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Sind vegane Lebensmittel eigentlich gesund?

Alexander Scherb

Vegane Lebensmittel haben einen fabelhaften Ruf. Sie gelten als gesund, nährstoff- und vitaminreich. Doch stimmt das überhaupt? Nicht unbedingt, wie schon die Verbraucherzentrale in Hamburg vor mehreren Jahren bemängelte. Gerade Fleischersatz strotzt vor Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern.

Tofu-Burger als veganer Fleischersatz
Eine Variante für einen veganen Fleischersatz: Der vegane Tofu-Burger Foto:  GMVozdiStock
Inhalt
  1. Darum sind vegane Lebensmittel nicht immer gesund
  2. Vegane Lebensmittel zu salzig und zu viel Zucker
  3. "Salami", "Frikadellen" und Co.: Vegane Lebensmittel im Check
  4. Das können Sie tun
 

Darum sind vegane Lebensmittel nicht immer gesund

Die Mängel der Verbraucherzentrale in Hamburg betreffen natürlich nicht Lebensmittel, die von sich aus vegan sind. Gemüse und Obst sind wertvolle Vitamin- und Nährstofflieferanten und sind aus der Mängelliste ausgeschlossen. Vielmehr geht es um Ersatzprodukte, also vegane Frikadellen, Schnitzel, Würstchen, aber auch Käse.

 

Vegane Lebensmittel zu salzig und zu viel Zucker

So gesund Gemüse und Obst ist, so ungesund sind oftmals Fleischersatz-Produkte. Denn um Geschmack und Konsistenz von Würstchen, Frikadellen und Co. richtig hinzubekommen, ist oftmals viel Chemie notwendig. Und die ist alles andere als gesund. Gerade Zucker, Fett und Salz findet man in überhöhtem Maße in veganen Ersatzprodukten.

Vegane Ernährung: Auch veganer Käse kommt nicht gut weg

Die schlechten Werte betreffen nicht nur Fleischersatz. Auch veganer Käse ist von chemischen Zusatzstoffen betroffen. Grundstoff für veganen Käse ist oftmals Soja oder Kokosöl. Damit diese Stoffe Geschmack und Konsistenz ihrer Vorbilder bekommen, sind Emulgatoren, Geschmacksverstärker sowie Aroma- und Farbstoffe nötig. Also eigentlich alles, was man in veganen Lebensmitteln nicht erwartet.

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Vegane Lebensmittel: Das Etikett ist entscheidend

Dabei ist es nicht so, dass die Industrie mit ihren Inhaltsstoffen hinter dem Berg hält. Auf der Verpackung steht genau drauf, was innen drinsteckt. Allerdings achten nur wenige Verbraucher auf das Etikett. Dann würden sie nämlich sehen, dass Farb- und Geschmacksverstärker, Dickungsmittel, Stabilisatoren und Konservierungsstoffe bekannte Zutaten bei veganen Lebensmitteln sind. Dabei sind es genau diese Stoffe in herkömmlichen Produkten, die viele Verbraucher zur veganen Alternative greifen lässt.

 

"Salami", "Frikadellen" und Co.: Vegane Lebensmittel im Check

Um es vorweg zu sagen: Vegane Lebensmittel sind nicht schlechter oder ungesünder, als ihre nicht-veganen Pendants. Allerdings sind sie auch nicht gesünder oder besser. Das allerdings denken die meisten Verbraucher beim Kauf von veganen Lebensmitteln. Doch das ist eben der Irrglaube. Beispielsweise kommen auf vegane Frikadellen genauso viel Salz und Zucker wie auf Frikadellen aus Fleisch. Bei veganer Salami ist es ähnlich. Hier decken 100 Gramm schon den halben Tagesbedarf eines Erwachsenen an Salz. Gesund ist das nicht. Und das muss den Verbrauchern klar werden. Möchten Sie also auf vegane Lebensmittel zurückgreifen, schauen Sie sich die Inhaltsstoffe genau an.

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Sind vegane Lebensmittel ungesund und was kann ich tun?

Mit einer gesunden Vollwerternährung traditioneller Veganer haben diese Produkte also nichts zu tun. Doch was kann man gegen die Chemiekeule aus dem Lebensmittelregal tun? Ganz einfach: Stehen lassen. Werden keine veganen Wurst- und Fleischwaren mehr gekauft, wird sich die Lebensmittelindustrie früher oder später umstellen müssen. Bis dahin gilt: Kochen sie selbst. Mit gesunden Zutaten und Lebensmitteln, bei denen Sie die Zutatenliste kennen. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch eine wirkliche Alternative.

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