So finden Sie den passenden Badewannenlift

Silvia Pucyk Medizinredakteurin
Eine Seniorin liegt in der Badewanne
Entspannung in der Badewanne: Einige Senioren benötigen hierfür einen Badewannenlift © JohnnyGreig/iStock
Inhalt
  1. Badewannenlifte entlasten Familie und Pflegepersonal
  2. Informieren Sie sich vor einem Kauf
  3. So übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Badewannenlift

Baden kann so schön sein. Wenn da nicht der hohe Beckenrand wäre und die rutschige Keramikfläche. Ein Badewannenlift kann da helfen. Erfahren Sie hier, unter welchen Bedingungen die Krankenkasse die Kosten übernimmt und was Sie vor einem Kauf bedenken sollten. 

 

Badewannenlifte entlasten Familie und Pflegepersonal

Baden gehen nur dann, wenn die Tochter zu Besuch ist? Oder der ambulante Pflegedienst nach Hause kommt? Für viele Senioren gehört das zum Alltag. Denn wegen ihrer Schmerzen in Armen, Beinen oder Rücken schaffen sie es nicht, allein in die und wieder aus der Badewanne zu steigen. Vielen Senioren ist es unangenehm, Hilfe von anderen Personen annehmen zu müssen. Sich vor anderen nackt zu zeigen oder bei der Intimpflege nicht ungestört sein zu können, ist für sie eine Belastung.

Ein Badewannenlift kann hier die Lösung sein. Er dient dazu, eine Person sicher in die Badewanne zu legen. Hierfür setzt sich die Person auf den Lift, der wie ein Stuhl aufgebaut ist. Mit einer Fernbedienung wird der Badewannenlift gesteuert. Per Tastendruck fährt der Stuhl auf den Boden der Badewanne. Bei einigen Modellen lässt sich überdies die Rückenlehne nach hinten verschieben.

 

Informieren Sie sich vor einem Kauf

Wer einen Badewannenlift in der Wohnung haben möchte, hat zwei Möglichkeiten. Zum einen kann der Lift in Sanitätshäusern oder bei anderen Anbietern käuflich erworben werden. Laut Experten sollte der Badewannenlift etwa 1000 Euro kosten, damit er Qualitätsstandards erfüllt. 

Eine ältere Dame lässt sich von einer Ärztin beraten

Der Arzt diagnostiziert, ob der Patient auf einen Badewannenlift angewiesen ist © Eva Katalin Kondoros/iStock

 

So übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Badewannenlift

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Kosten für den Lift von der Krankenkasse übernehmen zu lassen. Hierfür sind einige Schritte nötig:

Diagnose beim Arzt: Gehen Sie zu Ihren Hausarzt und berichten Sie diesem von Ihren gesundheitlichen Problemen. Der Mediziner wird Sie zu Ihren körperlichen Einschränkungen befragen. Sieht er die Notwendigkeit für einen Badewannenlift wird er ein  entsprechendes Rezept ausstellen. 

Kontaktaufnahme zur Krankenkasse: Reichen Sie das Rezept des Arztes bei Ihrer Krankenkasse ein. Diese wird den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beauftragen, ihre körperlichen Einschränkungen zu dokumentieren und daraus abzuleiten, ob Sie tatsächlich einen Badewannenlift benötigen. Unter Umständen kann Ihnen mitgeteilt werden, dass ein entsprechender Duschhocker in Ihrem Fall vollkommen ausreichend ist, um eine eingeschränkte Mobilität zu überwinden. 

Informationen einholen: Informieren Sie sich frühzeitig über Formalitäten, damit bei einer Bewilligung Ihres Antrags die Einbauarbeiten zügig umgesetzt werden können. Wichtig: Regeln Sie mit Ihrem Vermieter, ob im Badezimmer Löcher in die Wand gebohrt werden dürfen. Für einige Modelle ist es nämlich erforderlich, entsprechende handwerkliche Umbauarbeiten vorzunehmen. 

Der Medizinische Dienst der Krankenkasse prüft den Antragssteller

Der MDK besucht den Antragssteller und gibt anschließend seine Einschätzung an die Krankenkasse weiter © Bojan89/iStock

Nach Bewilligung des Antrags: Die Krankenkasse wird Ihnen einige Modelle vorstellen, die für Sie infrage kommen. Für gesetzlich Versicherte gilt, dass ihr Eigenanteil bei höchstens 10 Euro liegt, die restlichen Kosten übernimmt die Krankenkasse. Sollten Sie sich für ein höherpreisiges Modell entscheiden, dass Ihnen von der Krankenkasse nicht vorgeschlagen wurde, müssen Sie die entsprechende finanzielle Differenz selbst zahlen. Privat Versicherte sollten damit rechnen, dass ihr Eigenanteil deutlich höher ausfällt. Die Krankenkasse wird den Hersteller damit beauftragen, den Badenwannenlift einzubauen. Halten Sie entsprechende Informationen bereit, zum Beispiel welche Maße Ihre Badewanne hat.

Bei Ablehnung des Antrags: Es steht Ihnen zu, Widerspruch gegen den Beschluss der Krankenkasse einzulegen. Es steht Ihnen aber auch offen, über Alternativen nachzudenken. Badewannenlifte können auch gemietet werden. Pro Monat zahlen Sie dann 15 bis 35 Euro. Dieser Schritt ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie nicht grundsätzlich in Ihrer Bewegung eingeschränkt sind, sondern nur für einen begrenzten Zeitraum. 

 
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