Smartphone spürt Parasiten auf

Redaktion PraxisVITA
Hände mit Smartphone
Das Smartphone könnte künftig eine größere Rolle spielen bei der Diagnose von Krankheiten © Fotolia

US-Mediziner haben eine neue Methode entwickelt, mit der ein gefährlicher Parasitenbefall schneller diagnostiziert werden kann – Praxisvita erklärt, wie ein Smartphone zum Diagnosegerät wurde.

In vielen afrikanischen Ländern sind parasitäre Erkrankungen wie die sogenannte Flussblindheit (eine Infektionskrankheit, die zur Erblindung führen kann) oder die Elephantiasis (eine abnorme Vergrößerung eines Körperteils durch einen Lymphstau) weit verbreitet. Zur Behandlung dieser Erkrankungen setzen Mediziner der Wirkstoff Ivermectin ein.

Das Problem bei dieser Therapie: Sind Patienten gleichzeitig mit dem sogenannten Loa loa infiziert, einem Wurm, der sich im Unterhautfettgewebe von Menschen einnistet, kann die Behandlung mit Ivermectin schwerwiegende Nebenwirkungen haben und sogar zum Tod führen. In Zentralafrika, wo Loa loa verbreitet ist, musste die Behandlung mit Ivermectin darum wieder eingestellt werden.

 

Parasiten-Diagnose per Smartphone

Video: US Berkeley Campus Life

 

So wird das Smartphone zum Mini-Labor

Um den Parasitenbefall zu diagnostizieren, war bisher eine Blutuntersuchung notwendig, deren Auswertung mindestens einen Tag dauerte und die von speziell geschultem Personal durchgeführt werden musste – in abgelegenen Gegenden häufig ein Problem.

Das Forscherteam um Michael D’Ambrosio von der University of California entwickelte nun ein Gerät, mit dem die Loa loa-Diagnose schnell und ohne spezielle Schulung funktioniert: Ein per 3D-Drucker hergestelltes Plastikgehäuse für ein Smartphone, in das ein Blutproben-Röhrchen eingeschoben werden kann. Das Gerät scannt die Blutprobe und übermittelt die Bilddaten an die Kamera des Smartphones. Eine auf dem Smartphone installierte App analysiert die Bilder und identifiziert Bewegungen, die von Loa loa-Würmern stammen – und kann so die genaue Anzahl der vorhandenen Parasiten bestimmen.

Die Wissenschaftler wollen nun nach Wegen forschen, weitere Parasiten mit ihrem Smartphone-Labor aufzuspüren.

Hamburg, 7. Mai 2015

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