Sind Erdnussallergien heilbar?

Verena Elson
Ein kleiner Junge isst Erdnüsse
Für Kinder mit einer Erdnussallergie können schon kleine Mengen der Nuss lebensbedrohliche Symptome auslösen. In einer kleinen Studie ist es australischen Forschern jetzt gelungen, betroffene Kinder von ihrer Allergie zu befreien © iStock

Australischen Forschern ist es erstmals gelungen, Kinder von ihrer Erdnussallergie zu befreien. Gibt es die gefährliche Allergie bald nicht mehr?

Die Erdnussallergie gehört zu den gefährlichsten Allergien überhaupt. Bereits winzige Mengen der Nuss können bei Betroffenen lebensbedrohliche Symptome hervorrufen.

Das Team um Prof. Mimi Tang am Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne verabreichte 24 Kindern mit Erdnussallergie 18 Monate lang eine Mischung aus probiotischen Bakterien und Erdnussproteinen – in so kleinen Mengen, dass sie vom Immunsystem erkannt werden konnten, aber nicht zu schweren Reaktionen führten. Die Idee dahinter war eine Desensibilisierung, wie sie beispielsweise auch bei Heuschnupfen durchgeführt wird: Sie soll dem Körper beibringen, dass die Stoffe, auf die er mit Verteidigung reagiert, gar nicht schädlich sind.

 

Ergebnis – die Desensibilisierung wirkt

Einen Monat nach Ende der Therapie konnten 80 Prozent der Kinder Erdnüsse essen, ohne eine allergische Reaktion zu zeigen. Auch vier Jahre später hielt der Effekt bei 67 Prozent von ihnen (16 Kindern) noch an. In einer Vergleichsgruppe von ebenfalls 24 Kindern mit Erdnussallergie, die in dem Versuchszeitrum täglich ein Placebo geschluckt hatten, war nach Ablauf der vier Jahre nur ein Kind allergiefrei.

„Die große Bedeutung dieser Erkenntnis liegt darin, dass diese Kinder genauso Erdnüsse essen konnten wie Kinder, die keine Erdnussallergie hatten“, sagt Studienleiterin Prof. Tang. Um von einer Heilbarkeit von Erdnussallergien zu sprechen, ist es aber noch zu früh. Denn die australische Studie ist sehr klein. Um das Ergebnis zu überprüfen, plant das Team eine Wiederholung des Experiments mit einer größeren Probandengruppe.

Außerdem ist noch nicht geklärt, ob die Probiotika einen Anteil am Erfolg der Therapie hatten. Um das herauszufinden, ist neben der Placebo-Gruppe eine Kontrollgruppe notwendig, in der die Desensibilisierung ohne Probiotika durchgeführt wird.

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