Sivananda Yoga: Harmonie für Körper und Geist

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Harmonie für Körper und Geist, Gesundheit und körperliche Fitness – all das soll Sivananda Yoga mit sich bringen. Doch was steckt hinter dem Yoga-Trend? 

Inhalt
  1. Was ist Sivananda Yoga?
  2. Wortherkunft Sivananda Yoga
  3. Wie funktioniert Sivananda Yoga?
  4. Was macht diesen Yoga-Stil so besonders?
  5. Die Lehre des Sivananda Yoga
  6. Für wen eignet sich Sivananda Yoga?
 

Was ist Sivananda Yoga?

Sivananda Yoga verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und verbindet dabei Elemente des Hatha Yoga, Raja Yoga, Jnana Yoga, Karma Yoga und Bhakti Yoga. Für die Sivananda-Lehre hat der Begründer, Swami Vishnu Devananda, die klassische Yoga-Philosophie untersucht und diese auf fünf Grundprinzipien reduziert.  Bis heute basiert diese Yoga-Form auf diesen fünf Elementen:

  1. Asanas: die richtige Bewegung
  2. Pranayamas: die richtige Atmung
  3. Savasana: die richtige Entspannung
  4. “sattvige” Ernährung: die richtige Ernährung, das heißt, vegetarische Ernährung
  5. Vedanta und Dhyana: positives Denken und Meditation

Durch die Erfüllung dieser fünf Grundprinzipien soll man beim Sivananda Yoga körperliche wie geistige Gesundheit erhalten und verbessern.

 

Wortherkunft Sivananda Yoga

Sivananda Yoga ist nach Swami Sivananda benannt. Er gehört bis heute neben Namen wie Paramahamsa Sri Swami Vishwananda und Mahavatar Babaji zu den einflussreichsten und berühmtesten Yogalehrern und -gelehrten des 20. Jahrhunderts. Sein Schüler, Swami Vishnudevananda, gründete auf Basis seiner Lehren ein riesiges Netzwerk an Sivananda-Zentren. Bis heute haben knapp 40.000 Yogis dort eine Ausbildung zu Lehrenden absolviert.

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Wie funktioniert Sivananda Yoga?

In der Praxis unterscheidet sich Sivananda Yoga von anderen Yoga-Stilen durch seinen ganzheitlichen Ansatz. So besteht eine Stunde Sivananda Yoga immer aus

  • Meditation,
  • Mantren,
  • Atemübungen und 
  • Entspannung.

Bei den einzelnen Asanas liegt der Fokus auf langsamen und entspannten Übungen. Eine tiefe, fließende Atmung ist dabei ganz wichtig.

So könnte eine Sivananda-Yoga-Stunde aussehen:

  • Beginn: Totenstellung (Savasana)
  • Danach: Sonnengruß
  • Es folgt: Ein Standardprogramm mit Körperübungen von 12 Asanas, wie beispielsweise die Stellung des Fisches (Matsyasana), des Kindes (Balasana) oder der Krähe (Bakasana)
  • Anschließend gibt es eine Schlussentspannung
 

Was macht diesen Yoga-Stil so besonders?

Sivananda Yoga ist eine Art Mischung aus vielen anderen, teilweise sehr alten Yoga-Stilen. Anders als viele moderne Yoga-Formen, wie beispielsweise das Power-Yoga, geht es bei dieser Form viel stärker um Spiritualität und um die Vereinigung von Körper und Geist. Das macht die Yoga-Praxis so besonders:

  • Sivananda Yoga basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der nicht im Kursraum endet.
  • Die richtige Ernährung ist ein wichtiger Teil dieser Yoga-Lehre.
  • Muskeln und Gelenke werden nur sehr sanft beansprucht.
  • Neben körperlichen Übungen lernen Sie beim Sivananda Yoga auch von der Philosophie und Spiritualität des Yoga.
  • Ziel ist es nicht nur, sich selbst etwas Gutes zu tun, sondern sich auch für ein friedliches Miteinander einzusetzen.

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Die Lehre des Sivananda Yoga

Wie genau man sich die Praxis des Sivananda Yoga vorstellen muss, erschließt sich einem mehr, wenn man einen Blick darauf wirft, wie Schüler innerhalb dieser Lehre zu Lehrern werden. Das Sivananda Yoga ist für seine Ashrams und Yoga-Zentren berühmt. Nach dem sogenannten Gurukula-System lernen die Schüler dort durch das Zusammenleben mit ihrem Guru alles, was sie brauchen, um die Sivananda-Lehre später weiterzugeben.

Die Lehre reicht also sowohl von gemeinsamen Asanas, Pranayamas, Meditationsübungen und einem gemeinsamen Essen bis hin zu unbezahlten Diensten. Dies kann Kochen aber auch Putzen des Ashrams sein – der gesamte Alltag eben. Einige Schüler absolvieren ihre Ausbildung innerhalb mehrerer Wochen, andere bleiben für Monate oder gar Jahre in einem Ashram.

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Für wen eignet sich Sivananda Yoga?

Meditieren, Atemtechniken, Mantras – das gefällt nicht unbedingt jedem Yogi. Zwar ist der Yogastil Sivananda im Grunde etwas für jedermann, also für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene. Und doch sollte man bei diesem Yoga-Stil offen dafür sein, sein gesamtes Leben ein bisschen umzukrempeln, schließlich baut es stark auf einer ganzheitlichen Philosophie auf.

Bei dieser speziellen Form des Yoga braucht es einen starken Willen, all diese Bereiche bei der Ausübung mitzudenken. Einen Eindruck des Sivananda Yoga verschafft man sich jedoch am besten durch Ausprobieren.

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