Sind Sommerbabys gesünder?

Redaktion PraxisVITA

Jetzt ist die beste Zeit, schwanger zu werden – denn in den Sommermonaten geborene Kinder haben die besten Chancen auf eine robuste Gesundheit, zeigt eine aktuelle britische Studie.

Baby
Kinder, die im Sommer geboren werden, haben im Schnitt ein höheres Geburtsgewicht, zeigt eine aktuelle Studie © Fotolia

Babys, die im Sommer geboren werden, haben im Schnitt ein höheres Geburtsgewicht als Winterkinder. Zudem sind sie im Erwachsenenalter größer als andere und im Sommer geborene Mädchen kommen seltener frühzeitig in die Pubertät. Das fanden Wissenschaftler der University of Cambridge heraus, die Daten von 450.000 Menschen analysierten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Journal „Heliyon“ veröffentlicht.

 

Günstiger Start ins Leben

Kinder, die bei der Geburt ein „Normalgewicht“ (Durchschnittsgewicht bei Jungen 3.550 Gramm, bei Mädchen 3.450 Gramm) haben oder mehr wiegen, haben häufig einen leichteren Start ins Leben als leichtgewichtige Neugeborene. Sie nehmen nach der Geburt meist besser zu, schlafen ruhiger und haben weniger Entwicklungsschwierigkeiten. Darum gilt ein Gewicht ab dem Durchschnitt als Anzeichen für eine gute Gesundheit.

Besonders für Mädchen scheint ein Geburtsmonat im Sommer ein gutes Vorzeichen zu sein. Denn bei im Sommer geborenen Mädchen setzt die Pubertät laut der Studie seltener frühzeitig (im Alter von acht bis elf Jahren) ein – auch das ist ein Zeichen für eine gute Gesundheit. Eine 2014 durchgeführt Studie zeigte beispielsweise, dass der Zeitpunkt der ersten Periode Einfluss auf die spätere Herzgesundheit der Frau hat.

 

Sonnenlicht ist möglicherweise entscheidend

„Wir waren überrascht und erfreut, die Parallelen zwischen Geburtsgewicht und dem Einsatz der Pubertät zu sehen“, sagt Studienautor Dr. John Perry. „Unsere Erkenntnisse zeigen, dass der Geburtsmonat eine messbare Auswirkung auf Entwicklung und Gesundheit hat, aber es bedarf weiterer Forschungsarbeiten, um die Mechanismen hinter diesem Effekt zu verstehen.“

Denn wie genau diese Zusammenhänge zustande kommen, ist bisher nicht geklärt. Die Studienleiter haben aber die Vermutung, dass die Versorgung der Mutter mit Sonnenlicht und Vitamin D während der Schwangerschaft eine Rolle spielt.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass der Geburtsmonat einen Einfluss auf das Risiko des Kindes hat, später verschiedene Krankheiten zu entwickeln. Demnach haben im Juli und im Oktober geborene Babys das höchste Asthma-Risiko und Novemberkinder bekommen besonders häufig ADHS.

Hamburg, 14. Oktober 2015

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