So gefährlich sind Keime im Kontaktlinsenbehälter

Eine Frau setzt sich Kontaktlinsen ein
Die richtige Kontaktlinsenhygiene schützt vor Augenerkrankungen. Doch die wenigsten befolgen sie – das belegt eine aktuelle australische Studie © Shutterstock

Haben Sie sich den Inhalt Ihres Kontaktlinsenbehälters schon einmal unter dem Mikroskop angesehen? Sie wären geschockt, was Sie dabei alles vorfinden würden – das bestätigt eine aktuelle australische Studie. Erfahren Sie hier, wie gefährlich die falsche Hygiene ist und wie Sie richtig vorgehen.

Die Folgen schmutziger Kontaktlinsen können schmerzhaft sein: Pilze und Amöben gelangen durch die Kontaktlinsen auf die Hornhaut und verursachen dort eine Hornhautentzündung. Das Auge färbt sich rot, schmerzt und tränt. Doch die Entzündung ist nicht nur unangenehm, sie kann die Sehkraft dauerhaft schädigen. Im schlimmsten Fall stirbt die Hornhaut ab und eine neue muss transplantiert werden.

Für ihre aktuelle Studie ließen die Wissenschaftler der University of New South Wales in Sydney 119 Kontaktlinsenträger Fragebögen zu ihren Hygienegewohnheiten ausfüllen. Zusätzlich untersuchten sie die Kontaktlinsenbehälter der Probanden im Labor auf Bakterien und Pilze. Anschließend werteten sie die Zusammenhänge von Hygieneverhalten und Zustand der Behälter aus.

Kontaktlinsenbehälter
Damit sich keine Bakterien und Pilze im Kontaktlinsenbehälter ansammeln, sollte er nach der Reinigung an der Luft trocknen© Shutterstock

Das alarmierende Ergebnis: 66 Prozent der Kontaktlinsenbehälter waren mit Bakterien oder Pilzen besiedelt. Aus der Analyse der Fragebögen ergab sich, dass die Probanden mit den am stärksten verschmutzten Behältern einige wichtige Hygieneschritte nicht befolgt hatten. Daraus leiteten die Forscher einen Maßnahmenkatalog für eine optimale Kontaktlinsenhygiene ab.

 

Kontaktlinsenhygiene: Die wichtigsten Maßnahmen

  • Jedes Mal, bevor die Kontaktlinsen angefasst werden, die Hände gründlich mit Seife waschen
  • Den Behälter nach der Reinigung mit der Öffnung nach unten an der Luft trocknen lassen
  • Desinfektionsmittel vom selben Hersteller verwenden, von dem auch der Kontaktlinsenbehälter stammt
  • Kontaktlinsen nicht länger als zwei Jahre verwenden
  • Den Behälter jedes Mal wechseln, wenn ein Fläschchen mit Desinfektionsmittel verbraucht ist
 

So nicht: Finger weg von diesen Methoden

Von einige Praktiken im Umgang mit Kontaktlinsen raten Experten strikt ab – dennoch berichten Optiker immer wieder von Kontaktlinsenträgern, die sie anwenden: Dazu gehört das Tauschen von Linsen untereinander, die Reinigung in der Spülmaschine und das Lagern von zwei Kontaktlinsen in einem „Abteil“ des Behälters.

Hamburg, 2. Februar 2015

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