So funktioniert die Diabetes-Behandlung

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Im Vordergrund der Diabetes-Behandlung steht, den Blutzucker langfristig auf ein normales Niveau zu senken und dadurch den HbA1c-Wert angemessen einzustellen.

Die Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen, sind individuell unterschiedlich. Entscheidend für die Gestaltung der Diabetes-Behandlung ist vor allem das Ausmaß des Insulinmangels beziehungsweise der Insulinresistenz.

Aber auch die Lebensgewohnheiten wie das Ernährungsverhalten und ob der Patient Sport treibt, haben einen Einfluss.

 

9 Übungen für Diabetiker

 

Insulintherapie als Form der Diabetes-Behandlung


Bei Diabetes Typ 1 besteht die Behandlung aus einer Kombination von Insulintherapie, geregelter Ernährung, Patientenschulung und psychosozialer Betreuung. Alle Typ 1-Diabetiker müssen ein Leben lang Insulin spritzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Insulintherapie – welche am besten geeignet ist, den Blutzucker zu senken, entscheiden Arzt und Patient gemeinsam.

Standard in der Diabetes-Behandlung ist die intensivierte Insulintherapie. Sie ahmt den natürlichen Verlauf der Insulinproduktion im Körper nach. Zugrunde liegt das sogenannte Basis-Bolus-Prinzip: Beim Gesunden produziert die Bauchspeicheldrüse ständig eine bestimmte Menge Insulin. Diesen Grundspiegel bezeichnen Mediziner als Basalrate. Nach Mahlzeiten schüttet die Bauchspeicheldrüse je nach Bedarf weiteres Insulin aus, damit der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt und dort als Energielieferant zur Verfügung steht.

Diabetes-Behandlung mit Insulinpumpe
Bei der Diabetes-Behandlung mit einer Insulinpumpe erhält der Körper zu jeder Tages- und Nachtzeit die Menge Insulin, die er benötigt© Fotolia

Bei der intensivierten Insulintherapie spritzen sich Diabetiker mindestens zweimal täglich ein langwirksames Insulin („Basalinsulin“), um die Basalrate herzustellen. Vor einer Mahlzeit müssen Diabetiker ihren Blutzucker messen. Je nach Höhe des Werts und nach der Zusammensetzung der Mahlzeit spritzen Patienten dann vor dem Essen eine weitere Insulindosis, genauer gesagt ein kurzwirksames Insulin.

 

Diabetes-Behandlung mit einer Insulinpumpe

Eine Möglichkeit der Diabetes-Behandlung ist die konventionelle Insulintherapie. Dabei spritzen Betroffene täglich zu festen Zeiten Insulin. Der Diabetiker muss sich dann an feste Essenszeiten halten. Die intensivierte Insulintherapie ist wesentlich flexibler als die konventionelle.

Für manche Diabetiker ist eine Insulinpumpe eine gute Lösung. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das über einen Katheter ständig Insulin an das Blut abgibt, um die Basalrate – also den Insulingrundspiegel – zu gewährleisten. Auch hier muss der Patient vor einer Mahlzeit seinen Blutzucker messen und in die Insulinpumpe entsprechend eingeben, wie viel zusätzliches Insulin sie abgeben soll. Ob eine Diabetes-Behandlung mit einer Insulinpumpe infrage kommt, bespricht der Arzt mit dem Patienten.

Die Diabetes-Therapie bei Typ 2 unterscheidet sich nicht wesentlich von der Behandlung bei Typ 1. Ein wichtiger Unterschied ist, dass nicht immer (sofort) eine Insulintherapie notwendig ist.

 

Die Diabetes-Behandlung verläuft nach einem Stufenschema

1.    Patientenschulung, Ernährungstherapie, Bewegung und das Medikament Metformin
2.    zusätzlich zu Stufe 1: weiteres Medikament zum Einnehmen (orales Antidiabetikum), z. B. Sulfonylharnstoff
3.    wie Stufe 1, zusätzlich Insulin – z. B. morgens und abends (Basalinsulin) oder zu den Mahlzeiten
4.    wie Stufe 1, zusätzlich Insulintherapie, meist intensivierte Insulintherapie.

Wurde Diabetes festgestellt, ist Stufe 1 der erste Schritt der Diabetes-Behandlung. Nach drei bis sechs Monaten überprüft der Arzt, ob die Behandlung ausreicht. Ist der Blutzucker nicht ausreichend eingestellt, folgt jeweils die nächste Stufe.

Eine Möglichkeit der Diabetes-Behandlung ist die konventionelle Insulintherapie
Eine Möglichkeit der Diabetes-Behandlung ist die konventionelle Insulintherapie mithilfe einer Spritze© Fotolia
 

Metformin als wichtiges Medikament bei der Diabetes-Behandlung

Orale Antidiabetika sind Tabletten zum Einnehmen, die dafür sorgen, dass die Zellen wieder besser auf Insulin reagieren, oder dass die Bauchspeicheldrüse wieder mehr Insulin produziert. Zu diesen Wirkstoffen zählen zum Beispiel Metformin, Acarbose und Sulfonylharnstoffe. Außerdem gibt es Medikamente, die den Blutzucker senken, zum Beispiel Sitagliptin, Exenatide und Dapagliflozin. Solange eine Diabetes-Behandlung mit Insulin nicht notwendig ist, aber eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung nicht ausreichen, den Blutzucker zu senken, ist Metformin in der Regel das Medikament der Wahl.

Erst wenn es auch mit diesen Medikamenten nicht gelingt, den Diabetes mellitus einzustellen, ist Insulin nötig. Insulin kann nicht als Tablette eingenommen werden, da Magensäure das Hormon zerstört. Deshalb muss es gespritzt werden. Davor muss jedoch niemand Angst haben, denn mit den aktuellen Insulinpens ist das Spritzen sehr unkompliziert – bereits Kinder können den richtigen Umgang damit erlernen.

Vorbeugung
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