Slow Sex: Mehr Achtsamkeit beim Liebesspiel

Redaktion PraxisVITA

Der alltägliche Leistungsdruck, dem viele Menschen unterliegen, macht oft auch vor dem Schlafzimmer nicht halt. Slow Sex soll helfen, mehr Achtsamkeit und Entspannung ins Sexualleben zu bringen.

Paar beim Slow Sex
Slow Sex hilft dabei, Achtsamkeit und Entspannung ins Liebesleben zu bringen Foto:  iStock/South_agency
Inhalt
  1. Was ist Slow Sex?
  2. Wie funktioniert Slow Sex?
  3. Wichtige Elemente des langsamen Liebesspiels
  4. Slow Sex: Welche Vorteile hat das?

Slow Sex – das klingt erstmal nicht nach Abenteuer und Spaß, sondern eher nach Langeweile. Ganz nach dem Motto “in der Ruhe liegt die Kraft” soll Slow Sex aber helfen, die Anspannung beim Geschlechtsverkehr in vielen Liebesbeziehungen zu lösen und dabei den Fokus auf die persönlichen Wünsche und die des Partners oder der Partnerin beim Sex legen.

 

Was ist Slow Sex?

Zunächst einmal bedeutet Slow Sex nichts weiter als “langsamer Sex”. Langsam heißt in diesem Zusammenhang zwar auch weniger schnell, aber vor allem ist damit achtsam gemeint. Durch eine Entschleunigung des Sexuallebens sollen Leistungsdruck und die Angst, nicht zu genügen, verschwinden.

Und dabei darf der Geschlechtsverkehr durchaus auch leidenschaftlich sein – allerdings nie fordernd. Slow Sex geht weg von der Vorstellung, dass man immer bereit sein muss, immer können muss, immer erregt und lustvoll sein muss. Auch damit, dass Sexualität nur aus Penetration besteht und Geschlechtsverkehr immer mit einem Orgasmus enden muss, will Slow Sex aufräumen.

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Durch bestimmte Hinweise und Anregungen sollen Paare – egal, ob frisch verliebt oder lange Zeit verheiratet – dazu animiert werden, wieder mehr auf die eigenen Bedürfnisse und auch auf die Vorlieben des Partners zu achten.

 

Wie funktioniert Slow Sex?

Ein echtes Regelbuch für Slow Sex gibt es eigentlich nicht. Im Grunde gibt es nur ein Gesetz, das beim Slow Sex immer gelten sollte: Nehmen Sie sich Zeit! Statt wie im Schnitt 20 bis 30 Minuten kann das Liebesspiel so schon einmal bis zu zwei oder drei Stunden dauern. Enden muss diese Form des Geschlechtsverkehrs nicht immer mit einem Höhepunkt – andererseits kann besonders die Langsamkeit und das Hinauszögern eines Orgasmus für Menschen spannend und erregend sein. Doch im Grunde gilt hier vor allem: Alles kann, nichts muss!

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Wichtige Elemente des langsamen Liebesspiels

Zwar gibt es keine festen Regeln für Slow Sex, jedoch gibt es bestimmte Ideen, die dem Konzept zugrunde liegen und die es stützen.

  • Achtsamkeit:

Slow Sex soll Sie dazu animieren, jede noch so kleine Bewegung oder Berührung Ihres Sexualpartners wahrzunehmen. Diese Langsamkeit soll zu einer besonders sinnlichen Erotik führen und den Fokus auf das Hier und Jetzt und auf die Wünsche Ihres Gegenübers legen.

  • Entspannung:

Für Slow Sex braucht es Zeit. Nehmen Sie sich also genügend Zeit, um das Liebesspiel besonders langsam gestalten zu können – ohne dabei von einem Termin oder den Gedanken an die Arbeit unterbrochen zu werden.

  • Austausch:

Ein elementarer Bestandteil beim Slow Sex ist außerdem, dass Sie sich über Sex informieren, sich mit Ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen auseinandersetzen und über dieses Wissen oder diese Erkenntnisse auch mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin sprechen. Die Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse kann Unsicherheiten vorbeugen und unerfüllbare Erwartungen abbauen.

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Slow Sex: Welche Vorteile hat das?

  • Slow Sex stärkt die Beziehung zwischen Sexualpartnern beziehungsweise lockert Spannungen auf, die sich oft über die Jahre eingeschlichen haben
  • Slow Sex verändert auch das Bewusstsein über den eigenen Körper, die Bedürfnisse und auch die Lust
  • Diese Form des Liebesspiels entspannt außerdem – ohne ein weiterer Punkt auf einer Liste zu sein, den es zu schaffen gilt
  • Slow Sex kann Ihnen helfen zu lernen, mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über Sex zu reden
  • Zuletzt kann diese Form des langsamen Geschlechtsverkehrs sogar Potenzstörungen beheben, die psychischer und stressbedingter Natur sind

Slow Sex ist genau betrachtet alles andere als langweilig. Doch vor allem kann diese Art von Sex eine Hilfe sein für alle, die sich beim Geschlechtsverkehr unter Druck gesetzt fühlen oder unsicher sind. In jedem Fall kann es das Verhältnis zu Sexualpartnern oder auch zum eigenen Körper verbessern.

Quellen:

Open Mind Akademie zum Thema Slow Sex

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