Sind Eier von glücklichen Hühnern auch gesünder?

Phyllis Kuhn
Freiland-Hühner auf einer Wiese
Die Eier dieser Hennen haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Eiern aus Bodenhaltung. © iStock

Auch wenn sie etwas teurer sind – inzwischen greifen viele Konsumenten lieber zu Eiern aus Freilandhaltung. Die gute Tat fürs Tier könnte durch gesündere Frühstücks-Eier belohnt werden.

Viele Menschen, denen das Tierwohl am Herzen liegt, entscheiden sich im Supermarkt lieber für Eier von freilaufenden Hühnern, als für Eier aus Bodenhaltung. Der Grund: Hennen in Freilandhaltung sollen bessere Lebensbedingungen haben. Freilandhaltung bedeutet, dass jedes Huhn einen Auslauf von mindestens vier Quadratmetern hat und sich in einem „natürlichen“ Umfeld, das heißt unter freiem Himmel und auf Untergrund, der mit Gras und anderen Pflanzen bewachsen ist, aufhalten kann. Zusätzlich haben Freilaufhühner einen Unterschlupf, unter welchem sie vor Raubvögeln und anderen Feinden Zuflucht finden können. All das ist bei Bodenhaltung und der in Deutschland inzwischen verbotenen Käfighaltung nicht der Fall. In beiden Haltungsformen sehen die Tiere in der Regel kein Tageslicht und sind durch die geringere Bewegungsfreiheit einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt. Auch wenn selbst die Freilandhaltung noch einige Nachteile hat (stärkere Verseuchung des Bodens durch Hühnerkot sowie häufigerer Kontakt mit Krankheitserregern), ist unbestritten, dass diese Form der industriellen Eierproduktion am wenigsten Tierleid verursacht. Aber gibt es außer dem guten Gewissen noch andere, vielleicht sogar gesundheitliche Gründe, die dafür sprechen, die Eier der Freilandhennen zu kaufen?

 

Je glücklicher die Henne, desto gesünder das Ei?

Offenbar ja. So hat eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Großbritannien nachgewiesen, dass Eier von Freiland-Hennen 30 Prozent mehr Vitamin D enthalten, als Eier von Hennen, die in Käfig- oder Bodenhaltung ihr Dasein fristen. Für die Untersuchung hatten die Ernährungswissenschaftler um Jing Guo und Kirsty Kliem von der University of Reading in Großbritannien 270 Supermarkt-Eier unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht wenig, da Hühner, ähnlich wie Menschen, Vitamin D vor allem über die Haut und teilweise über die Nahrung aufnehmen. Hühner, die mehr Tageslicht genießen, bilden mehr Vitamin D und das spiegelt sich im Vitamin D-Gehalt im Eigelb ihrer Eier wider.

 

Vitamin D-Aufnahme durch Eier von glücklichen Hühnern?

Vitamin D schützt nicht nur vor Krebs, sondern bewahrt auch vor Diabetes und Herzerkrankungen. Da Vitamin D vor allem über das Sonnenlicht gebildet wird, haben viele Europäer im Winter einen Vitamin D-Mangel. Eier von glücklichen Hühnern könnten diesem Mangel entgegenwirken. Tatsächlich sind die Eier offenbar gesünder, je glücklicher das Huhn ist. Die Studie der University of Reading zeigte, dass die Eier von Hühnern auf Bio-Farmen, bei denen die Hennen den größten Bewegungsradius hatten, nicht nur die höchsten Vitamin D-Werte aufwiesen, sondern zusätzlich erhöhte Werte an Vitamin D3 (25-Hydroxy-Vitamin), einer Vorstufe von Vitamin D, enthielten.

Die Ergebnisse einer anderen Studie aus den USA hatten 2007 schon gezeigt, dass Eier aus Freilandhaltung ein Drittel weniger Cholesterin, dreimal so viel Vitamin E, doppelt so viele Omega -3-Fettsäuren und siebenmal so viel Karotin enthalten.

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