Muskeln sonst erfüllen.

 

Ein bisschen stressen lassen

Was dem Körper in großen Mengen schadet, kann ihm in kleinen Portionen guttun – so ist das auch bei Stress. Eine US-Studie belegt, dass kurze stressige Momente – etwa eine knifflige Aufgabe mit Deadline oder Zeitdruck vor einer wichtigen Verabredung – unser Immunsystem stärken. Und das ist noch nicht alles: Während dieser kurzen Stressattacken werden neue Gehirnzellen gebildet – der Stress hält also unser Gehirn jung. Doch er sollte nicht länger als ein paar Stunden anhalten, denn ein dauerhafter Stresszustand macht krank.

 

In High Heels laufen

Die Damenwelt dürfte es freuen: Laufen in fünf Zentimeter hohen Absätzen stärkt die Beckenbodenmuskulatur – das beugt einer Blasenschwäche vor.

 

Hart gebettet schlafen

Eine spanische Studie hat ergeben, dass das Schlafen auf einer weichen Matratze häufiger Rückenschmerzen auslöst als das auf einer mittelharten Matratze. Die Erklärung: Weiche Matratzen stützen die natürliche S-Form der Wirbelsäule weniger effektiv – sie laden den Rücken eher dazu ein, durchzuhängen. Auf einer gefühlten Härteskala von eins bis zehn empfehlen Physiotherapeuten eine Matratze mit dem Härtegrad sieben. Es dauert sechs bis acht Wochen, sich an die neue Schlafunterlage zu gewöhnen – aber die Belohnung ist ein schmerzfreier Rücken. 

Eine Frau duscht kalt
Eine kalte Dusche lindert Muskelschmerzen und macht glücklich – das belegen verschiedene Studien© Fotolia
 

Lieber kalt duschen

Bei Muskelschmerzen ist ein heißes Bad verlockend – Sie sollten aber lieber kalt duschen oder baden. Der Grund: Kälte hilft effektiver gegen Entzündungen und Schmerzen in den Muskeln. Irische Forscher haben herausgefunden, dass sich eine Temperatur von sechs Grad am besten eignet, um Muskelschmerzen zu lindern. Und die Kälte macht uns glücklich: Eine US-Studie hat ergeben, dass eine kalte Dusche zur vermehrten Ausschüttung von Endorphinen führt. Der Rat der Wissenschaftler: Das warme Wasser in der Dusche über fünf Minuten langsam auf 20 Grad herunterdrehen, dann zwei bis drei Minuten unter dem kühlen Wasserstrahl bleiben.

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