Singultus: Woher kommt Schluckauf und was hilft?

Stephanie Pingel

Schluckauf ist normalerweise eher lästig als gefährlich. Doch wie entsteht das Phänomen, das in der Medizin als Singultus bekannt ist, eigentlich? Und was kann man dagegen tun?

Ein Singultus kommt häufig ungelegen: Beispielsweise wenn wir abends versuchen einzuschlafen oder beim Abendessen in einem hochklassigen Restaurant sitzen. Der typische „Hicks“-Laut des Schluckaufs lässt sich kaum kontrollieren – umso schneller versuchen wir, das in der Medizin als Singultus bekannte Phänomen wieder loszuwerden.

 

Wie entsteht ein Singultus?

Verantwortlich für den Singultus ist das Zwerchfell. Dabei handelt es sich um eine Wand aus Muskeln, die die Brust- von der Bauchhöhle trennt und die Lufteinströmung kontrolliert. Spannt sich das Zwerchfell an, entsteht ein Unterdruck, der beim Atmen Luft in die Lungen einströmen lässt. Es gibt viele Gründe, durch die sich das Zwerchfell verkrampfen kann und so einen Schluckauf auslöst. Beispielsweise kann ein Temperaturwechsel in der Speiseröhre durch Eis oder ein heißes Getränk dafür sorgen, dass der Zwerchfellnerv gereizt wird. Daraufhin zieht sich das Zwerchfell unwillkürlich zusammen und verursacht den Singultus. Auch zu hastiges Trinken, kalte Füße und psychische Erregung können das Phänomen begünstigen. Viele Menschen bekommen außerdem beim Lachen Schluckauf.

Ob ein Singultus einen medizinischen Nutzen erfüllt, ist umstritten: Experten vermuten zwar, dass der Schluckauf bei Babys eine Art Schutzreflex ist. Bei Erwachsenen scheint er jedoch keinen positiven Nutzen zu haben.

Frau hat Schluckauf
Normalerweise ist ein Singultus harmlos und verschwindet von alleine nach einigen Minuten. Dauer-Schluckauf sollten Sie allerdings ärztlich abklären lassen© Fotolia
 

Gibt es einen Dauer-Singultus?

Normalerweise hält ein Singultus nur ein paar Minuten an und verschwindet dann von alleine wieder. Ein solcher gelegentlicher Schluckauf betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn das Phänomen mit nur kurzen Unterbrechungen immer wieder auftritt oder sogar ununterbrochen. Männer sind davon weit häufiger betroffen als Frauen. Da der Singultus in diesen Fällen ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein kann, sollten die möglichen Ursachen vom Arzt abgeklärt werden.

 

Was hilft gegen einen Singultus?

Damit der Singultus nachlässt, muss sich das Zwerchfell entkrampfen. Das geht am besten durch Ablenkung wie Erschrecken. Aber auch ein einfacher Atemtrick kann helfen: Indem wir tief in den Bauch atmen, entspannen wir uns. Dadurch hat das Zwerchfell die Möglichkeit, seinen natürlichen Rhythmus wiederzufinden und die Verkrampfung zu lösen. Weitere natürliche Methoden, durch die sich ein Singultus bekämpfen lässt, finden Sie in unserer Bildergalerie „Was hilft am besten gegen Schluckauf?“.

Singultus
Um einen Singultus loszuwerden, hilft es tatsächlich, sich zu erschrecken – zum Beispiel durch einen gruseligen Film© iStock/monkeybusinessimages
 

Die medikamentöse Singultus-Behandlung

Wenn der Singultus dauerhaft bleibt oder immer wiederkehrt, kann er nach Absprache mit dem Arzt auch mit Medikamenten behandelt werden. Die enthaltenen Wirkstoffe wie beispielsweise Baclofen sorgen meist dafür, dass sich die Muskeln entspannen. Wenn der Arzt eine Erkrankung wie eine Speiseröhrenentzündung oder ein Magengeschwür als Ursache für den Singultus festgestellt hat, erfolgt die Behandlung mit darauf ausgerichteten Medikamenten.

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